Semester-Rückblick: Fernstudium in der Warteschleife

Semester-Rückblick: Fernstudium in der Warteschleife

Studieren kann man auch im Krankenhaus ©Tulpentopf
Studieren kann man auch im Krankenhaus ©Tulpentopf

Im vergangenen Semester berichtete ich euch jeden Monat von meinen Fortschritten beim Fernstudium der Kulturwissenschaften. Doch nach der Prüfung im September 2016 wurde es sehr ruhig hier, was das Studieren anging. Denkt aber bloß nicht, ich hätte es schon wieder aufgegeben!

Noch im Oktober 2016 prahlte ich mit meiner Streberzensur in der Klausur. Und machte euch mit meinem Foto vom Studieren am spanischen Strand ein bisschen neidisch. Schon damals schrieb ich, dass das Studium nun erstmal langsamer voran ginge.

Und seitdem nichts mehr.

Was war los? Hatte ich die Lust verloren? War der Stoff plötzlich selbst für mich zu trocken? War der neue Job zu hart und komplex, um noch ein paar Hirnzellen für Literaturanalysen zu verschwenden? Oder war vielleicht sogar privat irgendetwas passiert, was das Studium verhinderte?

Um es kurz zu machen: Ein bisschen von alldem stimmt. Als braver Fernstudent hatte ich mir ja vorgenommen, die vorbereitende Literatur für die „Einführung in die Literaturwissenschaft“ auch wirklich vorab zu lesen.

Von den vier Büchern war dann auch eins wirklich staubtrocken, ein anderes durch das erste Semester pure Wiederholung, das nächste dafür zu allgemein und das letzte randvoll mit Infos, die ich doch lieber häppchenweise und semesterbegleitend lesen sollte/wollte/werde. Da kann man schon mal die Lust verlieren.

Der neue Job war am Anfang nicht ohne. Zumindest verstopfte er meinen Kopf mit all seinen Regeln und Arbeitsschritten, die mir inzwischen aber schon recht gut von der Hand gehen. Wenn nicht wieder von heute auf morgen etwas geändert wird. Oder drei Kollegen drei unterschiedliche Meinungen zu einem einzigen Problem haben.

Auch privat waren die letzten Monate kein Zuckerschlecken. Vor allem das neue Jahr begann weniger schön mit einem Todesfall in der Familie und einer schmerzhaften Operation beim mir. Wie sich das anfühlt, während der Probezeit einfach mal zwei Wochen auszusteigen und davor und danach ziemlich durch den Wind zu sein, kann sich jeder ja selber denken.

Trotzdem oder jetzt erst recht.

Letzte Woche fand nun die Prüfung für dieses Semester statt. Ohne mich, aber das war ja auch so geplant. Trotzdem habe ich das Fernstudium ganz sicher nicht aufgegeben. Noch im Krankenhaus nutzte ich schmerzfreie Zeiten fürs reinlesen in die Studienbriefe. Und merkte, wie viel Spaß ich daran habe.

Seitdem gehören wieder ein paar Stunden am Wochenende ganz mir und meiner Leidenschaft. So habe ich mich durch Antike Poetik und die Regeln der Rhetorik gekämpft und werde mich nun den Literaturgattungen und -epochen widmen. Der Studienbrief zu diesem Thema verheißt umfassendes Wissen und viele Beispiele.

Also jede Menge Stoff für meine Hirnzellen. Diese werden die Masse an Wissen dann hoffentlich bis September 2017 abrufbereit zur Verfügung stellen. Denn dann ist wieder eine Prüfung und ich habe mir für den Tag schon mal Urlaub genommen. So habe ich schon mal eine Ausrede weniger, mich vor dieser Klausur zu drücken. Es geht also wirklich weiter.

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