Buch: „Die Letzten“ von Madeleine Prahs

Buch: „Die Letzten“ von Madeleine Prahs

Alt werden ist nichts für Weicheier. Das gilt auch für Häuser. Als hätte man nicht genug damit zu tun, seine Substanz in einem akzeptablen Zustand zu halten, muss man sich noch um renovierungswütige Besitzer und die letzten verkorksten Bewohner kümmern.

"Die Letzten" bei ©dtv
„Die Letzten“ bei ©dtv

Zum Inhalt:
Gerade einmal drei recht merkwürdige Gestalten sind dem Haus in der Hebelstraße 13 geblieben. Jeder von ihnen hat ein ziemlich großes Päckchen Schicksal zu tragen und tut dies auf eher schräge Art. Und sie können sich alle drei nicht ausstehen.

Da wäre Jersey aus dem Dachgeschoss. Das Mädel mag wenn überhaupt nur ihren Kater namens Major Tom und kennt den Weg zum Spätverkauf besser als den zur Uni. Aber die Männer stehen auf die kleine, sie müsste halt nur mal den Richtigen finden.

Elisabeth Buttkies ist auch ein komischer Vogel. Besonders, wenn sie sich statt Perücke ihre Taubenmaske überzieht und ihren Kunstblumenurwald auf dem Balkon „pflegt“. So eine Krebsdiagnose kann einem die Lust am Leben nehmen. Aber muss man deshalb den anderen ständig den Tag versauen?

Bleibt noch der Kramer. Karl Kramer, Ex-Ehemann, Ex-Hausmeister und in allem anderen auch so ziemlich Ex-mäßig. Kriegt den Hintern nicht hoch und wenn dann nur für den Gang in die Lieblingskneipe. Seine Nachbarn mag er nicht, aber er ist auch zu lustlos, um etwas gegen sie zu unternehmen.

Doch eines Tages rücken genau diese drei schrägen Gestalten zusammen. Denn sie haben eine gemeinsame Mission: Die Rettung ihres mindestens genauso runtergekommenen Hauses vor der Entwohnung und Übermodernisierung. Es beginnt mit einer abgefackelten Perücke und endet mit einer Leiche, die genauso verschwinden muss.

Meine Meinung:
Wenn Häuser reden könnten, hätten sie viel zu erzählen. So wie dieses hier über die letzten seiner Bewohner. Ja richtig, Madeleine Prahs lässt das alte Haus einen Teil der Geschichte selbst erzählen. Als vierten im Bunde gegen die Zwangsräumung und Modernisierung, gibt es immer mal wieder seinen Kommentar zum Geschehen ab.

Dabei hat man als Leser mit den drei anderen eigentlich genug zu tun. Allesamt in irgendeiner Form von geliebten Menschen verlassen und in Folge dessen aus der Welt gefallen. Sie schlagen sich so irgendwie durch, haben kaum Perspektiven und wollen eigentlich auch gar nicht weitermachen.

Bis sie zu einer eingeschworenen Gemeinschaft werden. Das passiert auf amüsant schräge Weise und genau davon lebt dieses Buch. Wären da nicht diese äußerst komischen Momente, könnte man die ganze Geschichte als psychologische Studie gescheiterter Existenzen in drei verschiedenen Generationen sehen. So jedoch wird das es unterhaltsam.

Mein Fazit:
„Die Letzten“, dass sind drei verkorkste Existenzen, für die man sich im echten Leben kaum interessieren würde. In dieser Geschichte lernt man sie ziemlich genau kennen und hat durch einige witzige Wendungen durchaus Spaß dabei. Ohne Neugier an fremden Lebenswegen kommt man allerdings nicht allzu weit.

Infos zum Buch:
Titel: Die Letzten
Autorin: Madeleine Prahs
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28134-8

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Alt werden ist nichts für Weicheier. Das gilt auch für Häuser. Als hätte man nicht genug damit zu tun, seine Substanz in einem akzeptablen Zustand zu halten, muss man sich noch um renovierungswütige Besitzer und die letzten verkorksten Bewohner kümmern. Zum Inhalt: Gerade einmal drei recht merkwürdige Gestalten sind dem Haus in der Hebelstraße 13 geblieben. Jeder von ihnen hat ein ziemlich großes Päckchen Schicksal zu tragen und tut dies auf eher schräge Art. Und sie können sich alle drei nicht ausstehen. Da wäre Jersey aus dem Dachgeschoss. Das Mädel mag wenn überhaupt nur ihren Kater namens Major Tom und…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Nicht übel.

Drei Bewohner und ein Haus kämpfen ums Bleibendürfen. Dafür tun sich drei schräge Gestalten zusammen, die sich vorher absolut nicht ausstehen konnten. Kann eine so kleine verkorkste Gemeinschaft ein Haus vorm Entwohnen bewahren?

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