Buch: „Elizabeth wird vermisst“ von Emma Healey

Buch: „Elizabeth wird vermisst“ von Emma Healey

Maud hat Alzheimer. Sie vergisst, ob sie gerade eben etwas gegessen hat, ob sie ihre Tochter heute schon gesehen hat oder wie Eier aussehen. Aber eins geht ihr nicht aus dem Kopt: Ihre Freundin Elizabeth wird vermisst. Wie wichtig das ist, scheint jedoch niemand begreifen zu wollen.

"Elizabeth wird vermisst" bei ©Bastei Lübbe
„Elizabeth wird vermisst“ bei ©Bastei Lübbe

Zum Inhalt:
Ist sie heute nicht mit Elisabeth verabredet? Maud durchsucht nervös ihre Notizen, aber sie findet zwischen den vielen bunten Zetteln keinen Anhaltspunkt. Da steht überall nur, dass Elizabeth vermisst wird. Und das macht sie noch nervöser.

Sie geht deswegen zu Elizabeths Haus, aber das ist leer. Bei der Polizei glaubt ihr niemand. Und als sie eine Vermisstenanzeige in die Zeitung setzen lässt, wird sie von Elizabeths Sohn beschimpft. Dabei macht sie sich doch nur Sorgen um ihre beste Freundin.

So wie damals um ihre Schwester Sukey.

Mauds große Schwester verschwand im Herbst 1946 spurlos. Ihre Eltern suchten sie auch Jahre später noch überall. Ihr Vater verdächtigte seinen Schwiegersohn und auch Mitbewohner Douglas war misstrauisch.

Aber Sukeys Mann Frank war auch der einzige, mit dem Maud über ihre Schwester reden konnte. Der nicht böse wurde, wenn sie deren Kleider trug und sich an jeden Strohhalm klammerte, der ihr die Schwester vielleicht zurückbringen könnte.

Jetzt ist Maud alt und vergisst oft, wo sie ist oder gerade eben noch tun wollte. Aber sie vermisst ihre Schwester Sukey immer noch. Und irgendetwas hat das auch mit ihrer Freundin Elizabeth zu tun.Nur was?

Meine Meinung:
„Elizabeth wird vermisst“ ist ein ungewöhnliches Buch. Erzählt aus der Perspektive einer an Alzheimer erkrankten alten Frau erzählt die Geschichte eine Familientragödie, die Jahrzehnte zurückliegt und verbindet diese mit dem offenbar mysteriösen Verschwinden einer Frau im Hier und Heute.

Wir können der Hauptperson also direkt in den Kopf gucken. Wenn sie einkaufen geht, erleben wir, dass sie vergisst wie Eier aussehen und aus Verlegenheit Dosenpfirsiche kauft. Ein Stück Papier reicht, um uns mit Haut und Haar in die Vergangenheit zu katapultieren.

In eine Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Als es normal war, ausgebombte Leute als Untermieter im Haus zu haben und sich alltägliche Dinge auf dem Schwarzmarkt zu besorgen. Wenn der Mann der Schwester dabei zu erfolgreich war, machte er sich da natürlich auch beim Verschwinden von Sukey sofort verdächtig.

Trotz dieses reichhaltigen Plots hat dieses Buch seine Längen. Zwischendrin war ich mir nicht sicher, ob da überhaupt noch etwas Handfestes passiert. Aber ja, da kommt noch etwas. Ein ziemlich dickes Ende, das fürs Durchhalten belohnt.

Mein Fazit:
Habe ich gerade einen Tee getrunken oder nicht? War meine Schwester damals nur verschwunden oder schon tot? Wenn man auf beides keine Antwort weiß ist das gleichermaßen schlimm. Und das wird hier einfühlsam und trotzdem schonungslos vermittelt. Gut gemacht!

Infos zum Buch:
Titel: Elizabeth wird vermisst
Autorin: Emma Healey
Aus dem Englischen von Rainer Schumacher
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17273-3

Maud hat Alzheimer. Sie vergisst, ob sie gerade eben etwas gegessen hat, ob sie ihre Tochter heute schon gesehen hat oder wie Eier aussehen. Aber eins geht ihr nicht aus dem Kopt: Ihre Freundin Elizabeth wird vermisst. Wie wichtig das ist, scheint jedoch niemand begreifen zu wollen. Zum Inhalt: Ist sie heute nicht mit Elisabeth verabredet? Maud durchsucht nervös ihre Notizen, aber sie findet zwischen den vielen bunten Zetteln keinen Anhaltspunkt. Da steht überall nur, dass Elizabeth vermisst wird. Und das macht sie noch nervöser. Sie geht deswegen zu Elizabeths Haus, aber das ist leer. Bei der Polizei glaubt ihr…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Ungewöhn- liche Perspektive

Was glaubt man einer vergesslichen alten Frau? Würde irgendjemand auf die Idee kommen, dass das was sie sagt Hand und Fuß hat? Dieses Buch jedenfalls hat Hand und Fuß und ist trotz seiner Längen im Mittelteil wirklich lesenswert.

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