Fernstudium: Klausur-Special

Fernstudium: Klausur-Special

Haus E: Der Schauplatz des Dramas vom @Tulpentopf
Haus E: Der Schauplatz des Dramas vom @Tulpentopf

So eine Klausur schreibt man nicht alle Tage. Schon gar nicht nebenbei und nach mehr als 10 Jahren Pause seit der letzten. Aber diese Klausur gestern hatte es wirklich in sich. Hallelujah!

Das Drama

Schön ist, wenn man bereits auf der ersten Seite denkt: Oh mein f***ing Gott! „Nennen sie einen der Hauptvertreter der Theorie X!“ Praktisch: So weiß der Dozent gleich, ob man durch den ganzen Mist überhaupt halbwegs durchgestiegen ist.

Ich habe meinen absoluten Liebling gewählt: Den Popper. Genauer, den Karl R. Popper. Genau den, den ich so sehr mag. In etwa so sehr wie Semmelbrösel auf meinem geliebten Rosenkohl. Also gar nicht.

Und mit dem ging es locker flockig weiter. Popper hier, Popper da, Abgrenzungsproblem dort – natürlich nach Popper. Bäääh!

Zum Glück gab es auch noch andere Fragen. Die nach der Definition für das Argument. Und das gleich drei mal. Also die Definition für das Argument allgemein, für das Argument im engeren Sinn und dann noch das für deduktive Schlüsse. Irgendwie so jedenfalls.

Und die Frage nach der „Externen Kritik“ und der „Korrespondenz“. Leider ohne direkten Hinweis, in welchem Bezug diese Begriffe beschrieben werden sollten. Also in Bezug auf die Inhalts-, Quellen-, oder Sonstwas-Kritik. Rate mal mit Rosenthal, hätten wir früher gesagt.

Nur eben ohne den Luftsprung. Und „Spitze!“ war da auch nichts. Denn wie üblich habe ich bei den Erzählmodellen aus dem „Strukturindividualistischen Modell“ mal wieder ein „Situationsindividualistisches Modell gemacht.

Aber hey, dafür hab ich die Wahrheitstabelle für die Biimplikation richtig. Das hab ich Zuhause gleich mal nachgeschlagen. Aber was die Funktionsebenen eines Textes sind, weiß ich immer noch nicht.

What the F*ck! Was für eine Schinderei.

Selbst bei den Fragen, die ich wirklich gut beantworten konnte. Mit dem Level der bereitgestellten Probeklausur und der Klausurkette im Forum hatte das jedenfalls nichts zu tun. Und so ging ich nach zwei Stunden und 44 Minuten wie gerädert aus dem Hörsaal.

Natürlich hätte ich noch länger sitzen bleiben können. Aber entweder ich weiß etwas oder eben nicht. Und da ich sowieso dazu neige, meine richtigen Antworten durch Ergänzungen ad absurdum zu führen, ergreife ich doch lieber die Flucht.

Mein Hirn jedenfalls war (und ist) erstmal Brei. Als ich es gestern irgendwie nach Hause geschafft hab, konnte ich mich nicht mal auf eine wirklich trashige Soap Opera im Fernsehen konzentrieren. Und meine große Tochter schickte mich abends nach einem Blick auf meinem Gemütszustand ins Bett.

Mehr mag ich im Moment zu dieser Klausur gar nicht sagen. Je nach Trefferquote bei den „Ich rate mal, was der Dozent damit meint“-Fragen kann es eine Zwei oder eben auch eine Vier werden. Ergebnisse gibt es erst in sechs Wochen. Bis dahin habe ich mich hoffentlich erholt. Ich werde berichten.

Für alle, die es interessiert: Die Fakten

Beim Modul K alias „Kulturwissenschaftliche Grundlagen“ steht am Ende des Semesters eine Klausur an. Sie umfasst die Teilbereiche „Wissenschaftliches Schreiben“, „Wissenschaftstheorie“ und „Argumentationstheorie“ und ist auf vier Zeitstunden angesetzt.

Geschrieben wird in Universitätsgebäuden in Städten mit Regionalzentrum der Fernuni Hagen. Die Klausurtermine stehen ein Jahr im Voraus fest und sind grundsätzlich so angelegt, dass man von 14-18 Uhr die Prüfung schreibt. Man kann das also prima planen.

So saß ich gestern also nach Jahren mal wieder in einem Hörsaal. Konkret im Großen Hörsaal der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Mit etwa 40 anderen Studenten, die alle irgendwas mit Kulturwissenschaften studieren.

Nach einer kurzen Einleitung geht es auch schon los. Man geht nach vorn, nennt seinen Namen und das Modul, in dem man schreibt und bekommt einen Umschlag. Da drin ist das Ding, mit dem man sich dann in den nächsten Stunden herumschlagen darf.

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