Leipziger Buchmesse 2016: Erster Tag

Für eine Leseratte wie mich ist die Leipziger Buchmesse quasi Pflicht. Noch dazu, wo sie direkt vor meiner Haustür stattfindet. In diesem Jahr nehme ich mir sogar mehr Zeit für die Buchmesse, denn die Jahre zuvor haben klar gezeigt, dass ein Tag nicht ausreicht. Hier nun mein Bericht über meinen ersten Messetag 2016.

Leipziger Buchmesse 2016: Blick in die Glashalle

Leipziger Buchmesse 2016: Blick in die Glashalle

Donnerstag, 17. März 2016 um 9:45. Wie schon im letzten Jahr hatte ich mich vorab online als Buchblogger für die Messe akkreditiert. Also führte mich der Weg aus der überfüllten Straßenbahn über das Pressezentrum. Hier war deutlich mehr los als im letzten Jahr, doch die Aktivierung meines Buchblogger-Presseausweises geschah trotzdem quasi im Vorbeigehen.

Von dort aus ging es direkt in Halle 3. Hier hatte ich vor allem die großen Verlage im Visier, wie zum Beispiel die der Random House Gruppe. Aber auch der Ullstein Verlag war mein Ziel, wo ich auf das erste Hindernis stieß: Bücher, die interessant aussehen, aber viel zu weit oben stehen. Dank hilfreichem Standpersonal aber kein Thema, auch wenn das Buch dann nur von außen vielversprechend war.

Ansprechender Standaufbau bei Droemer Knaur

Ansprechender Standaufbau bei Droemer Knaur

Richtig gut gefallen hat mit der Stand von Droemer Knaur. Alle Bücher gut erreichbar und Sitzmöglichkeiten, bei denen andere trotzdem noch an die Bücher rankommen. Besonders netten Kontakt hatte ich in Halle 3 vor allem mit den Leuten von HarperCollins Germany. Hier waren zwar wieder einieg Bücher außer Reichweite, dafür wurde man als Blogger ernst genommen.

Weiter ging es in Halle 5. Hier hatte ich mir wie jedes Jahr den Verlag Kiepenheuer & Witsch vorgemerkt. Und wie schon im vergangen Jahr war erstmal kein rankommen an die Bücher. Es gab scheinbar einmal mehr hoch wichtige Gespräche mit den eigenen/zukünftigen Autoren, die direkt vor den Büchern stattfinden mussten. Irgendwann drängelte ich mich dann trotzdem rein.

Kein Rankommen bei Kiepenheuer & Witsch.

Kein Rankommen bei Kiepenheuer & Witsch.

Ganz anders ein wirklich kleiner und wirklich besonderer Verlag. Der Alawi Verlag. Ein Ministand, wenige Bücher, aber eine unaufdringliche und freundliche Frau vor Ort. Wir kamen schnell ins Gespräch und die Bücher reizten mich alle sehr. Und das nicht nur, weil sich der Verlag auf Belletristik aus der arabischen Welt spezialisiert hat. Und auch nicht nur, weil es sich dabei ausschließlich um Autorinnen handelt.

Beute vom Besuch beim Alawi Verlag.

Beute vom Besuch beim Alawi Verlag.

Nach der Hälfte der Halle 5 legten wir eine Pause ein. Fast schon traditionell gab es Buritos. Dieses Jahr allerdings auf der Freifläsche zwischen den Hallen 3 und 5. Herrlich, sich zwischendurch einfach mal in die Sonne zu setzen, bevor der Sturm auf die Bücher wieder losging.

Weiter ging es in Halle 4. Die mich irgendwie mächtig irritierte. Denn hier waren viele Stände nach Ländern aufgeteilt. Also zum Beispiel ein Stand für Bücher von finnischen oder slowakischen oder spanischen Autoren. Und diese dann auch nicht nach Verlag sortiert, wodurch man viele Bücher wiedersah, die man vorher schon am Verlagsstand gesehen hatte.

