Buch: „Frau Schick macht blau“ von Ellen Jacobi

Zwei Tage, dann hatte ich dieses Buch verschlungen. Wie schon beim ersten Teil zauberte mir die tüddelige, aber höchst clevere Frau Schick von der ersten Seite an ein amüsiertes Grinsen ins Gesicht. Und auch wenn „Frau Schick macht blau“ nicht so ganz an den Vorgänger heranreicht – es bleibt ein lesenswertes Gute-Laune-Buch.

Wir erinnern uns: In „Frau Schick räumt auf“ führt Ellen Jacobi ein knappes Dutzend Menschen auf dem Jakobsweg zusammen, die sich im normalen Leben so kaum begegnet wären. Da sind zwei Ehepaare, die sehr verschiedene Umgangsformen pflegen, eine esoterisch verklärte Krankenschwester mit Helfersyndrom, ein verlorener Sohn, eine aleinerziehende Mutter und ein Chauffeur mit dunklem Geheimnis. Und mittendrin eben die tüddelige, amüsante und vor allem anderen fädenziehende Millionärswitwe Frau Schick.

Die bringt auch im zweiten Teil, also bei „Frau Schick macht blau“ wieder einiges durcheinander. Mit ihrem feinen Gespür für zwischenmenschliche Ungereimtheiten, ihrer Abenteuerlust und ihrer resoluten Einmischung sorgt sie dieses Mal für Wirbel in einer Kleingartenkolonie. Natürlich ist das nicht irgendeine Schrebergartenanlage, sondern ein ganz besonderes Fleckchen Erde.

Zum einen, weil die Menschen darin allesamt höchst verschieden sind. Vom Weihnachtsmann mit Bienenfimmel und Stalinhund über eine Walküre mit Händchen für die Rosenzucht bis hin zum schweigsamen Elfenjungen mit Vorliebe für katalanische Teufels-Esel ist alles vertreten, was eine Gemeinschaft braucht, in der es chaotisch zugeht und die sich dem Naturschutz verschrieben hat.

Zum anderen gehört diese Kleingartengemeinschaft rein zufällig Frau Schick. Die erfährt zwar erst jetzt vom letzten Geschenk ihres verstorbenen Gatten, lässt es sich aber nicht nehmen, die Herrschaft über das bedrohte Idyll an sich zu reißen. Bedroht wird das Waldstück vor allem durch die Pläne eines findigen Bauunternehmers und die Schaufelbagger und Planierraupen stehen schon bereit. Doch so einfach lassen sich weder Frau Schick noch die schrägen Kleingärtner vertreiben.

Fazit:
Natürlich kann ein Stück Wald nicht halb so sehr mit schöner Landschaft protzen wie der spanische Jakobsweg. Und es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass dieses Buch ein Appell an den Leser ist, sich mit Umweltschutz im Allgemeinen und der Bedeutung der Bienen auseinander zu setzen. Auch ist die Handlung ein ganzes Stück weit vorhersehbar.

Nichtsdestotrotz bietet Ellen Jacobi einmal mehr Schmunzel-Lektüre mit echtem Unterhaltungswert. Mag das Ende von Anfang an gewiss sein, so hat sie doch überraschende Wendungen eingebaut, die der Handlung mehr als genügend Würze verleihen. Und Frau Schick ist allemal eine so liebenswürdige Dame, dass man ihr auch in einem dritten Teil kaum widerstehen könnte.

Titel: Frau Schick macht blau
Autor: Ellen Jacobi
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404168293

Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft.

Kategorie Bücher, Leichte Kost
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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