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Film: „Money Monster“ mit George Clooney und Julia Roberts

Das Fernsehen und das Geld regieren die Welt. Und führen die kleinen Leute an der Nase herum. Doch was passiert, wenn sich einer von den Kleinen gegen die Großen auflehnt und ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Pistole auf die Brust setzt?

Zum Inhalt:
„Money Monster“ heißt die Show, in der Lee Gates (George Clooney) Tipps für den Aktienmarkt gibt. Der selbsternannte Finanzguru gestaltet die Sendung wie eine Bühnenshow in Las Vegas, wirft mit Superlativen und Anzüglichkeiten um sich und schert sich einen Dreck ums Skript der Show.

Genauso wenig interessiert er sich für die Folgen seiner Tipps. Bis sich eines Tages der Paketbote Kyle Budwell (Jack O’Connell) ins Studio schleicht und ihm eine Pistole an den Kopf hält. Kyle hat all seine Ersparnisse verloren – wegen einer totsicheren Empfehlung von Gates.

Da die Sendung life ist, geht die Geiselnahme des Showmasters um die Welt. genau das war Kyles Ziel, der endlich Antwort darauf haben will, was mit seinem Geld wirklich passiert ist. Sendeleiterin Patty Fenn (Julia Roberts) arbeitet mit Hochdruck daran. Doch der Verantwortliche ist vorerst nicht auffindbar.

Das bringt Finanzguru Gates ordentlich ins Schwitzen. Denn mehr als Floskeln hat er nicht zu bieten – dafür aber eine mit Sprengstoff bestückte Weste an. Werden ihn seine rhetorischen Fähigkeiten lange genug schützen, um dieses Drama zu überleben?

Meine Meinung:
Ich bin ja immer etwas skeptisach, wenn sich die Amerikaner selbst aufs Korn nehmen. Andererseits spricht ein Film mit George Clooney und Julia Roberts schon für solide Unterhaltung. Also habe ich mir den Film angesehen.

„Money Monster“ ist eine Show, wie man sie sich für das typisch amerikanische Fernsehen vorstellt: Viel Glitzer, reißerische Parolen und ein Buzzer wie zu Stephan Raabs besten Zeiten.

Und mitten drin ein Moderator, der sich selbst für göttlich hält. George Clooney spielt den Showmaster souverän und glaubhaft. Selbst die Wende zum Goodguy nimmt man ihm ab – auch wenn zweifelhaft ist, dass das Samaritertum anhält.

Außerdem harmoniert Clooney mit Julia Roberts als Sendeleiterin Patty Fenn. Wirklich anstrengen müssen sich beide Schauspieler allerdings nicht, denn sie spielen und sind Menschen aus dem Showgeschäft.

Dagegen hat man den armen, irren Paketboten wirklich gut besetzt. Kyle ist der typische Loser mit großem Herzen, der nur das beste wollte, es spektakulär vermasselt hat und nun kopflos durchdreht. Herausragend der Moment, wenn er merkt, was für einen Mist er da gerade macht.

Musik, Kameraführung und Synchronisation bleiben unauffällig. Clooney und Roberts haben ihre üblichen Stimmen, die nur hin und wieder wie aus der luftleeren Konserve klingen.

Mein Fazit:
Abgesehen vom furchtbar überzogenen Schluss, in dem der Showstar den Loser als seinen Freund bezeichnet, kann man sich den Streifen wirklich guten Gewissens zu Gemüte führen. Um „Money Monster“ als gesellschaftskritisch bezeichnen zu können, reicht es jedoch nicht. Dafür geht Jodie Foster mit diesem Filmstoff viel zu brav um.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung
Synchronisation

Solide Unterhaltung

Für eine Kritik an der Finanzwelt geht Regisseurin Jodie Foster nicht weit genug. Für einen Wirtschaftsthriller mit Korruption reicht es. Allerdings Steht doch die Beziehung zwischen Showmaster und gescheiterter Existenz im Mittelpunkt, die nicht nur von den Hauptrollen getragen wird.

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