Buch: „UnGlückstadt – Hölle Heim“ von Gerd Meyer

Das Leben von Gerd Meyer

Der underDog Verlag ist der Verlag für alle, die es im Leben nicht nur ein bisschen schwer hatten, sondern Erschreckendes durchgemacht haben. So auch Gerd Meyer, der mit gerade mal elf Jahren in der Hölle Heim landete. In seinem Buch berichtet er über sein Leben.

"UnGlückstadt - Hölle Heim" beim ©underDog Verlag

„UnGlückstadt – Hölle Heim“ beim ©underDog Verlag

Zum Inhalt:
Gerd Meyer wird im Dezember 1951 geboren. Elf Jahre später ist er Vollwaise. Die Tante will nur seine Schwester aufnehmen und so landet er im Heim. Zwei Pflegefamilien nehmen ihn auf. Die eine, um so ans Geld für den Alkohol zu kommen, die andere will den zu früh gestorbenen Sohn ersetzen.

Beides geht nicht gut. Aber weder Jugendamt noch Polizei noch Heimleitung wollen ihm zuhören, wenn er von Misshandlungen in Pflegefamilien spricht. Deshalb haut er ab, erlebt die erste große Liebe und eine kurze Freiheit.

Doch wenn man einmal abgehauen ist, gilt man bald als „schwer erziehbar“. Aus dieser Schublade kommt Gerd nicht wieder heraus. Weil er sich gegen Ungerechtigkeiten auflehnt, darum kämpft, dass man ihm glaubt und den Stempel des unglaubwürdigen Versagers nicht akzeptieren will.

Die Spirale dreht sich weiter – abwärts. Am Ende kommt er ins berüchtigte Landesfürsorgeheim Glückstatt. Berüchtigt, weil dort Willkür der Erzieher herrscht. Wer nicht spurt, kommt in den Bunker. Weswegen, wie lange und unter welchen Bedingungen entscheiden die „Erzieher“.

Auch nach der Entlassung bleibt Gerds Leben vom Heim geprägt. Anderen Menschen vertrauen, sich auf ihre Wünsche einlassen und an das eigene Glück zu glauben, fällt ihm schwer. So scheitern mehrere Beziehungen. Aber er gibt nicht auf.

Und irgendwann setzt er sich hin und schreibt dieses Buch.

Meine Meinung:
„UnGlückstadt – Hölle Heim“ ist harte Kost. Es klingt unglaublich, was Gerd Meyer da in staatlichen Einrichtungen widerfahren ist, während die meisten anderen seelenruhig ihr gut bürgerliches Leben lebten.

Wenn er von Einzelhaft im Bunker spricht, von Knochenarbeit für ein Päckchen Tabak und Damenbinden in der Suppe. Wenn er von herablassenden Kommentaren erzählt und von dem Misstrauen und den Vorurteilen der „normalen“ Menschen Ja dann möchte man das Buch eigentlich am liebsten weglegen.

Weg legen, beiseite schieben, an etwas anderes denken. Das werden die tun, die sich nicht mit diesem schwierigen Schicksal beschäftigen wollen. Und jene, die ein Buch vor allem wegen schöngeistiger Wortwahl lesen. Gerd Meyers Sprache manchmal etwas ungelenk, dafür aber klar und gerade heraus.

Mein Fazit:
„UnGlückstadt – Hölle Heim“ macht den underDogs alle Ehre. Gerd Meyers Schicksal ist all das, was man seinen Kindern nicht wünscht. Das wird viele davon abhalten, dieses Buch zu lesen. Aber wer bereit für unbequeme Tatsachen ist und über sprachliche Schnitzer hinwegsehen kann, wird hier mit einer echten Lebensgeschichte belohnt.

Infos zum Buch:
Titel: UnGlückstadt – Hölle Heim
Autor: Gerd Meyer
Verlag: underDog Verlag
ISBN:978-3981425765

Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft.

Das Leben von Gerd Meyer Der underDog Verlag ist der Verlag für alle, die es im Leben nicht nur ein bisschen schwer hatten, sondern Erschreckendes durchgemacht haben. So auch Gerd Meyer, der mit gerade mal elf Jahren in der Hölle Heim landete. In seinem Buch berichtet er über sein Leben. Zum Inhalt: Gerd Meyer wird im Dezember 1951 geboren. Elf Jahre später ist er Vollwaise. Die Tante will nur seine Schwester aufnehmen und so landet er im Heim. Zwei Pflegefamilien nehmen ihn auf. Die eine, um so ans Geld für den Alkohol zu kommen, die andere will den zu früh gestorbenen…
Dieses Buch ist sprachlich gesehen kein Meisterwerk. Auch für die Geschichte würde ich nur wenige Sterne vergeben. Wenn, ja, wenn die Geschichte erfunden wäre. Leider ist sie so passiert. und ein Schicksal fragt nicht danach, ob es sich spannend lesen würde. Es passiert einfach. Gerd Meyer ist da hier passiert. Leider.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Harte Kost.

Dieses Buch ist sprachlich gesehen kein Meisterwerk. Auch für die Geschichte würde ich nur wenige Sterne vergeben. Wenn, ja, wenn die Geschichte erfunden wäre. Leider ist sie so passiert. und ein Schicksal fragt nicht danach, ob es sich spannend lesen würde. Es passiert einfach. Gerd Meyer ist da hier passiert. Leider.

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