Fernstudium: Karteikarten-Limbo

Fernstudium: Karteikarten-Limbo

Klausurvorbereitung beim ©Tulpentopf
Klausurvorbereitung beim ©Tulpentopf

Endspurt fürs erste Semester

August. Wow, so schnell ist ein Semester um. Und am Ende des Semesters gibt es was? Richtig: Die Klausur. Und wie bereitet man sich auf eben diese vor? Mit Karteikarten. Sehr vielen Karteikarten. Also auf zum Karteikarten-Limbo.

Es sind übrigens 83 Karteikarten. Also 83 mal Wissen rund um Wissenschaftliches Arbeiten, Wissenschaftstheorie und Argumentationstheorie. Manche nur auf einer Seite, der Großteil aber auf beiden Seiten voll mit Fakten, Fremdwörtern, Definitionen, Ansichten, Gesetzen, Theorien.

Das ist genauso gruselig, wie es klingt. Aber es ist meine Methode, mir etwas in den Kopf zu hämmern. Übers Semester lese ich den Stoff und mache mir Notizen. Wenn die Prüfung naht, schreibe ich meine Notizen auf Karteikarten und fertige dazu noch ein Inhaltsverzeichnis für die Karteikarten an.

So komprimiere ich den Stoff (Hahahahaha!). Und finde heraus, was ich nicht verstanden habe (eine ganze Menge). Und mit dem Inhaltsverzeichnis frage ich mich selbst ab (noch nicht sehr erfolgreich). Mit Glück wird der Stapel mit den „Kann ich nicht“-Karten dann kleiner. Deswegen eben Karteikarten-Limbo.

Ich stelle fest: Wissenschaftstheorie ist immer noch nicht mein Ding. Wie schon beim Erstkontakt mit diesem Stoff, frage ich mich: Warum? Oder nein: WTF? Also warum so kompliziert. Und wozu soll ich das wissen?

Zumindest für die Klausur nächste Woche muss ich es wohl wissen. Ja genau, kommende Woche Montag ist der Tag der Tage für dieses Semester. Dann schreibe ich eine Klausur. Wie so ein Teenager im Abi. Oder ein Jungspund im Studium.

Alles gleich und doch anders

Da ich aber weder Teenager noch Jungspund bin, läuft das irgendwie doch anders. Zumindest vorher. Denn früher hatte ich außer Schule/Studium und vielleicht Liebeskummer ja keine anderen Böcke zu melken. Wie man so schön sagt.

Heute sind da die Kinder, der Haushalt, die Arbeit. Und gerade letzte Woche gleich in der ganz vollen Packung mit zwei Elternabenden und dem 10. Geburtstag der Großen. Da muss das Lernen so richtig nebenbei funktionieren.

Und das tut es eher so lala. Ich merke immer wieder: Wenn ich mal zwei drei Stunden am Stück zum Lernen komme, klappt es ziemlich gut. Wenn ich mal zwischendurch ins Forum schaue, verstehe ich wieder nur Bahnhof. Waaaaaaaah!

Dabei gibt es dort im Forum eine tolle Erfindung: Die Klausurkette. Einer stellt eine Frage zum Stoff, der nächste beantwortet und stellt eine neue Frage. So kommt man prima durch den Lernstoff – oder total durcheinander. Je nach Konzentration und Fokus eben.

Meine Kinder jedenfalls staunen nicht schlecht.

Jeden Abend, wenn sie im Bett verschwinden, macht Mama Hausaufgaben. Und was für welche! Nicht, dass sie je versucht hätten, eine meiner Karteikarten-Hieroglyphen zu entziffern. Aber wenn sie sich streiten rezitiere ich doch gern mal eine Definition. Zum Thema Logischer Empirismus oder so. Verdammt, wie ging die doch gleich?

Ihr drückt mir wohl besser ganz fest die Daumen. Am Montag ab 14 Uhr, bitte. Das macht ihr doch, ja?

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