Buch: „Zone C“ von Sebastian Caspar

Buch: „Zone C“ von Sebastian Caspar

Eine Geschichte über Chrystal Meth

Chrystal Meth ist billig, sieht harmlos aus und macht glücklich und leistungsfähig. Gleichtzeitig macht es kaputt. Nicht nur den eigenen Körper, sondern auch alles drumherum, was einem lieb und teuer ist. Sebastian Caspar hat ein Buch darüber geschrieben.

"Zone C" beim ©KLAK Verlag
„Zone C“ beim ©KLAK Verlag

Zum Inhalt:
Eine Kleinstadt irgendwo im Osten Deutschlands. Zwischen Plattenbauten, verwaisten Einkaufscentern und miesen Jobs sucht Sten nach einem Weg aus der Einsamkeit. Sein Vater hat die Familie für eine neue Zukunft mit einer Asiatin verlassen, seine Mutter hat mit sich selbst genug zu tun. Seine große Liebe Asic ging zum Studieren in den Westen.

Für Sten gibt es nur ein Mittel gegen die Einsamkeit: Chrystal Meth. Inzwischen braucht er es, um überhaupt den Tag zu überstehen. Er zieht es sich so oft durch die Nase, wie andere das Kaugummi wechseln. Zwischendurch gibt es Schmerztabletten, kleine Wunderpillen oder einen Joint.

Und Sten kennt niemanden, der clean ist. Seine Freunde sind höchstens noch kaputter als er. Kumar hat ständig Liebeskummer, weil seine Freundin sich für den Stoff an die Männer im Asylantenheim verkauft. Mit Vivien trifft er sich nur, um auf Chrystal die Nacht durchzuvögeln. Und Monti ist ein ganz spezieller Freund.

Meine Meinung:
„Zone C“ malt ein düsteres Bild von der Jugend im Osten. Für manchen wird sich die Geschichte daher lesen wie eine Dystopie. Aber es gibt sie, die vergessenen Städte mit verfallenen Häusern statt blühenden Landschaften. Und ich glaube nicht, dass sie nur im Osten zu finden sind.

Chrystal Meth ist mein Albtraum als Mutter. Billig, harmlos im Aussehen und von umwerfender Wirkung. Genau diese beschreibt Sebastian Caspar äußerst bildhaft. Dabei liegt der Fokus allerdings vor allem auf den Grad der Abhängigkeit und die Wahrnehmung auf Droge.

Der Verfall des Körpers kommt nur hier und da durch. Weil aber das kaputte Umfeld von Sten eh schon als gegeben dargestellt wird, fällt es schwer, dies mit Chrystal Meth in Verbindung zu bringen. Die Droge scheint einfach dazu zu gehören.

Hinzu kommt, dass der Autor einen wirklich poetischen Schreibstil hat. Mit fast schon blumigen Worten werden einzelne Momente in die Länge gezogen und ausgeschmückt. Mag sein, dass es die Wahrnehmung auf Chrystal so gut beschreibt. Verbunden mit der stellenweise recht rotzigen Jugendsprache, bleibt der Stil gewöhnungsbedürftig.

Mein Fazit:
„Zone C“ hätte ein Buch zur Abschreckung und Aufklärung sein können. Jedoch wird sich ein Mensch mit halbwegs gefestigtem Leben und „normalem“ umfeld kaum in der Hauptfigur wiederfinden. Dabei ist das gerade gefährlich: Zu glauben, dass einem das nicht so passieren kann.

Infos zum Buch:
Titel: Zone C
Autor: Sebastian Caspar
Verlag: KLAK Verlag
ISBN: 978-3-943767-23-0

Eine Geschichte über Chrystal Meth Chrystal Meth ist billig, sieht harmlos aus und macht glücklich und leistungsfähig. Gleichtzeitig macht es kaputt. Nicht nur den eigenen Körper, sondern auch alles drumherum, was einem lieb und teuer ist. Sebastian Caspar hat ein Buch darüber geschrieben. Zum Inhalt: Eine Kleinstadt irgendwo im Osten Deutschlands. Zwischen Plattenbauten, verwaisten Einkaufscentern und miesen Jobs sucht Sten nach einem Weg aus der Einsamkeit. Sein Vater hat die Familie für eine neue Zukunft mit einer Asiatin verlassen, seine Mutter hat mit sich selbst genug zu tun. Seine große Liebe Asic ging zum Studieren in den Westen. Für Sten…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Düstere Geschichte einer Drogen- sucht

Chrystal Meth ist gefährlich für jeden. Leider kommt eben das in dieser Geschichte viel zu kurz. Vielleicht hätte man hier weniger Wert auf poetischen Schreibstil und mehr auf die Zerstörung selbst gefestigter Persönlichkeiten legen sollen. Schade drum bei so einem wichtigen Thema.

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