#Buchpassion: Mein Leben mit Büchern

#Buchpassion: Mein Leben mit Büchern

„Schau doch mal aus dem Fenster!“, sagte meine Mutter früher, wenn wir mit dem Auto unterwegs waren, um die Großeltern zu besuchen. Aber ich hatte besseres zu tun: Ich musste Lesen. Und so ist es immer noch. Naja, zumindest fast immer.

#Buchpassion beim Tulpentopf
#Buchpassion beim Tulpentopf

Vier bis fünf Stunden dauerten diese Fahrten vom Harz nach Sachsen damals noch. Währenddessen lag ich auf dem Rücksitz unseres Ladas (ja, das ging damals) und steckte die Nase in irgendein Buch. Das gehörte für mich einfach dazu.

Einmal habe ich meine Oma auch mächtig verwirrt. Ich war zwei Wochen bei ihr zu Besuch, schlief immer bis mittags und war dann immer noch müde. Sie hätte mich beinahe deswegen zum Arzt geschleift. Aber mir ging es gut, denn ich machte mir einfach einen Spaß daraus, bis zum Morgengrauen zu lesen.

Heimlich natürlich. Wohl aber fast genauso heimlich wie heute meine Kinder abends noch schmökern, wenn sie eigentlich schon schlafen sollen. Der Kopf von der Großen schaut dann noch lange über den Rand des Hochbetts und beim Junior finde ich jeden Morgen ein zwei Bücher mehr im Bett.

Ich lasse sie. So wie Bücher bis heute mein Zufluchtsort sind, wenn das eigene Leben nervt, stresst oder einfach nicht nach Plan verläuft – genauso entspannen meine Kinder inzwischen selbst mit den Geschichten, die sie lesen.

Und das macht mich glücklich. Denn es wird immer Leute geben, die Geschichten schreiben. Wunderbare, herzerwärmende, gruselige, spannende, lustige, verstehende Geschichten. Geschichten, in denen sich meine Kinder wiederfinden werden.

Geschichten, die einem ganz allein gehören, in dem Moment, wo man sie liest. Für niemanden sonst sehen die Helden, Bösewichte, Erwachsenen, Kinder und Tiere so aus, wie für den, der gerade ihre Geschichte liest. Nur für diesen Leser haben sie diese eine Stimme, dieses besondere Lächeln.

Es macht mich glücklich, dass meine Kinder diesen Zauber entdeckt haben. Und ich vermisse ihn, wenn ich selbst keine Zeit und/oder keine Nerven habe, um mich auf ein Buch und seine Geschichte einzulassen.

So wie in den letzten drei Wochen. Da haben mich der Start des neuen Schuljahres, der zehnte Geburtstag meines großen Mädchens und die erste Prüfung im Fernstudium vom Lesen abgehalten. Aber jetzt habe ich wieder ein Buch angefangen und merke, wie ich beim Lesen wieder „runterkomme“, Kraft tanke, zufriedener werde.

Und darauf mag ich nicht verzichten.


Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Aktion #Buchpassion: Mein Bekenntnis zum Buch. von Janine. Was es damit auf sich hat und wer noch alles mitmacht, findet ihr auf ihrem Blog Kapri-zioes – Der Bücher- und Literaturblog.

 

10 Kommentare

  1. Liebe Tina,

    ich danke dir für deinen Beitrag! Mich lässt Lesen auch immer „Runterkommen“. Das ist schön. Egal, wie aufregend der Tag war, wer mich wieder zur Weißglut gebracht hat oder welche Hürden sich mir in den Weg stellten – wenn ich ein Buch aufmache und beginne zu lesen, dann ist das alles nicht mehr schlimm.

    Viele Grüße,
    Janine

    • Hallo Janine,
      genau deswegen ist deine Aktion so wichtig: So kann man anderen einen Weg zeigen, mit dem alltäglichen Stress umzugehen. Ich hoffe, dieses erste Mal ist für die #Buchpassion nur der Anfang.

      LG Tina

  2. Toll, dass deine Kinder die Leidenschaft fürs Lesen übernommen haben. Und das du sie lässt und nicht zum Schlafen zwingst 😉 Es gibt nicht besseres, als als Kind im Bett noch heimlich zu lesen. Das waren immer die besten Bücher, die man so halb unter der Bettdecke und mit einer Hand am Lichtschalter verschlungen hat.
    LG Lexa

    • Ja, das stimmt. Ich hing immer irgendwie ganz verquer im Bett und habe beim Schein der Straßenlaterne gelesen. Ungesund, aber gut für die Seele.

  3. Liebe Tina,

    ich finde es auch immer wieder schön, an meinen Kindern die gleiche Leidenschaft für Bücher festzustellen, die ich auch in mir trage. Und die Erfahrung, dass sie nichts Schlimmes ist, sondern etwas Wunderbares. Danke für deinen Beitrag.
    LG

  4. Ich bin neidisch auf deine Kinder. Ich habe tatsächlich nur in der Schule und in den Sommerferien wirklich gelesen. Meine Eltern lesen beide nicht und haben das deswegen auch nicht wirklich unterstützt. Nur meine Halbschwester hat das gemacht und da ich entweder kurz vor den Sommerferien oder am Anfang der Sommerferien Geburtstag hatte, gab es da dann immer ein Buch für mich.

    • Ich fände es furchtbar, wenn ich sie zum Lesen zwingen müsste. Oder es keine Möglichkeiten gäbe, ihnen Lesestoff zu besorgen. Aber selbst wenn es finanziell eng ist, gibt es bei uns die Bücherei. Da müssen wir so oder so mindestens einmal im Monat hin. Sonst gibt es Beschwerden von den beiden.

  5. Als Kind hat mich lesen richtig genervt. Erst als ich von der Schule ging, habe ich die Liebe zum Lesen entdeckt. Ich hoffe dass unsere Tochter die Liebe fürs lesen früher entdeckt. Herzlichen Dank für den geheimnisvollen Einblick in Deine Lesegewohnheiten;-)
    Liebe Grüße
    Helga

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