Buch: „Drift“ von Anne Kuhlmeyer

Buch: „Drift“ von Anne Kuhlmeyer

Besondere Situationen bringen Besonderes zu Tage: Freundschaften, Feindschaften, hässliche Gesichter, vergessene Ereignisse, alte Wunden und neue Wege. Anne Kuhlmeyer bringt fünf Menschen und ein Schaf in eine absolute Ausnahmesituation – und der Leser schaut zu, was sie hervorbringt.

"Drift" von Anne Kuhlmeyer bei ©ariadne
„Drift“ von Anne Kuhlmeyer bei ©ariadne

Zum Inhalt:
Ein Forsthaus mitten im Nirgendwo, umgeben von Wasser. Wasser, das dort nicht hingehört und trotzdem steigt und näher kommt. Und durch den nicht enden wollenden Regen nur noch mehr wird. Eine Jahrhunderflut, von der keiner weiß, wann sie wieder verschwindet.

Mittendrin fünf Menschen und ein Schaf

Im Forsthaus sitzen fünf Menschen fest. Eine Rechtsmedizinerin, die weit älter ist, als man annehmen möchte. Ein Bauer, der hier das Sagen und eine Schrotflinte hat. Eine Wolgadeutsche, die einfach nur heiraten und ein gutes Leben führen will. Ein vergesslicher Casanova, der Bücher liebt. Und ein Junge aus reichem Elternhaus, der lieber ein Mädchen wäre.

So unterschiedlich sie sind, so sehr geraten sie aneinander. Zum einen, weil sie vom steigenden Wasser in den Bunker unterm Haus getrieben wurden und nun hocken sie auf engstem Raum zusammen. Zum anderen haben sie sich schuldig gemacht: Ihretwegen ist eine Familie tot.

Vater, Mutter, Kind baumeln tot an einem Busch vor dem Haus. Ihre Körper werden vom Wasser sanft gewiegt. Nun versucht jeder für sich auszuloten, wie viel Schuld er selbst trägt und wie viel davon er den anderen in die Schuhe schieben kann.Schwierig wenn man einander weder besonders gut kennt, noch leiden kann.

Meine Meinung:
Es ist schon eine seltsame Gruppe, die Anne Kuhlmeyer da zusammenwürfelt. Ohne die Flut wären sich diese Menschen jedenfalls nicht so nah gekommen. Und nun sind sie sich näher, als man oftmals sogar seinen besten Freunden kommen mag.

Das ist schon genug Stoff für einen spannenden Roman. Doch der voyeuristische Blick auf die ungleiche Gemeinschaft reichte der Autorin nicht. Sie mischt Realität mit Fiktion und stellt damit die Geduld ihrer Protagonisten noch mehr auf die Probe. Dabei sind diese allesamt schon kurz vorm Durchdrehen.

Mein Fazit:
„Drift“ ist eine einzige große Ausnahmesituation. Immer, wenn man denkt, jetzt wäre der Gipfel erreicht, legt die Autorin noch etwas nach. Manch einen wird die magische Komponente stören, andere die nur scheinbar zufälligen Verwicklungen. Im Großen und Ganzen ist es aber ein exzellentes Psychospiel, bei dem man mit den Protagonisten ganz sicher nicht tauschen will.

Infos zum Buch:
Titel: Drift
Autorin: Anne Kuhlmeyer
Verlag: Ariadne
ISBN:978-3-86754-225-8

Besondere Situationen bringen Besonderes zu Tage: Freundschaften, Feindschaften, hässliche Gesichter, vergessene Ereignisse, alte Wunden und neue Wege. Anne Kuhlmeyer bringt fünf Menschen und ein Schaf in eine absolute Ausnahmesituation - und der Leser schaut zu, was sie hervorbringt. Zum Inhalt: Ein Forsthaus mitten im Nirgendwo, umgeben von Wasser. Wasser, das dort nicht hingehört und trotzdem steigt und näher kommt. Und durch den nicht enden wollenden Regen nur noch mehr wird. Eine Jahrhunderflut, von der keiner weiß, wann sie wieder verschwindet. Mittendrin fünf Menschen und ein Schaf Im Forsthaus sitzen fünf Menschen fest. Eine Rechtsmedizinerin, die weit älter ist, als man…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Was hättest du getan?

Das Boot ist voll. Dieser Satz ist aktuell und umstritten. Anne Kuhlmeyer packt ihn in diese Ausnahmesituation und lässt ihn wie ein Damoklesschwert über den Köpfen ihrer Protagonisten hängen. Bis zum Ende.

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