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Buch: „Bittersüß wie Pecannüsse“ von Kathy Hepinstall

Für Willow ist ihre Mutter Polly die größte. Damit sie das auch für alle anderen Menschen ist, erfindet das Mädchen wilde Geschichten über ihre Mutter. Die nimmt es gelassen – wie auch den Rest des Alltags. Bis sie sich ihrer Vergangenheit und einer schweren Krankheit stellen muss.

Bittersüß wie Pecannüsse ©Rowohlt
Bittersüß wie Pecannüsse ©Rowohlt

Zum Inhalt:
Als Willow geboren wird, ist ihre Mutter 58 und der Vater schon tot. Ihre Geschwister sind erwachsen und führen ihr eigenes Leben. Kein Wunder, dass das Mädchen es gar nicht gerne sieht, wenn Mama Polly raucht wie ein Schlot. Denn Willows größte Angst ist es, dass Polly stirbt.

Was Willow allerdings noch mehr hasst, als Pollys Nikotinsucht, sind deren Geheimnisse. Aus Gründen, über die sie sich hartnäckig ausschweigt, will Polly nie wieder ihre Heimatstadt Bethel betreten.

Und dann ist da noch ein mysteriöser Mann namens Garland. Als Willow Liebesbriefe von ihm an ihre Mutter findet, rastet diese völlig aus. Vielleicht, weil die Absendeadresse ein Gefängnis ist? Oder liebt sie ihn etwa immer noch.

Willow will es unbedingt herausfinden. Doch über die Jahre wird aus ihr ein waschechter Teenager. Gerade als ihre Mutter ihr nur noch auf den Keks geht und die erste Liebe mit voller Wucht zuschlägt, wird Willows größte Angst wahr: Polly wird ernsthaft krank.

Kann ihre alte Liebe sie noch retten? Oder vielleicht sogar ihr größter Feind? Polly muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Und Willow sich ihrer größten Angst. Auch wenn sie versucht, ihre Liebe für das Leben ihrer Mutter zu opfern, ändert das doch rein gar nichts.

Meine Meinung:
Es geht also um Verlust. Kathy Hepinstall packt in „Bittersüß wie Pecannüsse“ eine kindliche Angst bei den Hörnern und schleift den Leser daran durchs ganze Buch. Dabei lässt sie auch nicht außer Acht, dass Teenagerzeit und Alltag die große Angst vor dem Verlust eines geliebten Menschen verdrängen kann.

Auch lässt sie ihre Protagonistin nach schier unmöglichen Strohhalmen greifen. Doch was nutzt der Verzicht auf das eigene Glück im Kampf gegen Krebs wirklich? So hart das Holz auch ist, aus dem Polly geschnitzt ist, gegen diesen Bären kommt man nicht lange an.

Die Geschichte um Willow und ihre so viel ältere Mutter beginnt sehr ruhig. Fast scheint es ein Porträt der beiden zu werden, dass sich mit der Beschreibung der Eigenschaften begnügt. Doch gegen Ende nimmt die Geschichte ordentlich Fahrt auf.

Mein Fazit:
„Bittersüß wie Pecannüsse“ bringt uns ein schräges Mutter-Tochter-Paar ziemlich nah. Die eine resolut aber herzlich, die andere fantasievoll und frech. Auch der Rest der Familie ist ziemlich verkorkst. Wer sowas mag, wird viel Spaß an diesem Buch haben.

Infos zum Buch:
Titel: Bittersüß wie Pecannüsse
Autorin: Kathy Hepinstall
Aus dem Englischen von Gertrud Wittich
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN:978-3-499-29119-7

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Schräge Typen!

Normal sind die beiden nicht: Willow liebt ihre Mutter und hasst es, dass diese so viel älter als andere Mütter ist. Polly liebt ihre Tochter und hasst so ziemlich alles andere. Außer vielleicht noch Garland, ihre alte Jugendliebe.

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