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Buch: „Wie man die Zeit anhält“ von Matt Haig

Es gibt Momente im Leben, da wüsste man zu gern, wie man die Zeit anhält. Tom Hazard würde ihr manchmal lieber einen ordentlichen Schubs geben, damit die Uhren sich schneller drehen und er endlich altern kann wie jeder andere auch. Aber die anderen, die wären dann echte Eintagsfliegen.

"Wie man die Zeit anhält" beim ©dtv Verlag
„Wie man die Zeit anhält“ beim ©dtv Verlag

Zum Inhalt:
Tom wurde im Jahr 1581 geboren. Trotzdem sieht er heute aus wie ein Mann Anfang 40. Tom altert nicht wie normale Menschen: Seit seinem 13. Lebensjahr zählt für ihn ein Lebensjahr so viel wie 15 für die anderen. Deshalb ist er gezwungen, alle paar Jahre die Identität zu wechseln, ein neues Leben zu beginnen, von vorn anzufangen.

Das hat seine Vor- und Nachteile.

Einerseits ist er berühmten Persönlichkeiten begegnet. Shakespeare zum Beispiel oder Charlie Chaplin. Anderseits ist jede Freundschaft oder gar Beziehung mit „normalen“ Menschen quasi unmöglich. Selbst wenn Toms Geheimnis für sie kein Problem ist, fangen doch die Leute im Umfeld früher oder später an zu tuscheln.

Meist bleibt es nicht dabei. Ging die Gefahr früher von Hexenprozessen aus, so sind es heute skrupellose Forscher auf der Suche nach dem Elixier fürs ewige Leben, die in Tom ein lebensunwürdiges Wesen oder ein Experiment sehen würden.

Doch die Liebe interessiert sich nicht für sensationshungrige Nachbarn. Und auch nicht für die Gesellschaft, die ihre Albatrosse schützt und von den sogenannten Eintagsfliegen fernhalten will. Die Liebe landet, wo sie will.

Meine Meinung:
„Wie man die Zeit anhält“ erzählt von einem, der quasi unsterblich ist. Zumindest hat Tom die besten Voraussetzungen, ein biblisches Alter zu erreichen. Das ist Segen und Fluch zugleich. Matt Haig lässt seine Hauptfigur daran verzweifeln.

So atmet die Geschichte Melancholie und Weisheit: Philosophische Gedanken über Tod, Liebe, Vergänglichkeit, Krieg, den Werdegang der Menschheit, den Sinn des Lebens und natürlich über die Liebe. Dazwischen finden Sich Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Literatur, Film, Wissenschaft und Geschichte allgemein. Das lockert das Buch zum Glück ein wenig auf.

Mein Fazit:
Leider reicht das nicht. „Wie man die Zeit anhält“ erinnert mich trotz aller Gegenwehr an „Interview mit einem Vampir“. Die zentrale Figur versinkt zu oft in philosophischen Gedanken und Weltschmerz. Der Lernprozess ist zwar erkennbar, doch viel zu langsam, um mir den Hauptcharakter sympatisch werden zu lassen.

Infos zum Buch:
Titel: Wie man die Zeit anhält
Autor: Matt Haig
Deutsch von Sophie Zeitz
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28167-6

Dieses Buch wurde uns als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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