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Buch: „Der Norden ruft“ von Mo Kast

Bastian nennt ihn für sich den Red Hot Viking und träumt von mindestens einer heißen Nacht mit ihm. Dafür ruft er ein ganz eigenes Uni-Projekt ins Leben – als Alibi, um seinem Traummann näher zu kommen. Blöd nur, dass der offensichtlich hetero ist. Und auch, dass dieser Klugscheißer Hanke mit von der Partie ist.

"Der Norden ruft" von ©Mo Kast
„Der Norden ruft“ von ©Mo Kast

Zum Inhalt:
Red Hot Viking heißt ausgerechnet Kevin? So ein heißer Typ und so ein … normaler Name passen einfach nicht zusammen. Genauso wenig wie er, Bastian, Germanistikstudent und Katastrophenheini zu diesem perfekten, anbetungswürdigen Wikinger mit einer unbestreitbar schönen Freundin zusammenpasst. Aber Bastian kann es nicht lassen.

Also improvisiert er ein Projekt, dass seinem Wikinger auf den Leib geschneidert ist. Gemeinsam mit Adriana, der besten Freundin der Welt und Kunststudentin, erfindet er eine Fotostory im Stil der nordischen Mythologie. Nicht, dass er vorher irgendwie Ahnung von der Sache oder wenigstens ordentlich recherchiert hätte. Bei ihm läuft halt alles eher spontan.

Davon sind seine Projektpartner ziemlich genervt. Allen voran Adriana natürlich, weil auch sie dafür eine Note bekommen wird. Aber auch Hanke lässt keine Gelegenheit aus, am Projekt herumzunörgeln und mit seinem Wissen über nordische Mythologie zu glänzen. Besonders an Bastian hat er dauernd was auszusetzen.

Als Bastian versucht, Hanke mit schrägen Komplimenten die Luft aus den Segeln zu nehmen, geht das richtig nach hinten los. Aber vielleicht klappt ja wenigstens der Dreier mit Red Hot Kevin und seiner schönen Freundin.

Meine Meinung:
Was entdeckt man nicht alles auf einer kleinen Buchmesse unabhängiger Verlage? Ich zum Beispiel, dass ich für cool gemacht Cover durchaus empfänglich bin. Und bei einem guten wie lockeren Schreibstil auch gern noch mal ins Chaos der Studienjahre abtauche, wo meins doch schon unfassbare 15 Jahre her ist. Ach und LGBT wäre mir sonst wohl auch nicht untergekommen.

Aber „Der Norden ruft“ von Mo Kast ist lässig. Ihr Protagonist war nervig, ich mag eigentlich keine Wikingertypen und wahllos Alkohol schütte ich seit Ewigkeiten nicht mehr in mich hinein. Ich würde mir mit keiner Frau den Typen in meinem Bett teilen, für keine wilde Story im Rabenkostüm auf einen Baum klettern und sicher nicht mehr wie ein Student leben wollen. Trotzdem habe ich das Buch weggeatmet.

Mein Fazit:

Ich hatte „Der Norden ruft“ in 2 Tagen durch und will mehr. Dann bitte wieder mit so schönen Illustrationen und authentischen Menschen. Sie dürfen mir gern von Seite zu Seite mehr auf die Nerven gehen, solange sie nur chaotische, aber nicht strohdoof sind. Das war ja selbst dieser Bastian nicht – trotz aller Katastrophen.

Infos zum Buch:
Titel: Der Norden ruft
Autorin: Mo Kast
ISBN: 978-3948094010
Independently published

Ich habe dieses Buch auf der BuchBerlin 2018 entdeckt und zu Weihnachten geschenkt bekommen.

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