Buch: „Vom Umgehen der Orte“ von Fabian Hischmann

Wie viele Träumer schaffen es, Schriftsteller zu werden? Wie viele heimlich Verliebte schaffen es, über ihre wahren Gefühle zu reden? Und wie viele schaffen es, sich von ihrem Fixstern zu lösen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, damit es eine Chance hat, bessere Träume zu erfüllen?

"Das Umgehen der Orte" beim ©Berlin Verlag

„Das Umgehen der Orte“ beim ©Berlin Verlag

Zum Inhalt:
Als Lisas Vater sich mehr oder weniger freiwillig das Leben nimmt, entdeckt sie Schokolade für sich. Ihre Mutter kompensiert den Verlust mit dem Stricken von Wollpullovern. Eine grausame Kombination, die aus Lisa einen schwitzenden Wolleberg macht. Dann taucht Anne auf und Lisa folgt ihr blind überall hin. Erst als Magnus auftaucht, wacht Lisa auf – und verschwindet für Jahre.

Niklas hat auch so einen Fixstern. Doch während Tim seine erste Fotoausstellung plant und mit einer Lehrerin ins Bett geht, verkriecht sich Niklas bei Seehunden und Kegelrobben, die in der freien Natur nicht überleben würden. Dann fährt er Lennart über den Haufen und das ändert alles.

Kolja ist in Hannes verliebt. Thomas will ihm dabei helfen, seinen Liebeskummer zu überwinden. Doch dieser Versuch bringt ihn selbst um – und sein Baby in Annes Bauch.Diese bekommt unverhofft Post aus Australien – von Magnus, der auf eine Wiederholung hofft. Doch Anne beschließt stattdessen, nach Lisa zu suchen. Wenigstens diese hat offensichtlich ihr Glück gefunden.

Meine Meinung:
„Das Umgehen der Oste“ ist das zweite Buch von Fabian Hischmann. Sein „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ hatte mich von der ersten Seite an begeistert. Weil ich mich und meine 90er Jahre darin wiederfand. Mit allem, was sich davon bis heute gehalten hat: Lebensgefühl, Musik, Erinnerungen.

Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses neue Werk. Und das ist überraschend anders, auch wenn man allein schon vom Stil her den Autor wiedererkennt. „Das Umgehen der Orte“ ist dichter oder besser voller, als sein Vorgänger.

Fabian Hischmann mutet seinem Leser eine Menge zu. Vor allem eine Menge Namen, Zeitsprünge, Ortswechsel. Seine Protagonisten sind mit wenigen Sätzen umfassend beschrieben. Zumindest hatte ich immer das Gefühl, viel über jeden einzelnen zu wissen.

Aber man muss schon Puzzle mögen, wenn man hier durchsteigen und die Einzelschicksale zu einem großen Ganzen zusammensetzen will. Wobei ich mich frage, ob man das überhaupt versuchen sollte. Denn auch ohne Überblick taucht man tief in die Lebensgeschichten ein, kommt den Menschen dabei nahe.

Mein Fazit:
„Das Umgehen der Orte“ ist weder Fortsetzung noch Kopie von Hischmanns Erstlingswerk. Es ist reich an persönlichen Einblicken, die sprachlich clever verpackt sind. Wer sich nicht von der sprunghaften Erzählweise abschrecken lässt, findet Liebe zum Detail und ein deutliches Mehr zwischen den Zeilen. Gefällt mir.

Infos zum Buch:
Titel: Das Umgehen der Orte
Autor: Fabian Hischmann
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-1292-0

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Wie viele Träumer schaffen es, Schriftsteller zu werden? Wie viele heimlich Verliebte schaffen es, über ihre wahren Gefühle zu reden? Und wie viele schaffen es, sich von ihrem Fixstern zu lösen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, damit es eine Chance hat, bessere Träume zu erfüllen? Zum Inhalt: Als Lisas Vater sich mehr oder weniger freiwillig das Leben nimmt, entdeckt sie Schokolade für sich. Ihre Mutter kompensiert den Verlust mit dem Stricken von Wollpullovern. Eine grausame Kombination, die aus Lisa einen schwitzenden Wolleberg macht. Dann taucht Anne auf und Lisa folgt ihr blind überall hin. Erst als Magnus…
Für die einen ist es ein heilloses Durcheinander von Lebensgeschichten mit wenigen Berührungspunkten. Für die anderen ein lesenswertes Puzzle, dessen Einzelteile in dichter Sprache den Text zwischen den Zeilen mit noch mehr Leben füllt.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Voller Leben

Für die einen ist es ein heilloses Durcheinander von Lebensgeschichten mit wenigen Berührungspunkten. Für die anderen ein lesenswertes Puzzle, dessen Einzelteile in dichter Sprache den Text zwischen den Zeilen mit noch mehr Leben füllt.

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