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Buch: „Alles, was folgte“ von Renate Ahrens

Katharina haut so schnell nichts um. Seit Jahrzehnten reist sie überall da hin, wo es brennt und macht eindrucksvolle, ja verstörende Fotos vom Herzen des Krieges. Dafür hat sie die Beziehung zu ihrem Sohn geopfert und riskiert jedesmal aufs Neue ihre Beziehung zu Lars. Doch mit einem Bündel alter Briefe wird alles anders.

"Alles, was folgte" bei ©Droemer
„Alles, was folgte“ bei ©Droemer

Zum Inhalt:
Es ist 1990, die Mauer gerade gefallen und die Deutschen sind auf dem Weg zur Einheit. Doch mit einem dicken Umschlag aus der DDR hat die Hamburgerin Katharina nicht gerechnet. Der Inhalt lässt ihre Welt in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

Es sind Briefe ihrer Mutter an deren Schwester. Sie enthüllen nach 50 Jahren ein Familiengeheimnis, denn die Frauen haben die Rollen getauscht: Die Frau, die Katharina ihr Leben lang als Mutter kannte, ist eigentlich ihre Tante. Und die Post aus der DDR kommt von ihrem Halbbruder Manfred.

Ihr richtiger Vater musste im Zweiten Weltkrieg an die Ostfront. Er galt bald als vermisst und es ist niemand mehr da, den Katharina nach seinem Verbleib fragen könnte. Oder doch? Katharina begibt sich auf Spurensuche. Und entdeckt dabei ein neues Gefühl: Die Angst vor dem Tod.

Meine Meinung:
„Alles, was folgte“ wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen ist da Katharinas Sicht auf die Dinge. Als Leser erlebt man, wie sie sich routiniert in Kriegsgebiete begibt, um Fotos zu machen. Wie sie sich mit ihrem 20jährigen Sohn zofft und mit ihrer Sturheit fast ihre Beziehung zerstört.

Zum anderen wird die Sicht des Vaters Oskar erzählt. Dieser erinnert sich Stück für Stück an seine große Liebe. Und an alles, was folgte, nachdem er zum Kriegsdienst eingezogen worden war. Zusammen mit den Ermittlungserfolgen von Katharina im Heute setzt sich eine tragische Geschichte zu einem Ganzen zusammen.

Das fesselte mich. Ich musste unbedingt wissen, warum sich Oskar und Katharinas Mutter damals aus den Augen verloren hatten und warum Katharina bei der Schwester aufwuchs.

Leider muss ich auch bei diesem Buch Abstriche beim Schreibstil machen. Schon bei „Seit jenem Moment“ wurde ich damit nicht warm. Und nun weiß ich auch, was mich an ihm stört: Es sind die Dialoge. Sie sind zu sorgfältig ausformuliert und wirken hölzern, ja sperrig. So redet kein Mensch.

Mein Fazit:
„Alles, was folgte“ ist ein gutes Buch. Renate Ahrens hat eine Familiengeschichte erzählt, die 50 Jahre und mindestens zwei Leben zu einem spannenden Ganzen macht. Leider braucht es eine gewisse Toleranz, um sich vom Stil der Autorin nicht vergraulen zu lassen.

Infos zum Buch:
Titel: Alles, was folgte
Autorin: Renate Ahrens
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-28166-6

Ich habe dieses Buch in der Stadtbibliothek Schkeuditz für mich entdeckt. 

Bewertung

Geschichte
Umsetzung
Sprache

Fast richtig gut

Die erste 130 Seiten waren schnell weg gelesen. Dann fielen mir immer öfter die hölzernen Dialoge auf, die den Stand der dinge zwar genau aber eben unnatürlich zusammenfassen. Schade, denn die Geschichte selbst hat es wirklich in sich.

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