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Buch: „Lenins Gehirn“ von Tilman Spengler

Es ist die Lebensgeschichte eines der bedeutendsten Neurologen des 20. Jahrhunderts und allein der Titel macht neugierig. Dr. Oskar Vogt, geboren 1870, war Zeit seines Lebens auf der Suche nach dem Genialen. Forschungsgebiet: Gehirn. Bedeutendstes Forschungsobjekt: Lenins Gehirn. Bis zu diesem Ereignis habe ich es allerdings nicht geschafft.

Spengler+Lenins-Hirn
©Berlin Verlag

Inhalt:
Der Roman über Dr. Oskar Vogt beginnt mit seinem Tod. Oder besser mit seinem Leichnam auf dem Seziertisch. Danach springt er auf die Anfänge seiner Laufbahn als Neurologe zurück und beschreibt, wie Oskar Vogt zunächst als Kurarzt Verbindungen zu einflussreichen und betuchten Klienten aufbaut (unter anderem zur Unternehmerfamilie Krupp).

Auch die Kennenlerngeschichte des Ehepaares Vogt wird kurz angerissen. Die Beziehung zwischen Oskar und  Cécile Vogt geb. Mugnier ist von Anfang an auf Effizienz und Arbeitsteilung ausgelegt. Dies bedeutet zum einen lange Abschnitte als Fernbeziehung und zum anderen, dass sich Oskar wohl auch anderweitig verliebt.

Viel weiter als bis zu einem leicht amourösen Briefwechsel während einer Phase der Fernbeziehung bin ich allerdings mit dem Buch nicht gekommen. Denn es fehlt einfach das Herzblut. Als wäre der Schreibstil (er orientiert sich stark an der Ausdrucksweise zu Anfang des 20. Jahrhunderts) nicht schon anstrengend und umständlich genug, werden auch noch Abschnitte aus Briefwechseln zitiert.

Leider so häppchenweise, dass sie den Lesefluss sehr stören. Es wäre einfacher und sinnvoller gewesen, diese Briefe komplett einzupflegen. Meinetwegen auch in gekürzter Fassung. So allerdings wirkt es wie nichts Halbes und nichts Ganzes. Unentschlossen und wenig einnehmend für die Personen, um die es geht. Was wohl auch dazu führt, dass mir selbst der Hauptprotagonist fremd und leblos bleibt.

Fazit:
Ich habe dieses Buch nicht zu Ende gelesen. Nach einem Drittel der Geschichte gab ich es auf, mich im Gewirr der Namen, Begegnungen, Fachbegriffe und angedeuteten Briefwechsel zurechtfinden zu wollen. Es gibt einfach zu viele Bücher, die von der ersten bis zur letzten Seite fesseln oder wenigstens unterhalten. Dieses hier hätte erkämpft werden müssen.

Titel: Lenins Hirn
Autor: Tilman Spengler
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
ISBN: 978-3833300639

Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft.

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