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Buch: „Ada liebt“ von Nicole Balschun

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Ada, die verschlossene Literaturstudentin und Bo, der Landwirt mit Schweinen und Kühen. Das kann nicht passen, denkt man so. Doch die zwei verlieben sich. Und mit jeder kleinen Episode im Buch merkt man, dass es eben doch passt. Denn die zwei berühren einander auf der wichtigen Ebene. Da mögen alle äußeren Umstände noch so widrig und die Lebenswelten noch so unterschiedlich sein. Es passt irgendwie doch.

"Ada liebt" von Nicole Balschun bei ©Dumont
„Ada liebt“ von Nicole Balschun bei ©Dumont

Zum Inhalt:
Ada lebt in der Großstadt, studiert Literatur und hat es nicht so mit dem ganzen zwischenmenschlichen Kram. Als ihre Tante stirbt, kommt sie für die Beerdigung zurück in die Heimat: Aufs Land.Ausgerechnet hier begegnet sie zum ersten Mal der Liebe. In Gestalt des Landwirtes Bo. Ein Kerl, der seinen Kühen und Schweinen Namen gibt und von einer bestimmten Melkmaschine träumt.

Mit Adas Büchern kann er nichts anfangen. Und Ada kann eigentlich nichts mit Menschen anfangen. Wenn sie bei ihm übernachtet, jucken ihre Füße und die Nacht ist zu dunkel. Wenn sie bei ihm war und nach Hause kommt, wäscht sie zuerst sich und dann ihren Klamotten den Schweinegestank heraus. Und wenn er ihr landwirtschaftliche Dinge erklärt, hört sie nicht hin.

Auch Bos Ausflug in Adas Welt mit Opernbesuch verläuft gar nicht gut. Adas Umfeld reagiert neugierig amüsiert bis angeekelt auf Bo. Und ihr Vater hätte lieber den Schwarm aus alten Tagen als Schwiegersohn und nicht den Schweinehirten. Adas Mutter geht es jedoch nur um Romantik. Mittendrin steht Ada und weiß nicht, wohin mit sich und ihren Gefühlen. Hält die Liebe das aus?

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit dem Ende und der Anfang ist irgendwo mittendrin. Ganz so verwirrend, wie sich das anhört, ist es aber nicht. Man springt in die Geschichte an der Stelle, an der die Beziehung zwischen Ada und Bo einen Knacks bekommt (Ende) und erfährt mittendrin, wann es zwischen den beiden ernst wurde (Anfang). Auch sonst springt man hin und wieder deutliche vor oder zurück in der Chronologie der Geschichte.

Nicole Balschun hat das allerdings so raffiniert gemacht, dass diese Zeitsprünge nicht stören. Vielleicht, weil das wirklich Wichtige dieser Geschichte die Gefühle und der innere Zwiespalt sind. Es geht irgendwie immer um all die Dinge, warum es nicht mit Ada und Bo funktionieren kann. Und um all die deutlichen Signale, dass diese Dinge keine echten Hindernisse sind.

Weil Ada nur auf den ersten Blick gebildeter ist als Bo, der eine ganz andere Art von Intelligenz zeigt. Denn im Grunde ist Ada nur schlau aus Büchern geworden. Bo dagegen aus dem Leben und den Menschen um ihn herum. Weshalb er es auch ist, der mit seinen Gefühlen für Ada offener umgehen kann als sie für ihn.

Mein Fazit:
Nicole Balschun schafft es in „Ada liebt“, dass ihre Liebesgeschichte kitschfrei bleibt. Über die Realitätsnähe bezüglich des Lebens mit der Landwirtschaft mag ich mich nicht äußern. Die Weltfremdheit mancher Studenten, die sich in Ada widerspiegelt, kann ich dagegen bestätigen. Außerdem hat Nicole Balschun einige Schmunzler in die Geschichte eingebaut, bei denen einem das Herz aufgeht. Alles in allem leichte Lesekost, die bei genauerer Betrachtung gar nicht so leicht ist. Dafür aber sehr unterhaltsam.

Infos zum Buch:
Titel: Ada liebt
Autorin: Nicole Balschun
Verlag: Dumont Buchverlag
ISBN: 978-3-8321-8552-7

Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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