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Mallorca 2016: WTF? oder Wie man sich einen Urlaub schlecht redet

Ein nicht ganz ernst gemeinter Reisebericht

Malle, alle fliegen sie nach Malle. Und ja, auch wir. Nun wollt ihr vielleicht wissen wie es war? Ein simples „Schön!“ reicht natürlich nicht und auch mit übermäßiger Schwärmerei macht man sich auch nicht beliebt. Also heute mal das Gegenteil: Ich rede unseren Urlaub schlecht, statt euch die Ohren vollzusäuseln, wie phantastisch es doch war.

Die Anreise:
Mittags fliegen ist blöd. Mittags fliegen und dann auch noch mit 20 Minuten Verspätung ist noch blöder. Allergisch auf die Klimaanlage reagieren fetzt auch nicht. Die im Transferbus später war übrigens auch nicht besser. Und natürlich stehen wir eine Stunde rum, bevor es mit dem überhaupt losgeht.

Das Hotel:
Wenn man früh und billig bucht bekommt man was? Genau, das Zimmer nach vorne raus im Erdgeschoss. Die beiden Kleiderschränke bieten eigentlich nur Platz für eine Person. Wir sind zu dritt. Um Geschwisterstreitigkeiten vorzubeugen, nehme ich freiwillig den ohne Licht in der Nähe.

Ratet, wer dann auch freiwillig aufs Beistellbett zieht. Die Putzfrauen wollen das nicht wahr haben und drapieren tagtäglich einen der Kinderschlafanzüge darauf. Nützt aber nix, dort schlafe ich.

Im Bad ist auf jeden Fall genug Platz. Vor allem für kindgemachte Überschwemmungen. Aber so richtig verdenken kann ich es den beiden nicht, denn der Duschkopf macht jedes Mal ein Tänzchen mit der lockeren Halterung, wenn sich jemand unter den Wasserstrahl stellt. Mambo!

Das Essen:
Überall sind Kräuter drauf! Oder es gibt das gebratene Tier im Ganzen zu sehen. Oder man kann gar nicht erst erkennen, ob Fisch, Fleisch oder Süßspeise. Die Miniflasche Fanta kostet drei Euro. Eltern verstehen das Dilemma.

Zum Frühstück wird es kaum besser. Die Schokoflakes schmecken nicht wie Zuhause und statt Milch erwischt der Junior ein Joghurtgebräu. Die Brötchen sind steinhart und das Obst mehlig bis überreif. Wie soll man so in den Tag starten.

Und sonst?
Keine Stunde auf dem Zimmer und der Lageplan vom Hotel hat sich in Luft aufgelöst. Eine Nacht und der eine Schuh vom Junior ist unauffindbar. Natürlich suche ich gefühlt tausendmal die Schlüssel, die keine sind, sondern eben diese Kartendinger.

Für dieses Wetter hätten wir auch in Deutschland bleiben können. Morgens Sonne, mittags Regen, nachmittags eine Aprilmischung daraus und abends dann warm aber dunkel. Kein Wunder, dass uns bald die Wechselklamotten ausgehen.

Und dann war da dieses Gewitter. Am nächsten Tag 10 Stunden ohne Strom. An der Rezeption halb Englisch, halb Spanisch die Info: Wir arbeiten dran. Immerhin konnten wir das von unseren Zimmer aus sehen. Dafür zumindest lag es günstig.

Minigolf entspannt übrigens gar nicht. Zumindest keine Pre-Teens und deren kleine Brüder. Die Diva schmollt übers eigene Ungeschick, der Junior schummelt sich das Ergebnis zurecht. Weswegen die Diva noch mehr schmollt.

Die Animation ist selbstredend nicht auf Deutsch. Und findet in der winzigen Hotelbar auf einer noch winzigeren Bühne statt. Am ersten Abend reicht ein Blick hinein: Bingo spare ich mir fürs Altersheim auf.

Rückreise:
Wir warten auf den Bus mit der Nummer Acht. Der Busfahrer von der Zwei versichert, dass er die Nummer Acht ist. Was soll´s, solange er uns zum Flughafen bringt. Was er auch tut und das in ziemlich rasantem Stil.

Bis zum Abflug ist noch Zeit fürs Abendbrot. Statt dem Bottich voll Chicken-Nuggets überreicht man und Chicken Wings. Wie gut, dass die scharf sind. Nicht. Der Snack-Automat frisst das letzte Kleingeld.

Der Flieger hat Verspätung. War ja klar. Was nicht klar war: Diesmal ist der Blechvogel beheizt. Wir sind auf bibberkalte Klimaanlage eingestellt und schwitzen. Und frieren nach der Landung noch etwas mehr. Natürlich sind unsere Koffer die letzten auf dem Band.


Dies war unser nicht ganz ernst zu nehmender Reisebericht über Mallorca 2016. Ich kann euch versichern, dass er nicht halb so beschissen war, wie das hier klingt. In ein paar Tagen überzeuge ich euch vom Gegenteil. Versprochen!

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