Buch: „Die Zerbrechlichkeit der Liebe“ von Sara Rattaro

Buch: „Die Zerbrechlichkeit der Liebe“ von Sara Rattaro

In Sara Rattaros „Die Zerbrechlichkeit der Liebe“ geht es um das Leben als Familie mit einem behinderten Kind. Es geht aber auch um Ehebruch und das Ende einer Liebe durch das Fortbestehen einer anderen, größeren Liebe. Es geht auch darum, was aus Familien wird, die sich beiden Herausforderungen stellt. Und doch ist das Buch eine Enttäuschung.

"Die Zerbrechlichkeit der Liebe" bei ©Piper
„Die Zerbrechlichkeit der Liebe“ bei ©Piper

Zum Inhalt:
Als Camilla ihn für ihre Karriere verlässt, bricht für den jungen Alberto eine Welt zusammen. Während die Liebe seines Lebens als Ballerina durch die Welt reist, versucht er irgendwie weiter zu leben. Aber es dauert Jahre, bis er seinem Dasein wieder Sinn geben kann. Die solide Sandra schenkt ihm ein Zuhause und zwei Kinder.

Doch das normale Leben ist für Alberto schwerer als es scheint. Und das nicht nur, weil sein Sohn Matteo gehörlos zur Welt kommt und so mehr Aufmerksamkeit braucht als seine große Schwester. Nein, auch die Erinnerung an Camilla lässt sein Glück mit Sandra verblassen.

Dann eines Tages steht Camilla wieder vor ihm. Sie hat genug vom Herumreisen und ist in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, um als Ballettlehrerin zu arbeiten. Alberto kann nicht widerstehen und schlittert in eine Affäre mit seiner Jugendliebe. Trotz aller dafür notwendigen Lügen macht sie ihn wieder richtig glücklich.

Bis Albertos Tochter Alice ihn mit Camilla erwischt. Es scheint, als wäre dies der Anfang vom Ende seiner Ehe. Doch Sandra schluckt den Ärger herunter und lässt ihrem Mann seine Affäre. Matteo zuliebe, der aufgrund seiner Behinderung feste Strukturen braucht. Doch dann verliebt sie sich neu – in einen anderen Mann. Was heißt das nun für die Familie?

Meine Meinung:
„Die Zerbrechlichkeit der Liebe“ fesselte mich von der ersten Seite an. Die Art wie Alice über ihren Bruder schreibt, ist berührend und frei von Schmalz. Sie geht als Kind und Schwester unvoreingenommen an die Gehörlosigkeit von Matteo heran. Und auch die Affäre ihres Vater ist aus ihrer Sicht wunderbar anders beschrieben.

Leider wechselt Sara Rattaro dann die Perspektive und lässt den Rest der Geschichte von Alberto erzählen. Abgesehen davon, dass diese Perspektive gewöhnlich ist, gibt es hier jede Menge Schmalz. Und Dialoge, die lang sind und aufgesetzt wirken. Das nervt so sehr, dass ich während des Lesens zunehmend hoffte, dass die Perspektive noch einmal wechseln würde. Sie tut dies erst ganz am Schluss.

Die Handlung selbst macht es nicht besser. So viel Drama und filmreife Wendungen, so viele romantische Begegnungen und langwierige Berichte über die heldenhaften Charakterzüger eines anderen Protagonisten. Eventuell wäre das Stoff für einen Sonntagsfilm im Fernsehen. Aber es passt nicht zum fulminanten Einstieg in die Geschichte.

Mein Fazit:
Ich habe noch nie erlebt, dass eine Geschichte so fesselnd beginnt und dann so kläglich ins Absurde abdriftet. So habe ich mit Begeisterung in die Geschichte gestürzt und als ich tief drin war, kam das Geschwafel von Alberto. Von Seite zu Seite hoffte ich auf einen erneuten Perspektivenwechsel, der viel zu spät kam. So ist „Die Zerbrechlichkeit der Liebe“  zu einer schweren Enttäuschung mutiert. Sehr sehr schade drum.

Infos zum Buch:
Titel: Die Zerbrechlichkeit der Liebe
Autorin: Sara Rattaro
Übersetzt von: Christiane Burkhardt
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30611-9

In Sara Rattaros "Die Zerbrechlichkeit der Liebe" geht es um das Leben als Familie mit einem behinderten Kind. Es geht aber auch um Ehebruch und das Ende einer Liebe durch das Fortbestehen einer anderen, größeren Liebe. Es geht auch darum, was aus Familien wird, die sich beiden Herausforderungen stellt. Und doch ist das Buch eine Enttäuschung. Zum Inhalt: Als Camilla ihn für ihre Karriere verlässt, bricht für den jungen Alberto eine Welt zusammen. Während die Liebe seines Lebens als Ballerina durch die Welt reist, versucht er irgendwie weiter zu leben. Aber es dauert Jahre, bis er seinem Dasein wieder Sinn…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Leider vergeigt

Im Nachwort sagt Sara Rattaro, dass sich das Buch fast von allein schrieb. Es musste unbedingt aus Albertos Sicht erzählt werden. Hätte sie doch nur den wunderbaren Einstieg fortgesetzt und die verschiedenen Passagen aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es wäre ein grandioses Buch geworden. So ist es eine Enttäuschung.

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