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Buch: „Sayumi – Sayu Smiles“ von Sadako

Sayumi klingt japanisch, doch mit Japan hat diese Geschichte kaum etwas zu tun. Vielmehr erzählt sie von einem Vater, der seine Tochter für die Wissenschaft opfert. Damit zerstört er jedoch nicht nur seine Familie, sondern beschwört etwas Monströses herauf. Etwas, dass mit seiner Tochter Sayumi in direkter Verbindung steht. Etwas, dass diese Tochter wertvoll macht und gleichzeitig dazu führt, dass sie beseitigt werden muss. Dass jedoch ist gar nicht so einfach.

Sayumi - Sayu Smiles
Sayumi – Sayu Smiles bei ©Verlag3.0

Zum Inhalt:
Sayumi ist 8 Jahr alt, als sie aus einem Krankenhaus verschwindet. Während Mutter und Schwester keine Ahnung haben, was vor sich geht, weiß Sayumis Vater mehr als er zugeben will. Sayumi selbst wacht erst mit etwa 12 aus einer Art Bewusstseinsstarre auf. An die Jahre dazwischen kann sie sich nicht erinnern. Doch das ist nicht das Schlimmste: Der Ort, an dem sie sich befindet, ist ein Gefängnis für sie. Immer wieder werden Tests an ihr durchgeführt, die sie nicht versteht. So etwas wie Familie kennt sie nicht mehr. Und das Tageslicht sieht sie nur noch alle paar Tage. Und dann sind da noch die grausamen Todesfälle, die immer dann passieren, wenn man Sayumi bedroht oder etwas antun will.

Wieder macht die Geschichte einen Sprung. Sayumi ist nun 16, lebt mit ihrem Vater zusammen in ihrer Heimatstadt und geht ganz normal zur Schule. Ihre japanische Mutter ist angeblich bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie selbst nach Jahren aus dem Koma erwacht. Der allzu normale Alltag wird von seltsamen Vorfällen gestört, von denen Sayumi selbst fürs erste gar nichts mitbekommt. Doch es dauert nicht lang und die Situation eskaliert. Sayumi ist auf der Flucht und wenig später erleben die Menschen ihrer Heimatstadt eine unglaubliche Apokalypse.

Meine Meinung:
„Sayumi – Sayu Smiles“ ist Mischung aus Wissenschafts-Thriller, Horrorgeschichte a la „The Ring“ und irgendwie auch ein bisschen Popcorn-Actionkino. Also jede Menge Horror, Zukunftsmusik und wilde Verfolgungsjagden. Das ist entweder ein Zeichen für die wilde Fantasie des Autors oder für Unentschlossenheit. So ganz habe ich für mich noch nicht herausgefunden, was von beidem zutrifft.

Die Geschichte ist tragisch und wird an vielen Stellen mit einer ordentlichen Portion Drama gewürzt. Sie ist an vielen Stellen actiongeladen und schnell. Sie ist an einigen Stellen gruselig bis eklig. Und oft auch verwirrend – allein schon wegen der Zeitsprünge und Perspektivenwechsel. Bei allem Einfallsreichtum wurde ich trotzdem das Gefühl nicht los, dass ich Teile des Stoffs schon kannte. Als hätte sich jemand aus ein paar Blockbustern bedient, um eine neue Geschichte zu erzählen, die vielleicht in einem Paralleluniversum so abgelaufen sein könnte. Auch wieder Popcorn-Kino.

Was den Lesefluss ordentlich stört, sind jedoch nicht die Zeitsprünge. Es ist oft die Wortwahl. Wenn jemand eine Scheibe einschlägt, lassen sich die Scherben nirgendwo nieder, sondern prasseln herab. Auch sind Beine, die zwei Sätze vorher noch bis auf die Knochen weh taten, plötzlich, nein, gleichzeitig taub.  Und wenn Hochhäuser in der Ferne zusammenstürzen tun sie das nicht lautlos, sie tun das mit viel Getöse. Nur dass es für den weit entfernten Zuschauer eben nicht hörbar ist. Diese Unstimmigkeiten in der Wortwahl werden durch die oft minutiös genaue Wortwahl natürlich noch hervorgehoben. Das ist sehr, sehr schade.

Mein Fazit:
Die Geschichte selbst muss man sich so erstmal ausdenken. Nicht zuletzt wegen der genauen Beschreibung der Handlung und den komplexen Zusammenhängen. Die Mischung aus Horrorfilm, Thriller und Familiendrama hat außerdem genug Potenzial, um den Leser gut zu unterhalten. Leider machte mir persönlich die Wortwahl sehr zu schaffen. Ich wusste stets, was gemeint war, stolperte aber immer wieder nachhaltig über die Ausdrucksweise. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung der Geschichte, bei der hier sorgfältiger über Worte und Zusammenhänge nachgedacht wird. Das Ende der Geschichte lässt ja durchaus darauf hoffen und ich würde mich darüber freuen. Deshalb drei Sterne von mir.

Infos zum Buch:
Titel: Sayumi – Sayu Smiles
Autor: Sadako
Verlag: Verlag 3.0
ISBN: 978-3-943138-62-7

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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ommentare

  1. Bin grad zufällig auf die Rezension gestoßen und freue mich natürlich sehr darüber.
    Ja die Geschichte hat wirklich einen bewusst gewählten Mix aus zahllosen Genres und Basen.
    Was aber wirklich so gewollt ist. 🙂
    Ich mag es wenn Geschichten – egal ob Buch, Film, oder Spiel alles in einen Topf werfen.

    Die teilweise ungewöhnliche Wortwahl – ja man kann sie natürlich verurteilen, ist jedoch bewusst so gewählt um den Fokus auf Dinge zu legen die genau in dieser Szene dargestellt sind.
    Zb dein Beispiel :
    Scherben es ist mir mir in dieser Szene nicht wichtig gewesen dass sie fallen, sondern wir sie auf dem Boden liegen… und wenn ein Gebäude lautlos in sic zusammenbricht dient das auch – ja ich weiß, viele sagen mir ich solle als Buch und nicht als Film denken – der Darstellung einer visuellen Szenerie wie aus einem Drehbuch.

    Ich verteidige mich an dieser Stelle natürlich nicht, sondern versuche nur meine Ambitionen nochmal zu festigen.

    Ich Danke dir für die Zeit und die Rezension.

    Liebe Grüße

    Sada

    PS: es sind viele Fragen offen, aber es folgen ja noch 3 Bücher

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