Buch: „Libellen im Kopf“ von Gavin Extence

Wie fühlt sich das an, wenn man auf einen Abgrund zurast und die Neugier auf das Kommende die Angst vor dem Crash überwiegt? Gavin Extence lässt uns in den Kopf einer Wahnsinnigen schauen. Dabei ist Abby eine von uns. Und gleichzeitig ein Wesen aus einer Parallelwelt.

"Libellen im Kopf" von Gavin Extence bei ©Limes

„Libellen im Kopf“ von Gavin Extence bei ©Limes

Zum Inhalt:
Alles fängt mit einer Dose Tomaten an. Die ist der einzige Grund, warum Abby Kontakt zu ihrem Nachbarn aufnehmen will. Doch der Versuch scheitert, denn ihr Nachbar sitzt tot auf seinem Sofa. Ein Anblick, den man nicht jeden Tag geboten bekommt.

Ein Anblick, der Abby aus der Bahn wirft. Doch zunächst ist diese schräge Begegnung ein Kickstart für ihre Karriere. Abby schreibt über den toten Nachbarn und hat plötzlich Erfolg. Und jede Menge Ideen für neue Artikel, die sich garantiert gut verkaufen lassen.

Dafür geht sie ungewöhnliche Wege, die sie sich selbst nicht zugetraut hätte. Erst als sie in einem viel zu teuren Abendkleid in einem viel zu teuren Hotel von einem viel zu spendablen Mann verführt wird, stoppt Abbys Höhenflug.

Der Absturz ist schnell, der Aufprall heftig. Abby landet in der geschlossenen Psychiatrie. Antriebslos schleppt sie sich durch die Tage. Erst als ihr bewusst wird, dass ein Selbstmord hier drin unmöglich ist, arbeitet sie auf die Entlassung hin.

Denn an eine Genesung und einen Sinn in ihrem Leben glaubt sie einfach nicht mehr. Und will die Fortschritte nicht sehen, die sie fast wiederwillig macht. Doch dann trifft sie Melody. Und sie steht wieder ganz am Anfang: In der Wohnung ihres Nachbarn.

Meine Meinung:
Der tote Nachbar hat mich neugierig gemacht. Schließlich beginnt ein Buch nicht allzu oft mit einer Leiche. Zumindest nicht, wenn es sich ganz offensichtlich NICHT um einen Krimi oder Thriller handelt.

„Libellen im Kopf“ führte mich aber auch so auf eine völlig falsche Fährte. Mein Eindruck nach etwa 50 Seiten: Graue, schräge Maus erlebt mal was und fasst endlich den Mut, unkonventionelle Wege zu gehen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Diese Eindruck verpufft in dem Moment, als Abby in der Psychiatrie landet. Und dann sieht man auch als Leser sie Vorzeichen und Andeutungen für Abbys psychische Störung. Angefangen bei der eher unbeteiligten Reaktion auf den toten Nachbarn bis hin zum offensichtlich selbstzerstörerischen Verhalten.

Abbys ganz persönliche Achterbahnfahrt kommt authentisch rüber. Vielleicht, weil der Autor weiß, wovon er spricht. Im Nachwort offenbart er seine eigenen psychischen Probleme, die jedoch nicht ganz so ausgeprägt sind, wie die seiner Protagonistin.

Mein Fazit:
„Libellen im Kopf“ lässt den Leser in den Kopf einer Frau mit bipolarer Störung schauen. Das Gefühlsleben ist eine wilde Achterbahnfahrt, die Gedanken sind lähmend langsam oder hyperaktiv, der Absturz scheint vorprogrammiert. Der Autor schildert eindrucksvoll und lebendig, was in so einer „Verrückten“ passiert – durch extreme Höhen und Tiefen.

Infos zum Buch:
Titel: Libellen im Kopf
Autor: Gavin Extence
aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Verlag: Limes
ISBN: 978-3-8090-2634-1

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Wie fühlt sich das an, wenn man auf einen Abgrund zurast und die Neugier auf das Kommende die Angst vor dem Crash überwiegt? Gavin Extence lässt uns in den Kopf einer Wahnsinnigen schauen. Dabei ist Abby eine von uns. Und gleichzeitig ein Wesen aus einer Parallelwelt. Zum Inhalt: Alles fängt mit einer Dose Tomaten an. Die ist der einzige Grund, warum Abby Kontakt zu ihrem Nachbarn aufnehmen will. Doch der Versuch scheitert, denn ihr Nachbar sitzt tot auf seinem Sofa. Ein Anblick, den man nicht jeden Tag geboten bekommt. Ein Anblick, der Abby aus der Bahn wirft. Doch zunächst ist diese…
"Libellen im Kopf" ist ein Buch über das Leben mit bipolarer Störung und nimmt uns mit auf eine Achterbahnfahrt der Gedanken und Gefühle. Denn mit dieser psychischen Störung gibt es fast immer nur Extreme, was nicht nur für alle Beteiligten anstrengend ist, sondern auch ziemlich gefährlich für den Betroffenen. Ein gutes Buch über ein ernstes Thema.

Bewertung

Interessant und einfühlsam erzählt

"Libellen im Kopf" ist ein Buch über das Leben mit bipolarer Störung und nimmt uns mit auf eine Achterbahnfahrt der Gedanken und Gefühle. Denn mit dieser psychischen Störung gibt es fast immer nur Extreme, was nicht nur für alle Beteiligten anstrengend ist, sondern auch ziemlich gefährlich für den Betroffenen. Ein gutes Buch über ein ernstes Thema.

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