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Film: „Jurassic World“ mit Chris Pratt

Endlich sind die Dinos wieder da. Und natürlich muss in der Fortsetzung alles größer, cooler und gefährlicher sein, als vor 22 Jahren. Genau dieses Problem wird sogar im Film thematisiert. Aber keine Sorge: Auch wenn es hin und wieder den moralischen Zeigefinger auf die Ohren gibt – im Grunde geht es wirklich wirklich wirklich nur um Dinosaurier und coole Action. Und wer hätte gedacht, dass Raptoren mal als knuffig durchgehen würden.

©Alfred Krawietz / <a href="http://www.pixelio.de/media/503810" target="_blank">pixelio.de</a>
©Alfred Krawietz / pixelio.de

Zum Inhalt:
22 Jahre nach Jurassic Park ist aus dem Park eine Welt geworden. Das Luxus-Ressort auf der Dino-Insel ist ein Vergnügungspark, dass alle paar Jahre immer coolere Attraktionen bietet. Klar, dass es mit der Zeit immer schwieriger wird, die Besuchermassen zu begeistern. Dinosaurier sind inzwischen im Streichelzoo so normal wie Ziegen und Kaninchen. Also lässt Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) einen Dino züchten, den es so nie gegeben hat.

Leider gerät das Produkt genialer als es geplant war. Es kann seine Wärmesignatur aktiv beeinflussen, seine Farbe wechseln, um sich der Umgebung anzupassen und ist intelligent genug, um den eigenen Peilsender herauszureißen. Abgesehen davon ist der Dino aus dem Labor ein unglaublicher Kraftprotz, der jedoch nicht nur tötet um zu fressen, sondern auch aus einer Laune heraus. Und er kann mit den anderen Dinosauriern im Park kommunizieren.

Der einzige Mensch, der die scheinbar vorprogrammierte Katastrophe abwenden kann ist Owen Grady (Chris Pratt). Der arbeitet mit einigen Raptoren, um herauszufinden, inwieweit diese sich lenken, dressieren, führen lassen. Dabei verliert er jedoch nie den Respekt vor den immer noch wilden Tieren. Ganz im Gegensatz zu Vic Hoskins (Vincent D’Onofrio), der die Raptoren am liebsten bald als Soldaten verwenden würde.

Hoskins verschätzt sich gründlich. Denn der Dominus Rex krempelt die Wunschsoldaten um und wird das neue Alphatier der Raptoren. Ganz zu schweigen von den anderen Dinos, die sich entweder dem Labor-Tyranno unterwerfen oder wie die meisten Pflanzenfresser schlicht getötet werden. Claire und Owen haben also alle Hände voll zu tun, um die Besucher, Claires Neffen und ihre eigene Haut vor den wild gewordenen Dinos zu retten.

Meine Meinung:
„Jurassic World“ist wie „Jurassic Park“ – nur eben größer. Spätestens wenn Claires Neffen die ehemalige Basis des „Jurassic Park“ entdecken, wird klar, um wieviel größer die Dino-Welt jetzt ist. Es gibt Themenwelten, die dem Park von vor 22 Jahren alle Ehre gemacht hätten. Nun sind sie nur Teil eines großen Ganzen. Blöd nur, wenn in so einem Park erst zwei Jungs aus der eigenen Familie und dann auch noch ein saugefährlicher Dino mit unberechenbaren Eigenschaften verloren gehen.

Unberechenbar deshalb, weil im Labor zusammengemixt und in Einzelhaft aufgezogen. Aber das kontrollsüchtige Weibchen Claire hat ja mit dem „Starlord“, ähm Moment, mit Owen einen richtigen Helden an ihrer Seite. Da kann ja nichts schief gehen. Also zumindest nicht wirklich etwas, was man nicht wieder aufbauen könnte und auch nicht zu viele Leute, die man nicht wieder zusammenflicken kann.

Aber jetzt mal im Ernst (soweit das bei diesem Film überhaupt geht). Chris Pratt ist für mich der Starlord aus „Guardians of the Galaxy“. Ich hätte mich jedenfalls nicht gewundert, wenn er mit einem kleinen Kniff hinterm Ohr seine Maske aus besagtem Film entfaltet hätte. Schließlich muss er auch bei „Jurassic World“ nichts anderes tun, als eine Welt zu retten. Gut, hier sind die Gegner keine Außerirdischen, sondern eigentlich ausgestorbene Riesen-Echsen. Aber schauspielerisch verlangt beides das Selbe: Heldentum und das passende Gesicht dazu.

Bryce Dallas Howard spielt da acuh ganz schön das zu rettende Weibchen mit Stock im Hintern, die dann doch irgendwie mal locker wird. Das sieht man an ein bisschen Schmutz hier und da, dem Riss in der Bluse und der zerstörten Frisur. Der Lippenstift hält jedoch den ganzen Film hindurch bombenfest. Und die Stöckelschuhe auch irgendwie. Da kann sich der Starlord noch so sehr drüber amüsieren, die Absätze bleiben dran.

Aber es geht in „Jurassic World“ natürlich und in erster Linie um die Dinos. Da sind Menschen Nebensache. Auch wenn es die Macher nicht lassen konnten, der Geschichte mit einer halbseidenen Scheidungsgeschichte überhaupt eine Story verpassen zu wollen. Braucht keiner, wenn man Dinos in gut animierter Action sehen kann. So gut, dass einem Raptoren sympatisch werden. Zum Knuddeln sympatisch. Fetzt!

Mein Fazit:
„Jurassic World“ ist genau die Art von Popcorn-Kino, die man bei einem Film über Dinosaurier als Freizeitattraktion sehen will. Ganz viele Effekte sorgen dafür, dass man neidisch auf diese Welt da ist, in der die Dinos wieder lebendig sind und man sie begaffen kann wie Tiere im Zoo. Dann hier und da noch etwas Nervenkitzel, weil der gefährliche Dino aus unerwarteter Ecke kommt und dem armen Parkwächter den Kopf abreißt. Ach und einen klasse Endkampf des Labor-Dinos gegen die „natürlichen“ Giganten. Schließlich soll die Natur ja immer gewinnen. All das hat „Jurassic World“, wird so seinen Vorgängern mehr als gerecht und besticht selbst Zweifler mit angemessenen Goodies aus der guten alten Zeit von „Jurassic Park“.  Das macht einfach nur Spaß und mehr soll es ja auch gar nicht.

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