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Film: „Wind River“ von Taylor Sheridan

Wind River ist ein Indianerreservat in Wyoming. Hier gibt es meilenweit nichts als Wälder, Berge und Schnee. Die wenigen Menschen, die hier leben, wissen mit den rauen Lebensbedingungen umzugehen. Aber wenn ein junges Mädchen tot im Schnee gefunden wird, trifft das auch die härtesten Männer.

Zum Inhalt:
Cory ist Fährtenleser und Jäger.
Wann immer Nutztiere von Raubtieren angegriffen werden, ruft man ihn, um das Problem zu lösen. Als er auf der Jagd ein totes Mädchen findet, brechen für ihn alte Wunden wieder auf.

Denn das Mädchen war die beste Freundin seiner Tochter Emily. Emily starb auf ähnliche Weise, ohne dass Cory je herausfinden konnte was mit ihr passiert ist. Diesmal will er es wissen und verspricht dem Vater des Mädchens, keine Gefangenen zu machen.

Die junge FBI-Agentin Jane ahnt es vielleicht, ist aber auf Cory angewiesen. Es ist ihr erster richtiger Fall nach der Ausbildung und so muss die junge Frau erstmal die in der Schule antrainierten Denkweisen mit der Realität in Einklang bringen. Da ist der Mord an der jungen Natalie wie ein Sprung ins kalte Wasser.

Kälter könnte dieses Wasser nicht sein.

Die Reservatspolizei hat zu wenig Leute, Schneestürme kennt sie nur aus dem Fernsehen und unter all den harten Männern scheint sie wie das Lamm unter Wölfen. Gerade das bekommt sie deutlich zu spüren. Doch sie ist auch schlau genug, Corys Wissen zu nutzen, um den Fall doch noch zu lösen.

Meine Meinung:
Taylor Sheridan hat das Drehbuch zu Sicario geschrieben
und nun seine erste Regiearbeit abgeliefert. Wind River beschäftigt sich mit einer Randgruppe der amerikanischen Bevölkerung, die zwar die ältesten Rechte auf das Land hätten, aber real betrachtet immer noch nichts wert sind.

Das wird schon daran deutlich, dass das FBI für den Mord inmitten der Schneewüste des Indianerreservats nur einen blutjunge, unerfahrene Agentin übrig hat. Kein Wunder also, wenn die Waffen auf beiden Seiten – Polizei und Verdächtige – reichlich locker sitzen.

Jeremy Renner legt für seine Rolle sein Knautschgesicht in allerlei Falten. Ausdrucksstark spielend weiß er sehr genau, wann ein Dackelblick und wann das Pokerface nötig sind. Als unschuldig-naives Lamm hätte man auch kaum jemand besseres finden können, als Elisabeth Olsen. Mit jugendlich zarter Figur und Riesenaugen ist sie die ideale Beute für die harten Kerle.

Wind River kommt aber nicht nur brutal daher. Der Film beeindruckt auch durch Bildgewalt: knallblauer Himmel, schneebedeckte Weite und mittendrin das Raubtier und sein Opfer. Dass der Film ab 16 Jahren ist, hat gute Gründe. Es liegt hier weniger an der Zahl der Toten, sondern eher an Geschwindigkeit und Anlass für den Tod.

Mein Fazit:
Wind River ist sicher kein Kassenschlager. Aber wenn man sich dazu durchgerungen hat, bereut man es auch nicht, ihn gesehen zu haben. Trotz unnötiger Wackelkamera. Der Film wirkt vor allem durch Bildgewalt und den harten Kontrast zwischen Unschuld und rauen Lebensbedingungen, bei denen ein Mann schon mal zum Raubtier wird.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung
Synchronisation

kein Mainstream, aber sehens- wert

Die Geschichte hat nichts reißerisches und wirkt trotzdem in all ihrer Brutalität lange nach. Jeremy Renner und Elisabeth Olsen sind gut besetzt und liefern ansehnliche Leistungen. Die Synchro übertreibt es manchmal etwas, aber bewsonders gesprächig sind die Männer in der Wildnis ja eh nicht. Solides Kino, durchaus mit Tiefgang.

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