Buch: „Weit weg ist anders“ von Sarah Schmidt

Buch: „Weit weg ist anders“ von Sarah Schmidt

Manche freuen sich aufs Alter, weil sie dann schrullig und mürrisch werden dürfen. Andere sind das schon ihr Leben lang. So wie Edith. Und ganz und gar nicht so wie Christel. Das ungleiche Paar erlebt trotzdem so einiges zusammen.

"Weit weg ist anders" bei ©Suhrkamp Insel
„Weit weg ist anders“ bei ©Suhrkamp Insel

Zum Inhalt:
Edith Scholz ist eine waschechte Berliner Schnauze. Daran ändern auch eine neue Hüfte und die Ostsee nichts. Das bekommt ihre Zimmernachbarin in der Kurklinik gleich bei der ersten Begegnung zu spüren.

Dabei hat es Christel nur gut gemeint. Die wohlhabende Frau aus Husum mit Vorliebe für Esoterik soll auf Usedom neue Kraft gegen ihre Nervenkrankheit schöpfen. Leider raubt ihr ihre Tochter Kim aber immer wieder den letzten Nerv. Wenn es nach ihr ginge, würde Christel endlich in ein Seniorenheim ziehen.

Nach der Kur wird es beiden zu bunt.

Die eine hat eine Dauerbaustelle im Haus, die andere eine hartnäckige Tochter. Also tun sie sich zusammen, erzählen eine haarsträubende Ausrede für die gemeinsame Reise und weg sind sie.

Natürlich nicht sonderlich weit. Aber immer noch weit genug weg von Zuhause, um andere Lust zu atmen, berühmte Orte (wenn auch nur in Baden-Baden) zu sehen und sogar ins Casino zu gehen. Bis ihnen das Geld ausgeht und sie trickreich die Flucht ergreifen.

Aber wird Christel das überleben?

Meine Meinung:
„Weit weg ist anders“ schien mir auf den ersten Blick ein amüsanter Roadtrip zu sein. Gerade weil die beiden alten Damen so unterschiedlich sind, erwartete ich lustige Dialoge, schöne Situationskomik und eben Omis, die noch mal die Sau raus lassen.

Stattdessen geht es von Husum nach Baden-Baden. Und abgesehen von der abschließenden Fahrt nach Berlin war es das dann auch schon. Der Titel ist also wörtlich zu nehmen: Weit weg ist anders.

Unterhaltsam ist allerdings auch anders. Husum ist sicher ein nettes Städtchen. Baden-Baden schaue ich mir vielleicht auch irgendwann mal an – wenn ich 80 bin oder so. Offensichtlich bin ich aber zu jung, um mich an Beschreibungen der Attraktionen dieser Orte zu erfreuen.

Leider gibt auch der Schreibstil nicht allzu viel her. Die Auswahl der Kleidung, jeder Kaffee und beinahe jeder Weg wird beschrieben. Dazu das ganze Hin und Her der Gedanken aus den Köpfen der beiden Frauen. Die eine dabei schnodderig und direkt, die andere sich dauernd entschuldigend.

Mein Fazit:
Vielleicht bin ich für „Weit weg ist anders“ einfach noch zu jung. Vielleicht ist dieses Buch aber auch einfach nur mittelmäßig. Sehr viel Spaß hatte ich beim Lesen jedenfalls nicht. Was schade ist, denn die Idee hinter der Geschichte hatte sehr viel Potenzial.

Infos zum Buch:
Titel: Weit weg ist anders
Autorin: Sarah Schmidt
Verlag: Suhrkamp Insel
ISBN: 978-3-458-36256-2

*Dieses Buch wurde uns als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.*

Manche freuen sich aufs Alter, weil sie dann schrullig und mürrisch werden dürfen. Andere sind das schon ihr Leben lang. So wie Edith. Und ganz und gar nicht so wie Christel. Das ungleiche Paar erlebt trotzdem so einiges zusammen. Zum Inhalt: Edith Scholz ist eine waschechte Berliner Schnauze. Daran ändern auch eine neue Hüfte und die Ostsee nichts. Das bekommt ihre Zimmernachbarin in der Kurklinik gleich bei der ersten Begegnung zu spüren. Dabei hat es Christel nur gut gemeint. Die wohlhabende Frau aus Husum mit Vorliebe für Esoterik soll auf Usedom neue Kraft gegen ihre Nervenkrankheit schöpfen. Leider raubt ihr ihre…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Kaffeefahrt

Zwei alten Damen, die nicht unterschiedlicher sein könnten und sich nicht einmal sonderlich gut leiden können, gehen gemeinsam auf Reisen. Das klingt nach einem humorvollen Roadtrip. Leider verfehlt die Autorin mit ihrem Schreibstil und der inhaltlichen Umsetzung das Ziel.

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