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Buch: „Schattenwanderer“ von Alexey Pehov

„Schattenwanderer“ ist der erste Teil von drein der Siala Chroniken. In dem Bestseller aus Russland geht es um einen Meisterdieb, der das Böse aufhalten soll. Und auch sonst enthält bereits Teil eins der Trilogie alles, was man für einen guten Fantasy-Roman braucht: Elfen, Zwerge, Gnome, Oger und Orks. Und etwas Namenloses, dass sich anschickt, die Welt erst zu zerstören und dannin herrlichster Dunkelheit zu regieren. Klingt nach „Herr der Ringe“, hat auch Ähnlichkeiten, ist meiner Meinung aber sogar besser. Bis jetzt!

Schattenwanderer
Schattenwanderer bei ©Piper

Inhalt:
Der Meisterdieb Garrett, genannt „der Schatten“, erhält einen sehr gut bezahlten Auftrag. Er bekommt auch sein Geld für den gelungenen Raubzug – und obendrein eine Aufgabe, die einem Todeskommando gleichkommt. Da der Unaussprechliche immer mehr an Macht gewinnt, ist es Zeit, das magische Horn des Regenbogens neu aufzuladen. Dumm nur, dass dieses nicht irgendwo aufbewahrt wird, sondern an einem Ort, an dem die verschiedensten magischen Wesen ihre Toten zur letzten Ruhe gebettet haben: den Beinernen Palästen. Klar, dass das kein Spaziergang wird.

Deshalb muss Garrett auch zuerst ins Verbotene Viertel der Stadt Awendum, um eine Karte der Beinernen Paläste zu besorgen. Das Verbotene Viertel hat seinen Namen jedoch auch nicht umsonst, denn wer es betritt ist bereits so gut wie tot: Gefressen von Untoten oder zu Tode gebrutzelt von der aufgehenden Sonne. Von der Magie an diesem Ort und dem Feind, der mehr als einmal schneller vorankommt als Garrett, mal ganz zu schweigen.

Noch bevor sich der Meisterdieb schließlich auf den Weg machen kann, wird sogar der Königspalast überfallen. Es ist also höchste Eile geboten. Und so macht sich der Meisterdieb zusammen mit einer Elite-Einheit königstreuer Soldaten, drei Elfen und dem Narren des Königs auf den Weg zu den Beinernen Palästen, um das Horn des Regenbogens nach Awendum zu bringen. Unterwegs lauern immer wieder Gefahren, die mindestens so magisch, halsbrecherisch und abenteuerlich sind, wie Garretts Ausflug ins Verbotene Viertel.

Meine Meinung:
Seit „Herr der Ringe“ hatte ich eigentlich keine Lust mehr auf Fantasy. Dass in dieser Geschichte mal wieder die alten Bekannten (Elfen, Orks, Magier) auftauchen, hätte mich beinahe auch von diesem Buch abgeschreckt. Was mich letztlich neugierig gemacht hat, war zum einen die Herkunft und zum anderen das Cover. Zum einen war ich neugierig, wie denn ein Fantasy-Bestseller mit Orks, Elfen und allem pipapo aus Russland daherkommt. Und zum anderen lockte die neue Ausgabe der kompletten Schatten-Trilogie mit Dynamik, finsterem Layout und einem ansehnlichen Helden.

Aber das allein macht ja noch kein gutes Buch. Eine gelungene Erzählweise dagegen schon. Und Alexey Pehov versteht es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Bei mir, dem Fantasy-Skeptiker, hat es jedenfalls geklappt. Dass dann Orks, Oger, Zwerge, Gnome und Elfen nicht unbedingt so beschreiben wurden, wie man das von „Herr der Ringe“ kennt, fand ich sehr erholsam. Sie haben rein äußerlich und auch vom Charakter eher wenig mit Legolas, Gimli und Co gemeinsam.

Die Hauptfigur Garrett der Schatten ist ein Held, der offensichtlich zu ironischen Wortspielen neigt. Zumindest liest sich die Geschichte so, die ja aus Garretts Perspektive in der Ich-Form erzählt wird. Hin und wieder nervt seine übertriebene Ausdrucksweise. Vor allem, wenn er mal wieder einen Kampf auszufechten hat, bei dem er seiner Meinung nach mit Sicherheit sterben wird. Weil es kein schrecklicheres Vieh im Umkreis von 100 Leagues gibt, als das, welches ihm gerade jetzt gegenüber steht. Der absolut sichere Tod droht ihm stellenweise einfach zu oft. Doch gegen Ende des ersten Teils gibt sich dieser Drang zur Superlative wieder und die Geschichte findet auf ihr hohes Niveau zurück.

Es ist übrigens ein feiner Zug, dass Garrett viele relevante Ereignisse der Vergangenheit in seinen Träumen erlebt. Wie er immer wieder feststellen muss, haben sich die bekannten Legenden haargenau so zugetragen, wie er sie in seinen Träumen hautnah erlebt.Das macht die Geschichte selbst verständlicher, was auch nötig ist. Denn Awendum blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück und befindet sich in einer Welt, die nicht mit unserer vergleich bar ist. Aber sonst wäre es ja auch nicht Fantasy!

Mein Fazit:
Was bin ich froh, dass ich die kompletten Siala-Chroniken vorliegen habe. So muss ich nicht auf das nächste Buch warten und kann gleich ins nächste große Abenteuer starten. Und ich brenne darauf, weiter zu lesen. Mehr muss ich dazu eigentlich nicht sagen. Höchstens noch: Danke Herr Pehov, sie haben das Genre Fantasy für mich als Leseratte gerettet. Denn die Siala-Chroniken werden sicher nicht die letzten Fantasy-Geschichten sein, die ich Zukunft lese. Volle Sternzahl dafür.

Infos zum Autor (laut Verlag):
Alexey Pehov, geboren 1978 in Moskau, studierte Medizin. Seine wahre Leidenschaft gilt jedoch dem Schreiben von Fantasy- und Science-Fiction-Romanen. Er ist neben Sergej Lukianenko der erfolgreichste phantastische Schriftsteller Russlands. »Die Chroniken von Siala« wurden zu millionenfach verkauften, mit mehreren Preisen ausgezeichneten Bestsellern. Zuletzt erschien seine neue Serie »Die Chroniken von Hara«. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, die ebenfalls Schriftstellerin ist, lebt Pehov in Moskau.

Infos zum Buch:
Titel: Schattenwanderer – Die Chroniken von Siala I
Autor: Alexey Pehov
Übersetzt von: Christiane Pöhlmann
ISBN: 978-3-492-26802-8

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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