Fernstudium: April, April, ich weiß nicht, was er will

Fernstudium: April, April, ich weiß nicht, was er will

Fernstudium im April bei ©Tulpentopf-Tina
Fernstudium im April bei ©Tulpentopf-Tina

Da war er schon wieder vorbei, der April. Und damit der erste Monat vom neuen Semester. Dem Semester, in dem ich wieder zu einer Prüfung antreten will. Da wird es dann um die Grundlagen der Literaturwissenschaft gehen. Und im Grunde liege ich da richtig.

Wir erinnern uns: Das vergangene Semester habe ich quasi ruhen lassen. Nun geht es seit ein paar Wochen wieder rund. Order auch mal holprig über diverse Fremdwörter und Zeug, was mir schon auf dem Gymnasium nicht in den Kopf wollte.

Schon klar, ein Gedicht braucht einen gewissen Rhythmus. Aber wer braucht Hexameter, Alexandriner, dreihebige Versfüße mit akatalektischen Schluss? Oder alternierende neunsilbige Vierheber mit Paarbindung?

Versteht ihr nicht? Ha, ihr Lyrikbanausen!

Ich verstehe es auch nicht. Weder wozu das gut sein soll, noch wovon ich da rede. Klarer Fall von „lerne ich eben einfach auswendig“. Und irgendwann – irgendwann – auf einer Party morgens um vier, wenn ein ganz schlauer Goethe, Hölderlin oder Rilke zitiert, werfe ich ihm dann das passende Versmaß an den Kopf.

In der Hoffnung, dass es das richtige ist. Oder er den Bluff nicht merkt. Zusammenfassend stelle ich jedenfalls fest, dass mir Lyrik nicht liegt. Aber wer lässt sich davon schon beeindrucken. Mut zur Lücke und bloß kein Drama draus machen.

Wobei das Drama mir schon weitaus mehr zusagt. Natürlich, weil hier Begriffe auftauchen, die ich vorher schon mal durchgekaut hab. Ständeklausel nach Aristoteles, Struktur der Figurenrede, bürgerliches Trauerspiel.

Da hält mein Hirn gar nicht so lange durch, wie ich studieren möchte.

Aber gut, noch ist ja Zeit bis zur Klausur. Zumindest rede ich mir das ein, wenn ich zu den zwei weiteren Studienbriefen und acht Videovorlesungen zu den verschiedenen Epochen rüber schiele. Da wartet noch eine ganze Menge Stoff auf mich.

Nicht zu vergessen: Der olle Goethe. Denn jede Klausur hat ein literarisches Werk als Grundlage für spezifische Fragen. Im Sommersemester 2017 ist das „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Klingt sperrig, dieser Titel. Hoffentlich ist das Werk selbst ein bisschen kooperativer und lässt sich flüssiger lesen. Immerhin werde ich es wohl wissenschaftlich auseinandernehmen müssen. Falkentheorie, ick hör dir trapsen!

Versteht ihr nicht? Ich schon – ein bisschen.

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