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Buch: „Zeit der Schwalben“ von Nikola Scott

Ausgerechnet am ersten Todestag von Adeles Mutter steht diese Frau vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein. Wenn stimmt was sie sagt, ist sie nicht nur Adeles Schwester, sondern ihr verschollener Zwilling. Das Baby, von dem niemand etwas wusste. Oder doch?

"Zeit der Schwalben" bei ©rororo
„Zeit der Schwalben“ bei ©rororo

Zum Inhalt:
Ist Phoebe ihre Schwester? Während ihre ach so perfekte Schwester Venetia auch nur den Gedanken daran verabscheut, kommen Adele Zweifel. Denn es ist noch keine Stunde her, dass sie den merkwürdigen Anruf eines Privatdetektivs abgefangen hat, der ihr – oder besser ihrer Mutter – etwas von ersten Ermittlungserfolgen bezüglich des zweiten Babys mitteilen wollte.

So gern die Familie Harington nun wieder zum Alltag übergehen würde, so schwer lässt sich Phoebe abschütteln. Sie taucht in Adeles Bäckerei auf und stellt haarsträubende Theorien auf. Hat Adeles Mutter Zwillinge bekommen und eins der Mädchen freiwillig fort gegeben? War Adele deshalb nie gut genug für ihre Mutter? Und wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn Phoebe statt Adele hier groß geworden wäre und nicht in der spießigen Kleinstadt?

Phoebes Tatendrang führt die beiden Schwestern auf die Spuren ihrer Mutter. Dabei haben sie nicht viel mehr als ein Foto von ihrem Vielleicht-Vater und einem Schwangerschaftstagebuch. Nach und nach finden Phoebe und Adele zu einem freundschaftlichen Verhältnis zueinander. Doch können sie auch das Rätsel um ihre Lebenswege lösen?

Meine Meinung:
„Zeit der Schwalben“ wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen aus der Sicht der Schwestern, die anhand von Fotos, Notizen Ihrer Mutter und dem Bericht von Adeles Adoptivmutter versuchen, die Umstände ihrer Geburt nachzuvollziehen. Über diesen Nachforschungen steht für beide stets die Frage, ob ihre Mutter wirklich nur eins der Babys wollte und warum denn nicht beide.

Die andere Sicht bekommt man in Form des Tagebuchs der Mutter Elisabeth. Dies setzt beim Tod von deren Mutter an. Da war Elisabeth gerade 17, erlebte einen traumhaft leichten Sommer und die erste Liebe. Jung und naiv wird sie ungewollt schwanger. Und das bedeutet im England der 1950er Jahre nichts Gutes: Es gibt Heime für die schwangeren Frauen, wo sie ihre Sünden abarbeiten sollen und die Geburt findet unter unmenschlichen Bedingungen statt. Die Babys werden in der Regel alle zur Adoption freigegeben.

Mein Fazit:
Nikola Scott hat auf fünfhundert Seite den ungewollt schwangeren Frauen dieser Zeit ein Denkmal gesetzt. Egal, wie diese unehelichen Kinder zustande kamen: Die Frauen hatten Schuld und mussten die Konsequenzen tragen. „Zeit der Schwalben“ liest sich dabei flüssig und ließ mich in eine Zeit eintauchen, die man als allein erziehende Mutter nicht erleben möchte.

Infos zum Buch:
Titel: Zeit der Schwalben
Autorin: Nikola Scott
Aus dem Englischen von Nicole Seifert
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-29145-6

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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