Buch: „Ich Eleonore, Königin zweier Reiche“ von Sabine Weigand

Buch: „Ich Eleonore, Königin zweier Reiche“ von Sabine Weigand

Eleonore, Königin zweier Reiche, Mutter von zehn Kindern und Kreuzfahrerin. Sie war eine der bedeutenden Frauen der europäischen Geschichte und wohl die einflussreichste des 12. Jahrhunderts. Ihre Biografie gleicht einem Abenteuer.

"Ich Eleonore, Königin zweier Reiche" bei den ©S. Fischer Verlagen
„Ich Eleonore, Königin zweier Reiche“ bei den ©S. Fischer Verlagen

Zum Inhalt:
Aquitanien ist im 11. Jahrhundert ein Herzogtum an der Atlantikküste. Hier herrschen Wohlstand, gute Sitten und fast so etwas wie Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. So wächst Eleonore als selbstbewusstes Mädchen auf.

Dann sterben ihre Eltern und Aquitanien wird zum begehrten Ziel. Doch bevor ein anderer Adliger überhaupt zum Zuge kommen, verheiratet der König von Frankreich die verwaiste Tochter seines Vasallen mit seinem eigenen Sohn.

Die Ehe mit König Ludwig VII. ist nicht glücklich. Der überfromme Ludwig verfällt seiner Frau mit Haut und Haar, sieht jedoch in allem was sie tut und will eine Sünde. Als dann auch noch der ersehnte Thronfolger ausbleibt, steht die Ehe vor dem Aus.

Eleonore will danach nichts weiter als eigenständig in ihrem Aquitanien herrschen. Doch die mächtigen Männer des Landes schrecken auch vor Entführung und Gewalt nicht zurück, um sie zur Heirat zu zwingen.

So heiratet sie denn Henry II. von England. Der stattliche Mann ist jünger als Eleonore, aber die beiden verlieben sich und bekommen acht Kinder. Anfangs herrschen sie gemeinsam über England und ein großes Stück Frankreich.

Doch dann sucht sich der junge König Abwechslung fürs Bett. Auch bei Regierungsgeschäften macht er verheerende Fehler. Schließlich bringt er sogar seine Söhne gegen sich auf. Und schließlich muss Eleonore mit ansehen, wie Familie und Reich zerfallen.

Meine Meinung:
„Ich Eleonore, Königin zweier Reiche“ ist ein biografischer Roman. Ob sich alles so zugetragen hat, wie Sabine Weigand in ihrem Buch beschreibt, lässt sich schwer sagen, da es über die berühmte Königin des 12. Jahrhunderts nur Berichte aus zweiter Hand gibt.

Dass sich die Autorin um Authentizität bemüht, merkt man an den ersten fünfzig Seiten. Hier bekommt man einen groben Überblick über die Herkunft der mutigen Frau. Genau das macht den Einstieg in dieses Buch aber auch so schwer.

Sabine Weigand lässt Eleonore selbst ihr ganzes Leben erzählen. Als alte Frau bringt die Protagonistin ihre Enkelin zu deren Hochzeit mit dem französischen Thronfolger und berichtet in Rückblicken, was wann wie und wo geschehen ist.

Das führt natürlich zu Zeitsprüngen. Manch einem könnten auch die Perspektivwechsel zu viel werden, denn zwischendurch kommen auch andere Hauptfiguren zu Wort. Und doch schafft es die Autorin, eine enge Verbindung zwischen Leser und Eleonore aufzubauen.

Mein Fazit:
„Ich Eleonore, Königin zweier Reiche“  ist ein 600-Seiten Schmöker über eine bewundernswerte Frau der europäischen Geschichte. Wer die ersten 100 Seiten übersteht, wird das Buch verschlingen. Denn genau so lange braucht es, um aus einer Gestalt auf dem Papier eine lebendige Frau zu machen, die man nicht so schnell wieder aus den Augen lassen will.

Infos zum Buch:
Titel: Ich Eleonore, Königin zweier Reiche
Autorin: Sabine Weigand
Verlag: S. Fischer Verlage
ISBN: 978-3-8105-2257-3

Eleonore, Königin zweier Reiche, Mutter von zehn Kindern und Kreuzfahrerin. Sie war eine der bedeutenden Frauen der europäischen Geschichte und wohl die einflussreichste des 12. Jahrhunderts. Ihre Biografie gleicht einem Abenteuer. Zum Inhalt: Aquitanien ist im 11. Jahrhundert ein Herzogtum an der Atlantikküste. Hier herrschen Wohlstand, gute Sitten und fast so etwas wie Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. So wächst Eleonore als selbstbewusstes Mädchen auf. Dann sterben ihre Eltern und Aquitanien wird zum begehrten Ziel. Doch bevor ein anderer Adliger überhaupt zum Zuge kommen, verheiratet der König von Frankreich die verwaiste Tochter seines Vasallen mit seinem eigenen Sohn. Die Ehe…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Solider Schmöker!

Dies war nicht mein erstes Buch über die berühmte Eleonore. Aber auch bei diesem habe ich gemerkt, wie schwer es ist, solch ein turbulentes und langes Leben in einen Roman zu packen, der den Leser bei der Stange hält. Das ist hier recht gut gelungen. Für ein "Hervorragend" reicht es jedoch nicht.

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