Buch: „Die Stimmen der Übriggebliebenen“ von Christian Discher

Wenn man in der Pubertät nicht so recht weiß, wer man ist und wer man sein möchte – dann ist das völlig normal. Bei Christian Discher sieht man das allerdings ganz anders und steckt den jungen Mann in die Psychiatrie. Heute gehört er zu den Stimmen der Übriggebliebenen.

"Die Stimmen der Übriggebliebenen" beim ©underDog Verlag

„Die Stimmen der Übriggebliebenen“ beim ©underDog Verlag

Zum Inhalt:
Christian ist beliebt und ein guter Schüler, immer für einen Spaß zu haben und auch noch sportlich. Doch nach einer Tumorerkrankung wendet er sich Gott zu und möchte ein besserer Mensch werden.

Als er seinen Körper auf Idealmaß trimmt und eine seltsame Freundin auftaucht, wird ihm das zum Verhängnis. Man hält ihn für durchgeknallt und steckt ihn in die Psychiatrie von Ückermünde.

Spätestens nach seinem Coming out als Homosexueller hat er hier verloren. Die Ärzte forschen nicht nach Ursachen, sondern stellen ihn mit Medikamenten ruhig. Wenn das nicht reicht, wird er am Bett fixiert, bis die Gelenke weh tun.

Aus dem intelligenten jungen Mann wird ein brabbelndes, sabberndes Etwas. Doch auch wenn er nach außen hin völlig verblödet, ist er im Inneren noch der kluge, einfühlsame Mensch.

Ein Mensch mit Zielen wie Abitur und Führerschein. Dafür halten ihn Ärzte und Betreuer auch nach seiner Entlassung für größenwahnsinnig. Doch er arbeitet sich zurück ins Leben, während um ihn herum immer weniger ehemalige Mitpatienten übrig bleiben.

Meine Meinung:
Zu Beginn von des Buches ist Christian Discher ein ganz normaler Jugendlicher. Dann sind es unachtsame Erwachsene, die aus ihm ein körperliches Wrack machen. Wie schlimm muss es sein, im Kopf hellwach zu erleben, wie man nach außen hin verblödet?

Und wie hart muss der Kampf gegen ein übermächtiges Netzwerk aus Ärzten und Betreuern sein. Einem Netzwerk, das nicht an Ursachen interessiert ist, sondern nur am Wegspritzen unliebsamer Verhaltensweisen.

Die Ungeheuerlichkeit dieses Abstempelns mit fatalen Folgen fesselte mich schon. Aber es gehört streckenweise eine Menge Willen dazu, über die unnatürlichen Dialoge hinweg zu sehen. Zu perfekt ausformuliert und dabei mächtig hölzern.

Aber „Die Stimmen der Übriggebliebenen“ ist ein Erfahrungsbericht. Es ist die Lebensgeschichte von Christian Discher und man kann ihm nur größten Respekt zollen für den Weg, den er da gegangen ist. Er spricht für alle, die diesen Weg nicht geschafft haben – und für die, die ihn gerade zu gehen versuchen.

Mein Fazit:
Auch wenn es stilistisch nicht unbedingt eine Meisterleistung ist: „Die Stimmen der Übriggebliebenen“ ist lesenswert. Als Leser bekommt man ein Gefühl dafür, wie schnell man in die Mühlen eines unmenschlichen Netzwerks aus Ärzten und Betreuern geraten kann v- und wie schwer wieder heraus. Hochachtung dafür.

Infos zum Buch:
Titel: Die Stimmen der Übriggebliebenen
Autor: Christian Discher
Verlag: underDog
ISBN: 978-3981425727

Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft.

Wenn man in der Pubertät nicht so recht weiß, wer man ist und wer man sein möchte - dann ist das völlig normal. Bei Christian Discher sieht man das allerdings ganz anders und steckt den jungen Mann in die Psychiatrie. Heute gehört er zu den Stimmen der Übriggebliebenen. Zum Inhalt: Christian ist beliebt und ein guter Schüler, immer für einen Spaß zu haben und auch noch sportlich. Doch nach einer Tumorerkrankung wendet er sich Gott zu und möchte ein besserer Mensch werden. Als er seinen Körper auf Idealmaß trimmt und eine seltsame Freundin auftaucht, wird ihm das zum Verhängnis. Man…
"Die Stimmen der Übriggebliebenen ist die wahre Geschichte eines jungen Mannes, dessen Leben mit Psychopharmaka fast zerstört wurde. Der Weg aus dem Sumpf aus unfähigen Ärzten und machtverliebten Betreuern ist erschreckend schwer. Leider muss ich bei der Sprache ein paar Abzüge machen, denn die Dialoge sind einfach zu gestelzt.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Lesens- werte Geschichte

"Die Stimmen der Übriggebliebenen ist die wahre Geschichte eines jungen Mannes, dessen Leben mit Psychopharmaka fast zerstört wurde. Der Weg aus dem Sumpf aus unfähigen Ärzten und machtverliebten Betreuern ist erschreckend schwer. Leider muss ich bei der Sprache ein paar Abzüge machen, denn die Dialoge sind einfach zu gestelzt.

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