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Buch: „Der dunkle Weg“ von Susanne Goga

Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfte Irland um die Freiheit. Zu dieser Zeit war es unmöglich, Ire und nicht politisch zu sein. Erst Recht mit Beginn des Ersten Weltkriegs. Als Frau aus dem Feindesland braucht es da Nerven und gute Freunde, um in diesem Land glücklich zu werden und seinen Weg zu gehen.

"Der dunkle Weg" von Susanne Goga beim ©Diana Verlag
„Der dunkle Weg“ von Susanne Goga beim ©Diana Verlag

Zum Inhalt:
Dublin 1912. Es sollte eigentlich nur ein Besuch werden, doch die Stadt gefällt der jungen Künstlerin Ida so gut, dass sie gar nicht mehr nach Hamburg zurückkehren will. Wahrscheinlich gibt es schönere Städtchen in Irland und anderswo, doch Ida hat es in die aufregenden Kreise politisch engagierter Menschen verschlagen.

Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch das selbe Ziel verfolgen: Die Freiheit Irlands. Sie demonstrieren, gründen kampfbereite Einsatztruppen, bringen regierungskritische Zeitungen heraus, inszenieren gewagte Theaterstücke oder helfen denen, die sich offen auflehnen oder so arm sind, dass jeder Tag eine Herausforderung ist.

Zu letzteren gehört der angesehene Arzt Cian O’Connor. Anfangs behandelt er Ida recht schroff, da sie sich mit ihrer naiven Art schnell in Gefahr begibt. Doch bald schon ist er von Idas Interesse an und Engagement für die armen Leute der Stadt beeindruckt. Denn Ida sucht nicht sie schönsten Motive der Stadt, sondern die mit der größten Aussagekraft.

Gemeinsam wollen sie den Menschen helfen. Doch auf dem Festland braut sich der Erste Weltkrieg zusammen und Ida bekommt als Deutsche den Unmut der Iren zu spüren. Plötzlich ist jeder Deutsche unliebsamer als die britische Regierung. Welche Zukunft können Ida und Cian sich da aufbauen?

Meine Meinung:
„Der dunkle Weg“ ist wie für Susanne Goga üblich mehr als ein historischer Roman mit Liebesgeschichte. Er zeichnet das Leben in Irland zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach, als es noch keine IRA gab, aber doch Widerstand gegen die britische Regierung. Schließlich scherte sich das Königreich nicht um die Armen auf der grünen Nachbarinsel, solange es sich von deren Erträgen satt essen konnte.

Ida wird als Ausländerin zunächst nicht ernst genommen und traut sich auch nur langsam, eine eigene Meinung zur Situation Irland zu haben. Doch sie gerät schnell in politische Kreise und lässt sich von dem starken Willen der charismatischen Menschen anstecken.

Einige davon sind bekannte, also reale Persönlichkeiten. Und auch der Lauf der Geschichte in „Der dunkle Weg“ ist historisch belegt. Interessant war die Perspektive der Deutschen, die eben noch mit offenen Armen aufgenommen wurde und dann ihren Job verliert, weil Deutschland den Ersten Weltkrieg anzettelt.

Mein Fazit:
Nach „Der verbotene Fluss“ und „Das Haus in der Nebelgasse“ ist dies nun das dritte Buch, das ich von Susanne Goga gelesen habe. Mit dem politischen Konflikt in Irland und dem Ersten Weltkrieg hat sie sich erneut Themen herausgesucht, die aus einem historischen Roman ein kritisches Buch machen. Trotzdem hatte ich diesmal so meine Schwierigkeiten, in die Geschichte einzutauchen, was vielleicht am allzu vorhersehbaren  Einleben Idas in die neue Welt zu tun hat. Danach wird es wesentlich besser.

Infos zum Buch:
Titel: Der dunkle Weg
Autorin: Susanne Goga
Verlag: Diana Verlag
ISBN: 978-3-453-35799-0

Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft.

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