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Buch: „Das Mädchen aus dem Savoy“

von Hazel Gaynor

Tagsüber richtet sie die Betten im Luxushotel Savoy, nachts träumt sie sich auf die Bühnen des Londoner West End. So berühmt und bewundert werden wie Loretta May, das ist ihr Ziel. Dabei stehen ihre Chancen denkbar schlecht – bis sie im Regen mit einem jungen Mann zusammenstößt und damit mehr als zwei Leben ändert.

"Das Mädchen aus dem Savoy" von Hazel Gaynor bei ©blanvalet
„Das Mädchen aus dem Savoy“ von Hazel Gaynor bei ©blanvalet

Zum Inhalt:
London in den 1920er Jahren. Während die einen rauschende Feste feiern und ihre Langeweile mit Alkohol und Drogen betäuben, sparen andere jeden Penny, um an ihrem freien Tag ihre Stars auf der Bühne zu sehen. Besonders die sogenannten Galeriemädchen stürmen jede Vorstellung und bejubeln ihre Idole lautstark, denn von den schönen Kleidern und Frisuren und vom Blitzlichtgewitter können sie nur träumen.

Auch Dorothy ist solch eine Träumerin. Das Mädchen vom Lande schlägt sich als Hausmädchen durch bis sie in eine äußerst prekäre Lage gerät und nach London zieht. An ihrem ersten Arbeitstag im Luxushotel Savoy kommt sie durchnässt, zerfleddert und zu spät an.

Kein guter Tag also, wäre da nicht der Zusammenstoß mit Peregrine „Perry“ Clements. Der Komponist mit Anlaufschwierigkeiten braucht dringend Inspiration und Dorothy wird auf Umwegen zu seiner Muse. Bei dieser Gelegenheit lernt sie Perrys berühmte Schwester kennen – keine geringere als Loretta May.

Dorothy erhält die Chance ihres Lebens und Einblicke hinter die Fassade aus Glitzer und Glamour. Es scheint fast, als hätte auch die Liebe eine Chance. Doch nicht nur sie sondern auch Perry haben mit ihren Erlebnissen im Ersten Weltkrieg noch nicht abgeschlossen. Wird Dorothys Traum sich erfüllen oder an der Vergangenheit scheitern?

Meine Meinung:
Als „Das Mädchen aus dem Savoy“ ist Dorothy ein winziges Rädchen im Getriebe des durchorganisierten Getriebes eines Luxushotels. Hier herrschen strenge Regeln und die erste davon ist: Du bist unsichtbar. Für die Mädchen dieser Zeit ist eine Anstellung im Savoy dennoch ein Glücksfall. Denn nach dem Ersten Weltkrieg fordern die wenigen zurückkehrenden Männer ihren Platz in der Gesellschaft und in den Haushalten zurück.

Eine gute Arbeit ist also schwer zu finden, ein selbstbestimmtes Leben schwer zu verwirklichen. Dabei tragen Männer wie Frauen Verletzungen aus Kriegstagen mit sich herum, die man oft erst auf den zweiten Blick sehen kann. Aber so genau mag kaum jemand hinschauen und so lenkt man sich am liebsten mit der glitzernden Welt des Showbusiness ab.

Autorin Hazel Gaynor erschafft mit Ihren Worten ein lebendiges London der 1920er Jahre. Ihre Protagonisten sind authentisch, ihre Beschreibungen bildhaft und die Entwicklung der Geschichte nachvollziehbar. Hin und wieder wird es etwas kitschig und die Wortwahl in den Dialogen kommt etwas zu modern daher. Aber das alles kann dem Lesevergnügen nichts anhaben.

Mein Fazit:
„Das Mädchen aus dem Savoy“ ist ein 500-Seiten-Schmöker, den ich kaum aus der Hand legen wollte. Er eignet sich wunderbar, um den Alltag auszublenden und sich vom Glamour der 20er Jahre in ein komplett anderes Leben entführen zu lassen. Auch wenn es hin uns wieder rührselig wird, überwiegt doch der Teil, in dem man Einblicke in die Folgen des Ersten Weltkrieges bekommt. Und natürlich in ein wildes Jahrzehnt mit allen Höhen und Tiefen.

Infos zum Buch:
Titel: Das Mädchen aus dem Savoy
Autorin: Hazel Gaynor
Aus dem Amerikanischen von Claudia Geng
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0508-1

Dieses Buch habe ich mir in der Stadtbibliothek Schkeuditz ausgeliehen.

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