Mein Höhepunkt in Halle 4 war jedoch der Stand von Bastei Lübbe. Denn dort traf ich Sky du Mont, der wegen seines neuen Buches am Stand war. Netter Mann, dieser Sky. War wohl ein wenig überrascht, dass ich sein Buch „Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?“ gelesen hatte. Und sagen wir mal so: Ich hab jetzt ein super Geburtstagsgeschenk für meine Mama.

Positiv fiel mir in dieser Halle der dtv Verlag auf. Schon von weitem konnte man sehen, wo Sachbücher und wo Belletristik steht. Alle Bücher waren gut erreichbar und auch ausreichend vorhanden, falls mal fünf Leute das gleiche Buch anschauen wollen. Sitzgelegenheiten gab es hier aber kaum, dafür kam man sich trotz Andrang nie fehl am Platz vor

Der Stand vom dtv Verlag hat mir gut gefallen.

Der Stand vom dtv Verlag hat mir gut gefallen.

Im Gegensatz dazu war am Stand von Hanser/deuticke wieder kein rankommen. Es ist ja schön, dass man sich mit den eigenen Leuten so gut versteht. Schade nur, dass alle anderen kaum die Möglichkeit haben, die Hauptakteure kennen zu lernen – die Bücher. Vielleicht kann man den netten Plausch über den nächsten Lesungstermin doch etwas abseits der eigenen Bücher machen.

Wie schon im vergangen Jahr war auch Der kleine Buchverlag einen Abstecher wert. Mal wieder mit winzigem Stand, aber mit freundlich fröhlichem Standpersonal, kam ich hier gut ins Gespräch und erweiterte meine Buchwunschliste. Danach war erstmal ein Kaffee nötig, denn die Füße wurden platt und platter und die Aufnahmefähigkeit für Buchstaben sank rapide.

Kaffepause vor der letzten Halle - dringend nötig.

Kaffepause vor der letzten Halle – dringend nötig.

Halle 2 lässt sich grob in zwei Sachgebiete einteilen: Kinder und Fantasy. Etwa zwei Drittel der Halle ist von Kinderbuch-, Jugendbuch-, und Schulbuchverlagen belegt. Dazu kommt die Kinderbuchhandlung und ein Kindercafé. Einige Verlage bieten Bastelmöglichkeiten an. Hier werde ich am Sonntag noch ausgiebig mit meinen Kindern die Stände erkunden.

Der Fantasy-Bereich ist für mich weniger interessant. Da meine Freundin Nadja hier aber voll in ihrem Element war, nutzte ich die Gelegenheit, bei kleineren Verlagen reinzuschauen. Vor allem bei denen, die nicht nach Fantasy und dafür nach Lebensgeschichten aussahen. Nette Gespräche ergaben sich so beim KLAK Verlag und beim underDog Verlag, wo es mehr als genug Lesefutter für mich gibt.

Allerdings war ich da schon nicht mehr ganz so aufnahmefähig, weshalb ich die underDogs sicher noch einmal besuchen werde. Morgen zum Beispiel, bei meinem zweiten Tag auf der Leipziger Buchmesse 2016. Ich werde berichten.

Mein Bericht zum zweiten Tag auf der Leipziger Buchmesse: HIER.

Meine Bücher-Wunschliste nach dem Besuch der Leipziger Buchmesse 2016: HIER.

5 Kommentare

  1. Avatar

    Danke! Ich hätte nicht mit einer so kritischen .. Review (?) gerechnet. Aber ich fühle mich besser vorbereitet xD

    Ich finde es immer unhöflich und für mich peinlich, wenn Leute in ein Gespräch vertieft sind und minutenlang nicht mal wahrnehmen. Besonders, wenn ich kein Freund bin, sondern ein potentieller Interessent. Man könnte zumindest Blickkontakt aufnehmen und kurz nachfragen…

    • Tulpentopf
      Tulpentopf

      Hallo Evy,natürlich waren wir euphorisch, dass die Buchmesse endlich da ist. Aber wenn nicht alles gut ist, dann sage ich das auch. Schließlich habe ich mich ein ganzes Jahr darauf gefreut und dann ärgert man sich über Verlage, die ihre Leserschaft mit unprofessionellem Standpersonal oder nutzerunfreundlichem Standaufbau vergraulen.

      LG Tina

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