Buch: „Den Mund voll ungesagter Dinge“

Seit 17 Jahren gibt es nur Papa und Sophie. Und Hamburg. Doch dann beschließt Papa, dass sie in München neu anfangen – bei seiner perfekten Freundin mit ihren perfekten Kindern in einem perfekten Haus. Nichts, aber auch gar nichts daran passt Sophie in den Kram. Bis Alex auftaucht.

"Den Mund voll ungesagter Dinge" bei ©heyne fliegt

„Den Mund voll ungesagter Dinge“ bei ©heyne fliegt

Zum Inhalt:
Alex wohnt gleich nebenan. Von Sophies Zimmer aus kann man direkt in Alex‘ Zimmer schauen und so kommt es, dass Sophie Alex beim Vögeln mit ihrem Freund „erwischt“. Und beim Zuschauen erwischt wird. Das hält Alex und ihren Freund Clemens aber nicht davon ab, Sophie an ihrem ersten Schultag mit dem Auto zur Schule mitzunehmen. Auch Nik ist von Sophie begeistert, was seiner Freundin Jasmin nicht gefällt – und Sophie eigentlich auch nicht.

Während Sophie nun versucht, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden, gerät sie immer öfter mit ihrem Papa aneinander. Sie fühlt sich verraten und nur ein Mensch auf der Welt kann das verstehen: Lukas. Ihr bester Freund und Seelenverwandter, der für die Liebe von ihr weg und nach Paris zog. Er kennt sein „Schneeflittchen“ und erscheint bald, um Sophie auf recht unkonventionelle Art vor Niks Annäherungsversuchen zu bewahren.

Doch dann ist da ein Kuss, der Sophies Welt auf den Kopf stellt.

Beim Flaschendrehen wählt Sophie die Pflicht und muss Alex küssen. Was ein Partyspiel sein soll, fühlt sich nach so viel mehr an. Aber fühlt Alex das Gleiche? Ist es wirklich möglich, dass dieser Kuss eine Fortsetzung und noch viel mehr erhält? Sophies Gefühle fahren Achterbahn, denn Alex hat einen festen Freund – und kommt Sophie trotzdem gefährlich nah.

Meine Meinung:
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ setzt da an, wo das Leben höllisch kompliziert ist: An dem Punkt, an dem man nicht mehr Kind ist und noch nicht so richtig Erwachsener. Wo man sich also nicht mehr sagen lassen will, wer oder wie man sein soll und dabei aber auch noch nicht weiß, wer oder wie man eigentlich ist.

Wenn dann auch noch die Liebe zuschlägt und das auch noch in „nicht normal“, ist das Chaos perfekt. Denn lesbische Liebe fühlt sich noch immer nicht normal an. Und wer sagt denn, dass man lesbisch ist, wenn man sich als Mädchen in ein Mädchen verliebt. Schließlich gab es vorher auch Jungs.

Kompliziert ist es mit Eltern in dem Alter aber sowieso. Sophie muss aber auch noch mit einem Umzug und einer neuen Familie klar kommen. Ich finde ja, sie macht das richtig gut. Wenn ich mir da die Fehler ihres Vaters anschaue, kann ich nur hoffen, dass ich mich schlauer anstelle, wenn es bei uns hier soweit ist.

Mein Fazit:
Anne Freytag jedenfalls hat ein übel gutes Händchen für diese Situation. Ihre Menschen sind authentisch und das Chaos glaubwürdig bis in den letzten Selbstzweifel. „Den Mund voll ungesagter Dinge“ habe ich sehr genossen und mich jeden Tag darauf gefreut, abends wieder in Sophies Welt einzutauchen.

Infos zum Buch:
Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autorin: Anne Freytag
Verlag: heyne fliegt
ISBN: 978-3-453-27103-6

Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft.

Kategorie Bücher, Roman
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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