Fernstudium: Klausur-Special reloaded

Fernstudium: Klausur-Special reloaded

Klausurbericht von ©Tulpentopf-Tina
Klausurbericht von ©Tulpentopf-Tina

Gut eine Woche ist die Klausur in „Einführung in die Literaturwissenschaft“, kurz L1, nun er. Nun habe ich meine reichlich zermatschten Gehirnzellen wieder eingesammelt und aufgepäppelt und kann euch erzählen wie es war. Los geht´s!

Wie schon beim letzten Mal, gab es gleich zu Beginn eine Fangfrage: Drei niedliche Abkürzungen sollten in drei klar benannte Standard-Nachschlagewerke umgewandelt werden. Offensichtlich wollen die Prüfer auch ihren Spaß haben und sehen, wer mit solch „einfachen“ Aufgaben rechnet. Ich jedenfalls nicht.

Es ging dann aber durchaus nachvollziehbarer weiter: Definitionen von Allegorie, Motiv/Stoff und (a)tektonischen Drama, übersetzen der drei Redearten nach Aristoteles vom Lateinischen ins Deutsche und zwei drei Fragen zu Strophenformen.

Wir sind ganz, ja ganz und gar verheeret!

Vergebliche Bemühungen, die richtigen Tropen ins Hirn zu pflanzen @Tulpentopf-Tina
Vergebliche Bemühungen, die richtigen Tropen ins Hirn zu pflanzen @Tulpentopf-Tina

Diese rhetorische Figur und noch zwei andere machten diesem Ausspruch alle Ehre. Und erfüllten auch voll, ja voll und ganz meine Erwartungen. Zum einen durch ihr Erscheinen in der Klausur, zum anderen hatte ich keinen blassen Schimmer, als was ich sie benennen sollte.

Weniger verheerend fand ich Genette. Wer sich mit dessen Erzähltheorie beschäftigt, wird Goethes „Ausgewanderten“ als geradezu dafür geschaffen empfinden. Verschiedene Erzählperspektiven und -zeiten, die teilweise schon nach wenigen Zeilen wechseln.

Bis auf zwei Fragen empfand ich diesen Teil der Klausur als durchaus machbar. Zumindest, wenn man bei der Zuordnung von Zeit, Modus und Stimme vom gesunden Menschenverstand ausgehen kann. Und die Fragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten herausfiltert.

Theoretisch waren die Epochen gut gewählt.

Praktisch wird sich das noch zeigen. Zur Wahl standen Sturm & Drang, Klassik, Realismus und Moderne. Vor der Klausur hätte ich mit Sicherheit die ersten beiden gewählt. In der Klausur ließ ich mich dann von „Genie und ganzer Mensch“ bzw. durch „Winckelmann“ verunsichern. Und wählte die anderen beiden.

Die Wahl hatte ich auch bei den Literaturtheorien. Fünf waren angegeben. Eine passte nicht in die Reihe, weil ausschließlich um Sprachstruktur und nicht um historischen Kontext bemüht. Von den restlichen vier sollte eine erläutert werden. Also durchaus machbar.

Ob ich allerdings zu Theorie und Epochen genug geschwafelt geschrieben habe, muss sich noch zeigen. Zur Verfügung standen 30 linierte Seiten, ich brauchte für meine Ausführungen gerade mal zehn. Aber ich bin ja auch eher der Typ für klare Worte, *hust* sonst würde ich wohl eher Philosophie studieren *hust*.

Vorbei ist vorbei – hoffentlich!

Nach 3,5 Stunden Schreibens mit der Hand, tat mir selbige höllisch weh. Als ich wie auf Wattebäuschen aus dem Hörsaal schwebte wankte, war mein Hirn ziemlich matschig. Eine Banane und zwei Schokoriegel später war ich bereit für die Heimfahrt, weiß aber nicht mehr, wo ich da lang gegurkt bin.

Döner und "Luzifer" - Junk Food für die Seele ©Tulpentopf-Tina
Döner und „Luzifer“ – Junk Food für die Seele ©Tulpentopf-Tina

Zur Belohnung gab es Futter fürs Hirn und den Magen. Zuerst Junkfood, nämlich Döner. Und – endlich, endlich – die zweite Staffel „Luzifer“. Einen Tag später dann – endlich, endlich, ENDLICH – wieder ein Buch, das nichts mit dem Studium zu tun hatte. Genauer 150 Seiten davon am feierlich zelebrierten „Tag-danach“.

Auf das Ergebnis der Klausur muss ich nun sechs Wochen warten. Das ist etwa die Zeit, die man braucht, bis man nicht mehr daran denkt. Bis in der Gruppe zum Modul der Aufschrei kommt, dass an unmöglichster Stelle die Zensuren einsehbar sind.

Bis dahin habe ich meine Karteikartenstapel-Entzugserscheinungen sicher hinter mir gelassen. Momentan fühlen sich meine Hände nämlich oft irgendwie leer an. Noch!

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