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Buch: „Bridgets und Joans Tagebuch – Verrückt nach dem Toyboy“

„Schokolade zum Frühstück“ zeigte uns, dass gerade nicht perfekte Frauen sexy und liebenswert sind. „Bridgets und Joans Tagebuch“ zeigt uns, dass das auch für Frauen jenseits der 80 gilt. Denn diese beiden alten Ladies und ihre Freundschaft sind einfach knuffig.

"Bridgets und Joans Tagebuch" beim Verlag ©Manhatten
„Bridgets und Joans Tagebuch“ beim Verlag ©Manhatten

Zum Inhalt:
Bridget und Joan sind seit mehr als 80 Jahren befreundet. Sie wohnen im Magnolia Seniorenheim und amüsieren sich meist schlecht bis gar nicht bei den angebotenen Aktivitäten. Gott sei Dank sorgt immer eine der beiden Frauen dafür, dass es der anderen nicht langweilig wird. Auch wenn die das vielleicht gerade gar nicht will.

Denn die beiden Damen sind so unterschiedlich, dass sie sich gegenseitig gehörig auf die Nerven gehen. Bridget ist vom Typ ein verrücktes Huhn mit Star-Allüren und überbordender Fantasie, was die eigene Wirkung auf Männer angeht. Dafür geht sie völlig unbedarft mit unbekannten Dingen und neuer Technik um und bringt sich so mehrfach in ernste Schwierigkeiten.

Joan mag es da um einiges bescheidener und mag es gediegen. Sie puzzelt lieber ein 15.000 Teile Puzzle als im Internet zu surfen, legt aber Wert darauf, den jährlichen Back-Wettbewerb zu gewinnen. Außerdem muss sie Bridget mehr als einmal aus prekären Situationen retten und manchmal auch sich selbst – dank Bridget.

Aber wer nun denkt, dass diese Freundschaft nicht ausgeglichen wäre, irrt sich gewaltig. Mag sein, dass Joan die Schilderungen Bridgets relativieren bzw. ins rechte Licht rücken muss. Aber so brav wie es scheint, ist auch Joan nicht. Denn sie ist mindestens so gern zu Streichen gegenüber Bridget aufgelegt, wie diese zu Übertreibungen neigt.

Und wie fest die Freundschaft zwischen den betagten Damen ist, zeigt sich im Ernstfall. Denn Bridget hat sich in den falschen Mann verliebt und rennt, ähm, rollatort in ihr Unglück. Aber Joan ist ja da, um sie vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Meine Meinung:
„Bridgets und Joans Tagebuch“ erzählt von zwei alten Damen in einem britischen Seniorenheim. Während die eine sich wildverrückt ins nächste Abenteuer stürzt, geht die andere recht gelassen durch den Tag. Die beiden nerven sich gegenseitig mit ihrer ganzen Art, aber hängen doch aneinander wie Pech und Schwefel.

Die Freundschaft der beiden ist herzerfrischend witzig beschrieben. Man möchte nicht in der Rolle der Angestellten des Seniorenheims stecken, freut sich aber diebisch über die Streiche, die sich die Damen gegenseitig und den anderen Bewohnern spielen. Sehr witzig auch, was sich Bridget über die alltäglichen Begebenheiten so zusammendichtet und wie Joan dann die Sache aus ihrer Sicht beschreibt.

Gerade die unterschiedlichen Sichtweisen der gleichen Ereignisse sorgen für gute Laune. Wenn Bridget ihren großen Auftritt beim Seniorenausflug beschreibt, kann man sicher sein, dass es laut Joan oberpeinlich oder mindestens ganz anders war. Aber egal wie: Das Leben ist auch noch mit über 80 schön und lebenswert.

Der Schreibstil der beiden Damen ist locker flockig und liest sich gut weg. Da schafft man es auch nach einem langen anstrengenden Tag noch, der Handlung zu folgen. Und entspannt sich wunderbar bei den kleinen Annekdoten und großen Katastrophen. Gegen Ende des Buches hätte es überaus dramatisch werden können. Aber dafür haben die Ladies wohl doch schon zu viel erlebt. Gut so.

Mein Fazit:
„Bridgets und Joans Tagebuch“habe ich hier schon als Neuerscheinung empfohlen. Jetzt weiß ich: Der Buchtipp war gut, denn auch ich hatte viel Spaß mit den beiden Ladies. Also kann ich das Buch nun nach dem Lesen erst recht all jenen empfehlen, die etwas Leichtes zum Schmunzeln suchen. Wer über die Gewitztheit älterer Damen lachen kann, findet hier zwei von der Sorte, die es faustdick hinter den Ohren haben.

Infos zum Buch:
Titel: Bridgets und Joans Tagebuch – Verrückt nach dem Toyboy
Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen
Autorinnen: Bridget Golightly und Joan Hardcastle
Verlag: Manhatten (Randomhouse)
ISBN: 978-3-442-54748-7

Ich habe dieses Buch nicht vorliegen, sondern möchte es nur vorstellen. Dies geschieht ohne Wissen oder Zutun von Verlagen.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Lustiger Lesestoff

Alte Damen können furchtbar schrullig sein. Solange man ihre großen und kleinen Eskapaden aber nicht jeden Tag ertragen muss, sind sie witzig und unterhaltsam. So auch bei Bridget und Joan. Die eine flirtet auf Teufel komm raus, die andere verhindert das Schlimmste dabei. Zusammen stellen die Damen ganz schön viel an und halten sich so gegenseitig auf Trab. Das liest sich prima und bringt den Leser zum Schmunzeln. Nur das Drama am Ende hätte man sich ruhig sparen können.

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