Buch: „Eine Schwester in meinem Haus“

Maria lebt zurückgezogen in einem kleinen Ort an der katalanischen Küste. Zu ihrer Familie hat sie nur noch sporadisch Kontakt – und das hat gute Gründe. Aber bei der Beerdigung ihrer Mutter lädt sie ihre Schwester Emma ein. Als diese die Einladung annimmt und sie zwei Jahre später wirklich kommt, hat Maria die Einladung längst bereut.

"Eine Schwester in meinem Haus" beim ©btb Verlag

„Eine Schwester in meinem Haus“ beim ©btb Verlag

Zum Inhalt:
Emma und Maria standen sich nie wirklich nahe. Emma ist das Kind eines anderen Vaters und hat Maria die geliebte Zwillingsschwester Amanda geklaut. So zumindest hat es sich für Maria immer angefühlt. Denn Amanda hat sich immer liebevoll ums Nesthäkchen Emma gekümmert – weil es sonst wohl niemand sonst getan hätte.

Dann starb Amanda.

Maria und Emma haben nie darüber gesprochen. Auch nicht über ihr Leben danach, das weitestgehend getrennt voneinander verbrachten. Die eine in Schweden mit Haus, Kindern und dem perfekten bürgerlichen Leben. Die andere mal hier ein paar Jahre und mal dort. Ihre Beziehungen scheiterten auch daran, dass sie keine Kinder wollte.

Nun treffen die Schwestern nach Jahren wieder aufeinander. Aus dem anfänglichen Herantasten an die Geheimnisse des anderen, werden handfeste Auseinandersetzungen. Nach so langer Zeit kommen Verletzungen auf den Tisch, die sie sich selbst nicht eingestehen wollten – oder die andere nicht sehen wollte.

Und neue kamen hinzu, mit denen die Schwester nichts zu tun hat, die sie aber lindern kann. Wenn man sie denn lässt.

Meine Meinung:
Die zurückgezogen lebende Maria empfindet ihre Schwester Emma als Eindringling, bevor diese überhaupt ihr Haus betreten hat. Mit ihr etwas zu teilen, mochte sie noch nie. Aber sie hat die Einladung ausgesprochen und Emma ist nicht irgendwer. Sie gehört zur Familie.

Verbunden sind die Schwestern aber eher durch schmerzhafte Erinnerungen. Eine Mutter, die schnell das Interesse an den Kindern verlor. Ein Vater, der übergriffig wurde. Eine Zwillingsschwester, die verunglückte. Auch das Leben als Erwachsene brachte beiden wenig echtes Glück.

Alles Dinge, die mit der Familie leichter zu bestehen wären. Vielleicht versuchen Emma und Maria genau deswegen, sich nach 30 Jahren doch noch anzunähern. „Eine Schwester in meinem Haus“  beschreibt diese Annäherung auch zwischen den Zeilen und vor der reizvollen Kulisse der katalanischen Küste.

Mein Fazit:
„Eine Schwester in meinem Haus“ erzählt die Geschichte einer Annäherung. Zwei Frauen, die zu einer Familie gehören, sich aber nie wirklich zusammengehörig fühlten, finden in wenigen Tagen ein Stück weit zueinander. Es kriselt, es brodelt und es dampft ordentlich zwischen den beiden. Auch am Ende ist nicht alles gut, aber irgendwie besser.

Infos zum Buch:
Titel: Eine Schwester in meinem Haus
Autorin: Linda Olsson
Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-71723-1

Dieses Buch wurde uns als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Kategorie Bücher, Gegenwartsliteratur
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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