Fernstudium: Zweierlei Rauschen im Kopf

Fernstudium: Zweierlei Rauschen im Kopf

Fernstudium im Juli: Urlaubsedition von ©Tulpentopf-Tina
Fernstudium im Juli: Urlaubsedition von ©Tulpentopf-Tina

Ich wieß, ich weiß, ich bin spät dran mit meinem Juli-Bericht übers Fernstudium. Ihr werdet auch gleich merken, woran das liegt. Aber eins nach dem anderen und am besten von vorn. Damit beginnt dieser Bericht an der Ostsee.

Anfang Juli reisten wir für zwei Wochen an die Ostsee. Der langersehnte Urlaub war mir natürlich nicht zu schade fürs Studieren. Zumindest nachdem ich drei Tage und Nächte wirklich nur die Seele baumeln ließ. Dann fügte ich mein Fernstudium ganz einfach in die tägliche Routine ein.

Urlaub ist wie Wochenende

Ganz konkret könnte man sagen, dass ich in Rerik jeden Tag zum Wochenende erklärte. Und was mache ich an unseren unverplanten Wochenenden so zwischen 9 und 13 Uhr? Genau: Die Kinder am Handy/TV/Buch parken und selbst die Nase in die Fachliteratur fürs Fernstudium stecken.

In diesem Fall drehte sich alles um die Literaturepochen. Zu diesem Zweck hatte ich mir sämtliche Videovorlesungen aufs Tablet gepackt und meine besten Kopfhörer gleich dazu. Allerdings hielt ich das *hust* Gelaber *räusper* der gelehrten Professoren nicht aus.

Facebook ist göttlich

Dem Himmel sei dank gibt es Facebook. Oder besser, Leute, die Videovorlesungen Wort für Wort in Schrftform hacken und das dann bei Facebook in die jeweilige Gruppe für die Module des Fernstudiums hochladen. So musste ich die Dozenten nicht hören und konnte mir ihr Gelaber ihre ausgefeilten und rhetorisch überragenden Vorträge lesend zu Gemüte führen.

Das war immer noch jede Menge Stoff, aber doch besser verdaulich. Und ich hatte auf diese Art eher die Möglichkeit, mir das Wissen in meinem Tempo anzueignen. Okay, das klingt jetzt, als wäre alles ein bisschen was na gut wenigstens etwas hängen geblieben. Aber das Gefühl habe ich nicht.

Ich habe keine Ahnung

Fakt ist: Ich habe alle Epochen im Juli durchgeackert. Es war ziemlich knapp, aber durch ein paar Überstunden Zuhause schaffte ich von allen zumindest die Skripte. Doch wenn ich versuche, deren Inhalte auseinanderzuhalten, die Standpunkte gegenüber zu stellen oder erstmal Vertreter zu benennen, habe ich eigentlich nur Rauschen im Kopf.

Goethe am Strand von Kühlungsborn mit ©Tulpentopf-Tina
Goethe am Strand von Kühlungsborn mit ©Tulpentopf-Tina

So wie früher in der Sendezeit oder bei Gewitter: Weiße Ameisen gegen schwarze Ameisen auf dem Bildschirm und beim besten Willen nichts zu erkennen. Zu diesem hirnlosen Rauschen gesellt sich dann meist ein zweites: Dass der Wellen am Ostseestrand, was mich an schöne Tage erinnert.

Und an Goethes „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter“.

Die habe ich am Strand gelesen. Und ganz ehrlich möchte ich wissen, was der große Dichter und Denker sich zum Verfassen des enthaltenen Märchens für Pillen eingeworfen hatte. Solche Filme schiebt man nicht mit klarem Kopf.

Dieser klare Kopf fehlt mir gerade aber auch. Vor allem beim Gedanken an die Prüfung in nicht mal einem Monat. Auch dieses Mal bastele ich mir für diesen Endgegner meine Level selbst. Aber darüber berichte ich euch beim nächsten Mal.

Denn ich muss jetzt los, mich mit Versmaßen duellieren.

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