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Buch: Das Mohnblütenjahr“von Corina Bomann

Nicole ist schwanger und sollte sich eigentlich auf ihr Baby freuen. Doch ihr Freund hat sie sitzen lassen und ihr Baby höchstwahrscheinlich einen erblich bedingten Herzfehler. Nicole macht sich auf den Weg zu ihrer Mutter – um Kraft für die Diagnose zu sammeln und um endlich zu erfahren, wer ihr Vater ist.

Das Mohnblütenjahr bei ©Ullstein
Das Mohnblütenjahr bei ©Ullstein

Zum Inhalt:
In 38 Jahren hat sie nie nach ihrem Vater gefragt. Aber jetzt könnte er ihr und ihrem Baby helfen. Endlich ist ihre Mutter bereit, ihr zu erzählen, wo sie herkommt und was sie dazu bewegt hat, bis jetzt über Nicoles Vater zu schweigen.

Ihre Mutter Marianne hat viel zu erzählen. Von einer Kindheit im Haus eines schweigsamen, aber resoluten Malers, der sich nur dann für seine Tochter interessierte, wenn sie ihm Modell sitzen sollte. Und wenn er einmal mehr an deren Liebe zu allem Französischen Anstoß nahm. Weil er die Franzosen auch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg als Feinde ansah.

Als Nicoles Mutter ausgerechnet Französischlehrerin wird, enterbt er sie. Doch da hat sie sich schon ihr eigenes Leben aufgebaut und darf sogar im Rahmen eines Austauschprogramms nach Bar-le-duc. Dort lernt sie, dass auch auf französischer Seite die alte Feindschaft aus dem Krieg lebendig geblieben ist.

Doch einige Franzosen sind bereit, den Menschen ihres Nachbarlandes offen gegenüber zutreten. Und einer von ihnen wird Mariannes große Liebe und Nicoles Vater. Aber warum hat sie ihn nie kennengelernt?

Meine Meinung:
„Das Mohnblütenjahr“ zeigt, wie tief die Feindschaft zwischen Deutschen und Franzosen auch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg noch war. Auch in der Nachkriegsgeneration gab es Menschen, die der jeweils anderen Nation nicht verzeihen wollten. Wohl durch den Einfluss ihrer Eltern.

Corina Bomann erzählt aber auch von einer großen Liebe, die nicht sein durfte. Zum einen wegen der verschiedenen Nationalitäten, zum anderen aus althergebrachten Verpflichtungen heraus. Es ist schließlich die nächste, ungeborene Generation, die hier für eine vorhersehbare Wiedervereinigung sorgt.

Mein Fazit:
Ich habe von „Das Mohnblütenjahr“ aber auch nichts anderes erwartet, als eine vorhersehbare Liebesgeschichte vor einem gesellschaftlich interessanten Hintergrund. Einige Monologe waren für meinen Geschmack zu ausgefeilt, aber sonst sorgte Corina Bomanns Schreibstil für flüssig-leichtes Lesevergnügen. Winterblüte fand ich allerdings besser.

Infos zum Buch:
Titel: Das Mohnblütenjahr
Autorin: Corina Bomann
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548286679

Dieses Buch habe ich in der Stadtbibliothek Schkeuditz ausgeliehen.

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