Fernstudium: Goethe und die Literaturtheorie

Fernstudium: Goethe und die Literaturtheorie

Der Goethe geht auf Reisen mit ©Tulpentopf-Tina
Der Goethe geht auf Reisen mit ©Tulpentopf-Tina

Während ihr das hier lest, weile ich fern der Heimat und lasse die Seele baumeln. Genauer gesagt, mache ich Urlaub an der Ostsee und habe hoffentlich auch ein paar richtige Sommertage. Die habe ich mir nach so viel Literaturtheorie nämlich auch verdient.

Literatur- und Kulturtheorie stand auf dem Studienplan.

Das ist nicht mal so trocken wie es klingt. Ich fand es sogar ziemlich interessant, wie die Menschheit mal wieder versucht, noch im kleinsten Fitzelchen einen Sinn zu erkennen. Also mit Blick auf die Literatur sind damit dann wohl Buchstaben und Laute gemeint.

Denn es gibt Menschen, die zerlegen Literatur wortwörtlich. Wenn es nach denen geht, macht ein Buchstabe nur Sinn, wenn er in Beziehung mit einem anderen gesetzt wird. Wobei sich der eigentliche Sinn nur aus den Nicht-Beziehungen ergibt. Und am Ende ist sowieso alles nur eine Frage der Struktur.

Klingt nach Quirl im Kopf und Buchstabensalat.

Den hatte ich auch zur Genüge. Zum meinem Glück gibt es ja auch noch die Theoretiker, die Literatur nur im gesellschaftlichen und historischen Kontext für verständlich halten. Die also danach schauen, wann der Autor gelebt hat und unter welchen Bedingungen.

Diese Form der Literaturtheorie liegt mir schon eher. Aber danach geht es dann ja in der Klausur einfach mal nicht. Also muss ich alles pauken. Und gleich noch gestehen, dass ich mit diesem Studienbrief noch nicht fertig bin. Und ihn trotzdem nicht mit in den Urlaub nehme.

Stattdessen dürfen mich die Literaturepochen begleiten. Also die Videovorlesungen und deren Abschriften über Klassik, Romantik, Sturm und Drang, Moderne usw. Die werde ich mir dann auf dem Tablett zu Gemüte führen oder eben die Mitschriften durchackern. Je nachdem, was sich in unserem Urlaub so anbietet.

Den Goethe und seine Ausgewanderten nehme ich auch mit. Die Geschichte an sich ist gar nicht mal so schlecht. Aber eben auch dank Goethes Schreibstil auch kein Zuckerschlecken. Dennoch sollte ich es wenigstens einmal gelesen haben, wenn ich es in der Klausur nach Genette auseinander nehmen will.

Ja, genau. Ganz richtig. Ich habe mich zur Klausur angemeldet. Zum einen, weil der Zeitplan momentan wirklich gut aussieht. Zum anderen, weil ich im kommenden Semester neuen Input haben will. Dafür sollten die Grundlagen der Literaturwissenschaften aber abgehakt sein.

Zwei Monate habe ich also noch Zeit. 

Die Prüfungsklausur ist 6. September 2017. Vielleicht, nein sicher verfalle ich bis dahin noch in Panik. Vielleicht habe ich schon nach dem Urlaub allen Grund dazu. Vielleicht bin ich dann aber immer noch tiefenentspannt und frohen Mutes. Ich werde es euch in meinem nächsten Monatsbericht wissen lassen.

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