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Buch: „Sternschanze“ von Ildikó von Kürthy

Was passiert, wenn man als Ottonormalpaar plötzlich in die High Society aufsteigst? Was wenn dann nur ein Partner sich in dieser Welt scheinbar mühelos zurechtfindet? Nicki jedenfalls hat so ihre Probleme damit. Denn irgendwie ist sie nie perfekt genug, um wirklich zu den anderen Frauen zu passen. Und ihre Ehe fühlt sich nur noch fremd an. Aber selbst nach einem erstklassigen Debakel ist sie sich nicht sicher, ob sie ihre Ehe wirklich aufgeben will.

"Sternschanze" bei ©rowohlt
„Sternschanze“ bei ©rowohlt

Zum Inhalt:
Es ist Silvester und die erste Einladung zu einer Party beim Arbeitgeber ihres Mannes. Eine Kostümparty soll es sein und Nicki ist hellauf begeistert. Aber irgendwie hat sie das Thema „Helden der Kindheit“ wohl falsch interpretiert und steht als Biene Maja extrem dumm da. Bevor sie sich und ihren Mann komplett zum Gespött der ach so wichtigen Leute macht, verkriecht sie sich mit einer Magnumflasche Champagner in dem großen Haus.

Irgendwann kommt sie auf die blöde Idee, ihren Geliebten anzurufen und diesem ihre großen Gefühle zu gestehen. Dumm nur, dass sie das ausgerechnet neben einem Babyfone tut und die frohe Botschaft somit life in die rauschende Party hineinsäuselt. Ab diesem Moment ist sie so gut wie geschieden, zieht noch in dieser Nacht ins Motel an der Tankstelle, wo sie ihre Wunden leckt.

Da hat sie eine Menge zu tun, denn ihre Ehe ist vorbei. Genau wie die Affäre mit Tom, denn die funktioniert auch nur ohne (drohende) Verpflichtungen. Bei ihrer Ehe ist sie sich gar nicht so sicher, ob sie die halten will. Aber die Affäre will sie nicht aufgeben. Also tut sie Tom gegenüber so, als wäre sie weiterhin die verheiratete Frau, die gar nichts Ernstes wollen darf.

Aber auf ewig kann sich sich nicht im Motel verkriechen. Durch einen Zufall landet sie bei Erdal, einem ebenso exzentrischen wie erfolgreichen Caterer mit der ein oder anderen psychischen Macke. Der lebt mit einem Ex-Bodyguard, ihren beiden Söhnen und der Leihmutter zusammen. Nicki wird quasi in diese Familie hinein adoptiert und darf auch gleich bei Erdals Catering-Firma mitarbeiten. Aus Hochzeitsplanerin in der High Society trifft sie dabei auf alte „Freundinnen“.

Meine Meinung:
Ich erinnere mich bis heute sehr gut an die ersten Seiten aus Kürthys „Mondscheintarif“. Dort stellte ihre Protagonistin fest, dass die wahre Problemzone der Frau ihre Füße sind. Das war erfrischend. So wirklich viel geändert hat Kürthy an ihrem Schreibstil nicht. Leider sind ihre Ideen inzwischen weniger originell.

„Sternschanze“ jedenfalls strotzt vor Klischees. Angefangen bei den Schönen und Reichen von der Alster über den exzentrischen Schwulen, der Nicki unter seine Fittiche nimmt bis hin zu den Katastrophen sind Charaktere und Handlungen Schubladendenken deluxe.

Nun könnte man einwenden, dass es sich bei Kürthys Schreibe von jeher um leichte Kost handelt. Ja, das stimmt auch, aber deshalb sollte es nicht unbedingt so wahnsinnig abgedroschen sein. Oder durchsetzt von philosophischen Betrachtungen über den Sinn und Unsinn, durch den sich Paare auseinanderleben. Als könne sich die Autorin nicht entscheiden, ob sie nun ein lustiges Buch schreiben will oder dann doch lieber mal eine ernste Geschichte.

Denn immerhin spielt auch der Tod von geliebten Menschen und eine Fehlgeburt eine Rolle. Und deren Verarbeitung, wobei nun wieder ausgerechnet der zukünftige Exmann helfen soll. Die Frage, die sich da stellt: Wäre so viel Drama nötig gewesen oder hätten es zwei, drei überraschend witzige Wendungen auch getan, um aus der Geschichte ein Buch zu machen.

Mein Fazit:
„Sternschanze“ ist ein typischer Kürthy-Roman. Leider kommt er nicht so leicht und unterhaltsam daher, wie man es von den Vorgängern gewohnt ist. Das ist sehr schade, denn die Figuren sind so voller Klischees, dass sie eben auch nicht wirklich witzig sind. Von daher kann man dieses Buch durchaus mal gelesen haben. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn man es verpasst hat.

Infos zum Buch:
Titel: Sternschanze
Autorin: Ildikó von Kürthy
Verlag: rowohlt
ISBN: 978-3499266904

Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Naja...

Halb lustig, halb nachdenklich ist eben nur halb gut.

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