Buch: „Nach Onkalo“ von Kerstin Preiwuß

Buch: „Nach Onkalo“ von Kerstin Preiwuß

Manchmal möchte man sich einfach die Decke über den Kopf ziehen und die Welt dea draußen bis zu ihrem Untergang einfach ignorieren. Matuschek ist einer, dem das ziemlich gut gelingt. Und eigentlich hat er auch allen Grund dazu. Oder lohnt das Leben die Mühe doch?

01″Nach Onkalo“ beim ©Berlin VerlagZum Inhalt:
Matuscheks Mutter ist tot. Da kann er noch so viele Runden durchs Haus ziehen und schimpfen, weil sie ihn nicht geweckt hat und das Frühstück nicht gemacht ist: Seine Mutter wird nichts mehr für ihn tun.

Doch der Russe nebenan, der wird plötzlich zum Freund. Der regelt alles mit dem Bestatter und so und sorgt dafür, dass Matuschek mittags was zu essen hat. Er nimmt ihn auf seinem schönen Boot zum Angeln mit und verschafft ihm sogar eine Frau.

Aber dann ist auch Igor tot.

Und die Frau ist wieder weg. Dafür wohnt ein aalglatter Typ nebenan, also einer ganz ohne Haare. Auch der sagt Matuschek, was zu tun ist. Aber er kann Igor nicht das Wasser reichen. Dabei ist Igor in knietiefem Wasser ersoffen.

Matuschek weiß nicht, ob das besser ist, als der Tod im Bunker. So einem Bunker, wie sein Taubenfreund Witt ihn heimlich gebaut hat. Mit Schutzanzug gegen die Strahlung und Lebensmittel für sechs Monate.

Vielleicht wäre auch Matuschek besser dran, wenn er einfach verreckt.

Meine Meinung:
„Nach Onkalo“ ist nach „Restwärme“ der zweite Roman von Kerstin Preiwuß. Wie schon im Debütroman lebt auch diese Geschichte von ihrem ganz eigenen Stil, eine Atmosphäre zu schaffen, die einen so einhüllt wie die schwüle Hitze eines Sommertages. Nah, zum Schneiden dick und irgendwie lebendig.

Und das ist auch nötig, denn so viel passiert eigentlich gar nicht. Der vierzigjährige Matuschek würde das sicher anders sehen. Jahrelang als ewiger Single im Hotel Mama muss er plötzlich allein klar kommen.

Und irgendwie sterben dann immer genau die Menschen, an die er sich gerade gewöhnt hat. Matuscheks Reaktion ist die Vogel Strauß Methode: Kopf in den Sand. Er ignoriert sämtliche Post, haust im Bootsschuppen bis der Winter und sein Einsiedlerleben ihn fast umbringen.

Das könnte langweilig sein. Dann wäre es aber nicht von Kerstin Preiwuß.

Mein Fazit:
„Nach Onkalo“ lebt wie sein Vorgänger von der Atmosphäre, die Kerstin Preiwuß mit ihren sorgfältig gewählten Worten schafft. So träge die Handlung oder eben ihr Protagonist Matuschek auch ist, so vollkommen nachvollziehbar und menschlich geht es darin zu.

Infos zum Buch:
Titel: Nach Onkalo
Autorin: Kerstin Preiwuß
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-1314-9

Manchmal möchte man sich einfach die Decke über den Kopf ziehen und die Welt dea draußen bis zu ihrem Untergang einfach ignorieren. Matuschek ist einer, dem das ziemlich gut gelingt. Und eigentlich hat er auch allen Grund dazu. Oder lohnt das Leben die Mühe doch? 01"Nach Onkalo" beim ©Berlin VerlagZum Inhalt: Matuscheks Mutter ist tot. Da kann er noch so viele Runden durchs Haus ziehen und schimpfen, weil sie ihn nicht geweckt hat und das Frühstück nicht gemacht ist: Seine Mutter wird nichts mehr für ihn tun. Doch der Russe nebenan, der wird plötzlich zum Freund. Der regelt alles mit dem…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Lohnt das Leben die Mühe? Ja!

Manchmal passiert so viel auf einmal, dass auch ein gestandener Mann damit überfordert wäre. Wie kommt dann bloß so ein unselbständiger Versager wie Matuschek alleine klar. Erstmal gar nicht. Oder doch?

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