Buch: „Taxi Curacao“ von Stefan Brijs

Curacao liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Venezuela und gehörte lange zu den Niederlanden. Für Touristen ist die Karibikinsel ein Sehnsuchtsort. Für die Einheimischen ein hartes Pflaster. Genau davon erzählt dieses Buch.

"Taxi Curacao" von Stefan Brijs beim ©btb Verlag

„Taxi Curacao“ von Stefan Brijs beim ©btb Verlag

Zum Inhalt:
Curacao 1961. Max träumt davon, Lehrer zu werden. Doch sein Vater Roy schickt den Jungen nur zur Schule, damit der ihm später hilft, sein Taxiunternehmen zu vergrößern. Für den Moment besteht dieses Unternehmen nur aus Roy und dem azurblauen Dodge Matador.

Dieses Auto ist eine Augenweide: Starker Motor, glänzendes Chrom und weiche Ledersitze. Genau das, was sich ein echter Kerl wie Roy als standesgemäßes Gefährt vorstellt. Er hat schließlich einen Ruf als Weiberheld zu verlieren.

Doch der Fahrer kann mit dem Auto bald nicht mehr mithalten. Roy wird zum Pflegefall, kriecht zurück in den Schoß der einzigen Frau, die ihn auch noch als Krüppel um sich haben will. Und Sohn Max muss seinen Traum vom gesellschaftlichen Aufstieg vergessen.

Natürlich nur vorübergehend. Das sagt er sich immer wieder und glaubt fest daran. Doch immer, wenn er es fast geschafft hat, schlägt das Schicksal zu. Also setzt er alle seine Hoffnungen in seinen Sohn. Der alles werden soll, nur kein Taxifahrer.

Meine Meinung:
„Taxi Curacao“ wird aus der Sicht von Bruder Daniel erzählt. Der niederländische Geistliche ist am Anfang Max‘ Lehrer, wird später aber zu seinem Vertrauten und begleitet ihn über vier Jahrzehnte durch alle Höhen und Tiefen.

Und davon gibt es einige. Denn die Geschichte der kleinen Antillen-Insel ist geprägt von politischen Machtspielen, Aufständen der schwarzen Bevölkerung und einem florierenden Drogenhandel. Umstände, die es dem „kleinen Mann“ schwer machen, im Leben je auf einen grünen Zweig zu kommen.

So nah man den Protagonisten auch kommt: Der Druck auf die Tränendrüse bleibt aus. Und es gibt auch keine Happy Ends wo der Leser sie gern hätte. Jede der Figuren bleibt sich treu. Das ist vor allem beim großmäuligen Roy manchmal nur schwer zu ertragen. Aber eben authentisch.

Mein Fazit:
„Taxi Curacao“ holt die Karibik ins Wohnzimmer. Aber eine, die nicht von traumhaften Stränden erzählt, sondern vom Leben der Einwohner. Stefan Brijs lässt die Männer aus drei Generationen von einem besseren Leben träumen, um den gesellschaftlichen Aufstieg kämpfen und an der Realität scheitern. Und das durchaus lesenswert.

Infos zum Buch:
Titel: Taxi Curacao
Autor: Stefan Brijs
Aus dem Niederländischen von Stefanie Schäfer
Verlag: btb Verlag
ISBN: 978-3-442-71472-8

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Curacao liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Venezuela und gehörte lange zu den Niederlanden. Für Touristen ist die Karibikinsel ein Sehnsuchtsort. Für die Einheimischen ein hartes Pflaster. Genau davon erzählt dieses Buch. Zum Inhalt: Curacao 1961. Max träumt davon, Lehrer zu werden. Doch sein Vater Roy schickt den Jungen nur zur Schule, damit der ihm später hilft, sein Taxiunternehmen zu vergrößern. Für den Moment besteht dieses Unternehmen nur aus Roy und dem azurblauen Dodge Matador. Dieses Auto ist eine Augenweide: Starker Motor, glänzendes Chrom und weiche Ledersitze. Genau das, was sich ein echter Kerl wie Roy als standesgemäßes Gefährt vorstellt.…
Karibik - da denkt man an Traumstrände, Sonne und leichtes Lebensgefühl. Für die Einheimischen ist das Leben aber alles andere als leicht. Stefan Brijs zeigt uns diese andere Seite der Karibik in einem lesenswerten Buch. Authentisch und ganz ohne großes Drama. Gut so.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Karibik mal anders

Karibik - da denkt man an Traumstrände, Sonne und leichtes Lebensgefühl. Für die Einheimischen ist das Leben aber alles andere als leicht. Stefan Brijs zeigt uns diese andere Seite der Karibik in einem lesenswerten Buch. Authentisch und ganz ohne großes Drama. Gut so.

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