Buch: „Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt“

Buch: „Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt“

Historischer Roman von Meinrad Braun

Pieter van Ackeren tut, was alle jungen Männer irgendwann tun: Er rebelliert gegen seine Eltern. Die sind wohlhabende Kaufleute und hängen seiner Meinung nach dem falschen Glauben an. Deshalb verschlägt es ihn in die Neue Welt, die einen anderen Menschen aus ihm macht.

"Die abenteuerliche Reise..." bei ©emons
„Die abenteuerliche Reise…“ bei ©emons

Zum Inhalt:
Bei der Überfahrt nach Suriname hat Pieter van Ackeren Glück. Er reist halbwegs privilegiert als Passagier auf einem holländischen Schiff. Er träumt von einem Leben als Missionar und hat doch schon an Bord arg mit dem vermeintlich harten Leben zu kämpfen.

Doch da ahnt er noch nicht, dass die Totgeburt bei einer Sklavin ein recht geringes Übel sein kann. Zwar erreicht er die südamerikanische Küste unbeschadet, doch auf der Weiterreise ins Landesinnere wird er entführt. Eine abenteuerliche Flucht führt ihn in neue Gefangenschaft.

Und so oft er sich aus den Fängen von Ureinwohnern, Sklaventreibern, mächtigen Hausherren und Piraten befreit, wird er doch immer wieder festgesetzt und von Neuem für fremde Zwecke ge- und missbraucht. Der einst so stolze Priesteranwärter muss lernt die Peitsche, die Pisse seiner Vorgesetzten und die Willkür der herrschenden Klasse kennen.

Zum Glück begegnen ihm auch überall Freunde. Manche weiß er erst zu schätzen, nachdem er sie verloren hat. Andere muss er verlassen, um sie nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Und dann ist da eine Frau, die ihn überall hin begleitet, selbst wenn sie einen ganzen Ozean weit entfernt ist.

Meine Meinung:
„Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt“ beginnt scheinbar gemächlich. Der junge Geistliche aus Holland hält an seinen christlichen Prinzipien fest und verabscheut das Treiben auf dem Schiff, das ihn von Holland an die Küste Südamerikas bringt.

Das dauert seine Zeit. Nach gut 150 Seiten fragt man sich doch, ob das Buch ein reines – wenn auch lebhaft gelungenes – Porträt der Kolonialherrschaft sein soll, denn es passiert noch recht wenig. Aber dann nimmt die Geschichte Fahrt auf und reißt seinen Leser mit.

Van Ackeren landet überall, nur nicht da wo er eigentlich hin wollte. So lernt er alle Facetten des Lebens in der Kolonie kennen. Und zwar vom unteren Ende der „Nahrungskette“ aus – und der Leser mit ihm.

Ob Ureinwohner oder neureiche Herrschaft: Sie alle werden aus der Sicht des Unterlegenen beschrieben. Und man möchte mit dem Protagonisten auf keinen Fall tauschen. Doch diese Begegnungen formen den Idealisten van Ackeren und lehren ihn mindestens Dankbarkeit für jedes Privileg.

Der 600 Seiten starke Schmöker zieht seinen Zauber dabei auch aus der Sprache. Sowohl die Beschreibung der Umstände als auch die Dialoge sind der erzählten Zeit angepasst. Man muss sich also eine Wortwahl gefasst machen, die man sich heute so nicht mehr vorstellen kann. Diese sorgt im Gegenzug aber auch für das entsprechende Flair.

Mein Fazit:
„Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt“ ist auch für den Leser ein beeindruckendes Unterfangen. Man spürt die Hitze der Karibik förmlich auf der Haut und will sich die übrigen beschriebenen Umstände nach Möglichkeit gar nicht zu genau verinnerlichen. Doch man wird beim Lesen unweigerlich in jedes neue Abenteuer mit hineingerissen und wundert sich am Ende, was alles in den paar Monaten passiert ist.

Infos zum Buch:
Titel: Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt
Autor: Meinrad Braun
Verlag: emons
ISBN: 978-3-7408-0167-0

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Historischer Roman von Meinrad Braun Pieter van Ackeren tut, was alle jungen Männer irgendwann tun: Er rebelliert gegen seine Eltern. Die sind wohlhabende Kaufleute und hängen seiner Meinung nach dem falschen Glauben an. Deshalb verschlägt es ihn in die Neue Welt, die einen anderen Menschen aus ihm macht. Zum Inhalt: Bei der Überfahrt nach Suriname hat Pieter van Ackeren Glück. Er reist halbwegs privilegiert als Passagier auf einem holländischen Schiff. Er träumt von einem Leben als Missionar und hat doch schon an Bord arg mit dem vermeintlich harten Leben zu kämpfen. Doch da ahnt er noch nicht, dass die Totgeburt…
Spätestens nach der Ankunft im tropischen Para Maribo möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu lebhaft lernt man das Gefüge aus menschlicher Macht, undurchdringlichem Urwald und beeindruckend harten Lebensumständen kennen. Dabei muss man sich auf die besondere Sprache dieses Buches einlassen können, ohne die diese abenteuerliche Reise nur halb so unvergesslich wäre.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Absolut empfehlens- wert

Spätestens nach der Ankunft im tropischen Para Maribo möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu lebhaft lernt man das Gefüge aus menschlicher Macht, undurchdringlichem Urwald und beeindruckend harten Lebensumständen kennen. Dabei muss man sich auf die besondere Sprache dieses Buches einlassen können, ohne die diese abenteuerliche Reise nur halb so unvergesslich wäre.

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