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Film: „The Vatican Tapes“ mit Olivia Taylor Dudley

Ich bin kein Freund von Horrorfilmen. Psychothriller schon eher, aber wenn es ums Gruseln dank Übernatürlichem geht, bin ich raus. Außer natürlich, eine Sneak Preview überrascht mich mit so einem Horrorstreifen. Dann muss der Film entweder Hardcore, grottenschlecht oder beides sein, damit ich mittendrin schon gehen. „The Vatican Tapes“ ist nichts dergleichen, also blieb ich sitzen. Und sah nach einigen Schreckmomenten einem Exorzismus zu.  Das gab es ja für mich wirklich schon lange nicht mehr.

©Matthias-Preisinger / <a href="http://www.pixelio.de/media/543408" target="_blank">pixelio.de</a>
©Matthias-Preisinger / pixelio.de

Zum Inhalt:
Angela Holmes (Olivia Taylor Dudley) ist eine normale junge Frau. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen, was ihrem Vater Roger Holmes (Dougray Scott) ein Dorn im Auge ist. Aber abgesehen davon herrscht Ordnung und Frieden in ihrem Leben – bis zu ihrem Geburtstag. Beim Anschneiden der Geburtstagstorte schneidet sie sich in die Finger. Die eigentlich harmlose Verletzung ist der Auftakt für erschreckende Vorfälle.

So wird Angela scheinbar zufällig von einem Raben angegriffen. Oder greift aus dem Nichts heraus in das Lenkrad des Taxis, in dem sie mit Vater und Freund sitzt. Im Krankenhaus schleicht sie sich auf die Säuglingsstation und verleitet einen Polizisten zum Selbstmord. Und in der Psychiatrie spielen plötzlich die Patienten so verrückt, dass es weitere Tote gibt.

Psychiaterin Richards (Kathleen Robertson) ist jedenfalls heilfroh, als die katholische Kirche übernimmt. Pater Lozano (Michael Peña) hat Angelas Verhalten beobachtet und hält sie für besessen. Der Vatikan geht schließlich vom Schlimmsten aus und schickt Kardinal Bruun (Peter Andersson), der selbst als Kind schon von einem Dämon besessen war.

Und wirklich erweist sich Angela als besessen. Mit Schrecken muss Kardinal Bruun jedoch feststellen, dass da nicht irgendwer in Angelas Körper haust. Damit steht in den Sternen, ob der Exorzismus gelingen wird. Doch der Vatikan beobachtet die Machenschaften des Teufels auf Erden sehr genau und sammelt die Aufzeichnungen in Schrift, Bild und Ton im Archiv. Mit Angela erweitert sich der Bestand der „Vatican Tapes“.

Meine Meinung:
Wie eingangs erwähnt, bin ich kein Horrorfilm-Fan. Also habe ich mir in den letzten Jahren auch kaum welche angesehen. Auch um diesen hätte ich einen Bogen gemacht, wenn er mich nicht als Sneak Preview erwischt hätte. Einigen Zuschauern war „The Vatican Tapes“ zu gruselig, so dass sie noch während der Vorstellung den Kinosaal verließen. Ich denke aber nicht, dass das ein Maßstab ist, denn auch ich bin eigentlich zu ängstlich, um mir Gruselfilme allein anzuschauen.

Nun habe ich mir diesen Film bis zum Ende angeschaut und stelle fest: „The Vatican Tapes“ ist auszuhalten. Vor allem in der ersten Hälfte gibt es immer wieder Schreckmomente, aber wenig gruseliges. Später kehrt sich das Verhältnis um. Während man am Anfang also immer wieder wegen unvorhergesehener Szenen zusammenzuckt, wird es am Ende eher ekelig. Die Schreckmomente gründen auf den Klassikern, wie zum Beispiel plötzliches Auftauchen und Verschwinden der Hauptfigur. Eklig ist dagegen, wenn Angela blutige Eier hervorwürgt oder sich die Arme auskugelt.

Die Leistung der Schauspieler ist recht durchwachsen. Olivia Taylor Dudley erinnert anfangs stark an Kirsten Steward und hat auch in etwa so viel oder besser wenig Mimik zu bieten. Je besessener sie ist, desto besser macht sie ihren Job, was auch nicht nur an Maske und Computertechnik liegt. Auch dämonisches Ausrasten will gelernt sein, um es gut rüberzubringen. Während der Rest des Casts mittelmäßig bleibt, zeigt einer so gar keine Gefühlregung: Michael Peña. Sein Pater Lorezo wandelt mit immer gleicher Mine durch die Geschichte. Sehr irritierend.

Wo wir gerade bei Maske und Computertechnik waren: Man hat sich da schon Mühe gegeben. Leider wird am Ende des Films ein wenig zu tief in die Schmalz und Trickkiste gegriffen. Das ist der Punkt, an dem es schon wieder albern und gar nicht beklemmend wird. Die Musik geht den gleichen weg: Von passend gruselig am Anfang bis zu überdramatisiert gegen Ende. Wenigstens bei der Synchronisation hat man sich hier mehr Mühe gegeben. Und sich am Schluss die Option auf eine Fortsetzung geschaffen.

Mein Fazit:
Für versierte Horrorfans wird „The Vatican Tapes“ noch durchschnittlicher sein, als für mich. Wenn ich nach so einem Film ruhig nach Hause gehen kann und gut schlafe, haben eingfleischte Fans der Gruselstreifen wahrscheinlich eher was zu lachen. Hinzu kommt die mittelmäßige Leistung der Schauspieler und die eher durchschnittlichen Effekte. An die Messlatte von „Exorzist“ kommt der Film sowieso nicht ran.

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