Buch: „Das Mädchen auf der Treppe“ von Margareta Simm

Buch: „Das Mädchen auf der Treppe“ von Margareta Simm

Oder: Das Tabu in meiner Familie

Als Kind saß Smedi immer auf der Treppe ihres Elternhauses. Oben, bei der Großmutter, wohnte sie. Unten, bei den Eltern, war sie eher selten erwünscht. Der einzige Mensch, der sich zu ihr auf die Stufen setzte, war Leo. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum er mehr für sie war, als nur ein Halbbruder.

"Das Mädchen auf der Treppe" beim ©Herbig Verlag
„Das Mädchen auf der Treppe“ beim ©Herbig Verlag

Zum Inhalt:
Der Krieg ist schon fast vorbei, als Leos Mutter bei einem Angriff stirbt. Zusammen mit dem Vater zieht er Richtung Süden in die Berge, wo Leos Vater offensichtlich Kontakte hat, die den beiden ein neues Leben ermöglichen.

Dass es sich dabei um eine neue Frau handelt, ist für Leo ein Schock. Es fühlt sich an, als würden Vater und er die gerade gestorbene Mutter mit dieser Irma betrügen. Er will sie nicht als seine neue Mutter, auch wenn sie das dank Trauschein plötzlich ist.

Als Leo heranwächst, ändern sich die Gefühle für die Stiefmutter. Und zu seinem 18. Geburtstag darf er das Internat für ein paar Stunden verlassen und sie im nahen Kurhaus besuchen. Was dort geschieht, ändert alles für die beiden – muss aber geheim bleiben.

Die Kur der Mutter wird ein Erfolg, denn wenig später ist sie schwanger. Doch das Kind darf die Wohnung der Eltern nur selten betreten. Das Mädchen wänchst quasi bei der Grußmutter auf, die sie ein ums andere Mal als Schande für die Familie betitelt.

Doch es braucht Jahrzehnte, bis Greta herausfindet, warum sie nie richtig zu ihrer Familie gehören durfte.

Meine Meinung:
Margarete Simm erzählt nur so viel, wie sie selbst weiß. Sie beginnt mit Leos Flucht mit dem Vater. Dann wechselt sie zur Kennenlerngeschichte Leos Vater und der viel jüngeren Irma, ihrer Mutter. Schließlich berichtet sie davon, wie Leo und Irma zusammenkamen.

Und dann erzählt sie ihre Geschichte. Von der Kindheit als das Mädchen auf der Treppe, die quasi eine Zwischenwelt war. Von dem Gefühl, von Geheimnissen umgeben zu sein, an denen sie selbst Schuld hat und nicht einmal weiß, wieso. Von der sehr späten Erkenntnis, wer Vater und wer Stiefvater war.

Da der Leser nur so viel weiß, wie Greta selbst, sollte er nicht erwarten, in die Gefühlswelt aller Beteiligten Einblick zu haben. Gerade von Leo erfährt man fast nichts aus der Zeit nach Gretas Geburt. Und auch Gretas Mutter veschanzt sich im entscheidenden Moment hinter Demenz und altersbedingter Müdigkeit.

Mein Fazit:
Aber man hat es bei „Das Mädchen auf der Treppe“ ja auch mit einer wahren Geschichte zu tun. Diese wird durchaus emotional erzählt, ja hin und wieder vielleicht etwas zu sehr mit Gefühl und Atmosphäre aufgeladen. Dadurch bleibt das Buch trotz höchst interessanter Geschichte leider hinter meinen Erwartungen zurück.

Infos zum Buch:
Titel: Das Mädchen auf der Treppe oder das Tabu in meiner Familie
Autorin: Margareta Simm
Verlag: Herbig
ISBN: 978-3-7766-2745-9

Oder: Das Tabu in meiner Familie Als Kind saß Smedi immer auf der Treppe ihres Elternhauses. Oben, bei der Großmutter, wohnte sie. Unten, bei den Eltern, war sie eher selten erwünscht. Der einzige Mensch, der sich zu ihr auf die Stufen setzte, war Leo. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum er mehr für sie war, als nur ein Halbbruder. Zum Inhalt: Der Krieg ist schon fast vorbei, als Leos Mutter bei einem Angriff stirbt. Zusammen mit dem Vater zieht er Richtung Süden in die Berge, wo Leos Vater offensichtlich Kontakte hat, die den beiden ein neues Leben ermöglichen.…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Eine wahre Geschichte

Greta ist die Tochter ihrer Mutter. Alles andere ist ein großes Geheimnis und sie selbst zur Schande für die Familie. Trotz dieser interessanten Geschichte, kann mich das Buch nicht wirklich begeistern. Das liegt auch an der Erzählweise, vor allem aber an Zeitsprüngen und Perspektivwechseln, die man anders hätte platzieren können.

Kommentieren Sie den Artikel