Buch: „Das Leuchten jenes Sommers“ von Nikola Scott

Chloe führt ein perfektes Leben in einem perfekten Haus mit einem perfekten Ehemann. Sie muss sich um nichts sorgen. Erst als sie die Kinderbuchautorin Madeleine Hamilton für ein neues Buch fotografieren soll, gerät ihre heile Welt ins Wanken und sie selbst aus der Spur. Oder war sie das schon längst und wollte es nur nicht sehen?

"Das Leuchten jenes Sommers" von Nikola Scott bei ©Rowohlt

„Das Leuchten jenes Sommers“ von Nikola Scott bei ©Rowohlt

Zum Inhalt:
Chloes Mann ist ein erfolgreicher Arzt. Deshalb wird Chloe nie wieder arbeiten müssen. Ein Luxus, den sie sich nie hätte träumen lassen, denn schon in jungen Jahren musste sie sich um ihren kleinen Bruder Danny kümmern und die eigenen Eltern ersetzen. Noch dazu ist Danny unheilbar krank und muss bei vollem Verstand erleben, wie seine Muskeln Stück für Stück abbauen. Dank Chloes Mann ist er allerdings in den besten Händen und Chloe sorgenfrei.

Aber diesen einen Job will sie dann doch machen.

Sie soll ein Portrait von Madeleine Hamilton machen. Der Kinderbuchautorin genau des Buches, das Chloe und Danny durch die schwersten und schönsten Zeiten ihres Lebens begleitet hat. Gegen den Willen ihres Mannes besucht sie die inzwischen sehr alt gewordene Madeleine in Summerhill.

Der Ort scheint dem geliebten Kinderbuch entsprungen zu sein. Buchstäblich am Rand der Welt wirkt das heruntergekommene Anwesen mitten im Grünen wie aus der Zeit gefallen. Vielleicht liegt es daran, dass sich Chloe schon beim ersten Treffen mit Madeleine Privates entlocken lässt. Aber auch die alte Frau gibt mehr von sich preis, als sie eigentlich vorhatte.

Die Verbindung zwischen den beiden Frauen ist magisch und Chloe nimmt einiges auf sich, um immer wieder nach Summerhill kommen zu können. Denn ihr Mann ist strikt dagegen, erst recht, als er herausfindet, dass Chloe schwanger ist. Doch gerade das verleiht Chloe und Madeleine neue Kräfte.

Meine Meinung:
Ich will ja nicht zu sehr schwärmen, aber dieses Buch ist einfach wunderbar. Es hatte mich schon beim ersten Absatz für sich eingenommen und daraus wurde eine tiefe Zuneigung. „Das Leuchten jenes Sommers“ hat mich also noch mehr begeistert als „Zeit der Schwalben„, mit dem ich ja erst auf die Autorin Nikola Scott aufmerksam geworden bin.

Dieses Buch nun erzählt die Geschichte zweier Frauen. Die eine könnte die Tochter, wenn nicht gar die Enkelin der anderen sein und sie kennen sich kaum. Aber beide mussten den Verlust der Eltern zu früh erleben und sich allein durchschlagen. Während Maddy sich dabei noch eine Weile an ihrer großen Schwester festhalten konnte, musste Chloe sich gleich um den kleinen Bruder kümmern, dessen Krankheit unaufhaltsam voranschritt.

Nikola Scott vermittelt die tiefe Verbundenheit zwischen den Geschwistern genauso wie die ungesunde Abhängigkeit, die aus den jeweiligen Notsituationen heraus entstand. Mit der Ehe von Chloe und Aidan zeigt sie außerdem, wie sich psychische Gewalt in ach so perfekten Beziehungen einschleichen, festsetzen und ausbreiten kann.

Die Zeitsprünge, die für das Erzählen beider Frauenschicksale nötig sind, waren für mich als Leser dabei klar nachvollziehbar. Mit ihrem Schreibstil und fiesen Cliffhängern fesselte sie mich an die Geschichte, denn um von der einen in die andere Zeit wieder zurück zu springen, dauert es aber schon mal einige Kapitel.

Mein Fazit:
„Das Leuchten jenes Sommers“ konnte ich nur schwer aus der Hand legen. Emotionale Abhängigkeit und deren Missbrauch, aber auch die tiefe Verbundenheit zwischen zwei Menschen, verpackt in zwei Lebensgeschichten, die trotz aller Unterschiede viele Gemeinsamkeiten aufweisen – das alles in einem großartigen Buch.

Infos zum Buch:
Titel: Das Leuchten jenes Sommers
Autorin: Nikola Scott
Verlag: Wunderlich (Rowohlt)
ISBN: 978-3-8052-0038-7

Dieses Buch wurde uns als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Chloe führt ein perfektes Leben in einem perfekten Haus mit einem perfekten Ehemann. Sie muss sich um nichts sorgen. Erst als sie die Kinderbuchautorin Madeleine Hamilton für ein neues Buch fotografieren soll, gerät ihre heile Welt ins Wanken und sie selbst aus der Spur. Oder war sie das schon längst und wollte es nur nicht sehen? Zum Inhalt: Chloes Mann ist ein erfolgreicher Arzt. Deshalb wird Chloe nie wieder arbeiten müssen. Ein Luxus, den sie sich nie hätte träumen lassen, denn schon in jungen Jahren musste sie sich um ihren kleinen Bruder Danny kümmern und die eigenen Eltern ersetzen. Noch…
Zwei absolut unterschiedliche Frauen, die in ihrem Leben sehr viel durchgemacht haben. Bei beiden gab es eine große Liebe, die leider sehr ungesund war oder ist. Die emotionale Abhängigkeit und ihre Folgen bei Missbrauch, aber auch die Kraft dieser Gefühle werden von Nicola Scott authentisch und berührend zu einer Geschichte verwoben, die man am Ende des Buches gar nicht loslassen möchte.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Absolute Lese- empfehlung

Zwei absolut unterschiedliche Frauen, die in ihrem Leben sehr viel durchgemacht haben. Bei beiden gab es eine große Liebe, die leider sehr ungesund war oder ist. Die emotionale Abhängigkeit und ihre Folgen bei Missbrauch, aber auch die Kraft dieser Gefühle werden von Nicola Scott authentisch und berührend zu einer Geschichte verwoben, die man am Ende des Buches gar nicht loslassen möchte.

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