LebenZuhause

Katzentagebuch: Erste Tierarztbesuche

Keine zwei Wochen ist es her, dass wir zwei Kätzchen aus dem Tierheim zu uns geholt haben. Nala und Simba heißen die beiden und sind uns schon sehr ans Herz gewachsen. Sie sind sehr unterschiedlich im Charakter und doch beides gerade kleine Sorgenkinder – jeder auf seine Weise. Und Nala musste schon drei mal zum Tierarzt.

Nala ist eine Seele von Katze. Von Anfang an suchte sie unsere Nähe, spielte mit uns, erkundete die Wohnung und ließ sich streicheln. Von Anfang an war sie aber auch unser Sorgenkind.

Ich befürchtete Katzenschnupfen und Nabelbruch.

Katzenschnupfen, da ihr noch eine Impfung fehlte. Die hatte sie ausgerechnet wegen Katzenschnupfen im Tierheim nicht bekommen können. Und dann fing sie an zu niesen. Ein Knubbel am Bauch und das wissen um einen überstandenen Nabelbruch, ließ mich einen Rückfall fürchten.

Also gingen wir bereits vergangenen Donnerstag zum ersten Mal mit ihr zum Tierarzt. Der checkte sie gründlich durch und hatte relativ gute Nachrichten für uns. Kein Nabelbruch. Der Knubbel sei vom Fädenziehen nach der Kastration. Der Katzenschnupfen ein Infekt, der wohl vom Zahnwechsel begünstigt wurde.

Doch übers Wochenende bekam Nala ein richtiges Matschauge. Verquollen, gerötet und tränend. Nicht, dass sie deswegen weniger schmusig oder verspielt gewesen wäre. Aber es sah doch bedenklich aus.

Also wieder zum Tierarzt. 

Diesmal mit Kumpel Simba, dem auch noch eine Impfung fehlt. Da er immer noch den Beinamen Phantomkater trägt, war es denkbar schwierig, ihn in die Katzenbox zu bekommen. Am Ende half nur, ein Handtuch zu werfen und beherzt zuzugreifen. So viel er fauchte, so wenig biss und kratzte er dabei.

Was ihn beim Tierarzt einen zweiten Spitznamen einbrachte: Er ist der „Ich bin gar nicht da“-Kater. Auf der Fahrt hin und zurück vergrub er sich unter der Decke. Bei der Untersuchung wurde er immer kleiner, blieb aber friedlich und ließ sich sogar streicheln.

Beweisfoto: Wir haben zwei Katzen adoptiert ©Tina
Beweisfoto: Wir haben zwei Katzen adoptiert ©Tina

An eine Impfung war nicht zu denken.

Auch er hat eine Entzündung im Rachen wegen des Zahnwechsels. Zu riskant, da jetzt eine Impfung drauf zu packen. Ansonsten ist er aber fit und gesund. Im Gegensatz zu Nala, deren rechtes Auge zu entzündet war, dass der Tierarzt gar nicht richtig nach Fremdkörpern suchen konnte.

Es war zum Herz erweichen, bei der Untersuchung zuzusehen. Die kleine Nala blieb zutraulich, hielt still soweit es irgendwie ging und ertrug tapfer die Untersuchung mit Augentropfen, Pinzette hinter den Augenlidern und einen festen Griff ums kleine Köpfchen.

Zuhause ging es Herz erwärmend weiter.

Kaum aus der Transportbox gelassen, kam sie wieder zu uns. Keine Spur nachtragend, selbstsicher und verschmust als wäre nichts gewesen. Auch Simba durfte wieder raus, kam aber nicht. Er hatte sich in der Box komplett in die Decke eingewühlt – und blieb dort.

Nala kam ein ums andere Mal zu seiner Box, schaute rein, ging ein Stück weg, kam wieder. Was sie sagen wollte, stand ihr ins Gesicht geschrieben: „Komm, Junge, wir sind wieder Zuhause. Lass uns spielen.“ Irgendwann in einem unbeobachteten Moment kam er dann wirklich.

Seitdem ist er anders.

Man könnte meinen, er wäre nun noch scheuer. Von wegen: Neuerdings stromert er durch die ganze Wohnung. Er spielt mit Nala oder nur mit seinen Raschelmäusen, verkriecht sich nur noch selten unterm Kühlschrank. Manchmal legt er sich für ein paar Sekunden sogar auf Armlänge neben uns.

Aber er ist doch noch schnell wieder weg. Streicheln geht immer noch nicht. Meistens sucht er immer noch das Weite, wenn man ihn auch nur ansieht. Aber er geht lange nicht mehr so geduckt wie am Anfang. Und ja, Blödsinn macht er auch schon.

Das haben wir sicher Nala zu verdanken.

Sie kuschelt mit ihm unterm Bett. Sie lässt sich auf fast jedes Spiel mit ihm ein. Sie zeigt ihm ein ums andere Mal, dass wir harmlos sind. Und erträgt tapfer und anschmiegsam ihre Augenbehandlung.

Simba und Nala kuschelnd unterm Bett von ©Tina
Simba und Nala kuschelnd unterm Bett von ©Tina

Drei mal täglich müssen wir ihr eine Augensalbe ins Auge verabreichen. Die Zaubermaus hält sie, ich lege die Salbe ins Auge, der Junior übernimmt die Belohnung. Hinterher wird gespielt. Als wäre nichts gewesen.

Heute waren wir wieder beim Tierarzt. Nun ist das Matschauge nur noch halb so schlimm. Dafür fängt nun auch das linke Auge an. Wir werden also beide Augen behandeln müssen. Und hoffen, dass es dann auch irgendwann wieder richtig gut sein wird. Das hat sich sich eigentlich jetzt schon verdient, denn sie ist wirklich unglaublich lieb und offenherzig.

Natürlich halte ich euch auf dem Laufenden.

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