Dies+DasKinoKino+TheaterLeben

Film: „Alle Jahre wieder – Weihnachten bei den Coopers“

Alle Jahre wieder ist Weihnachten. Und jeder kennt das Drama, dass sich aus dem Treffen mit der Familie entwickelt, wenn man sich sonst eher aus dem Weg geht. Bei den Coopers ist das nicht anders: Viele verschiedene Charaktere, viele verschiedene Lebensentwürfe und viele Missverständnisse. Eigentlich Stoff für unterhaltsames Familienkino. Eigentlich.

©Kurt F. Domnik/ <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/336792" target="_blank">pixelio.de</a>
©Kurt F. Domnik/ pixelio.de

Zum Inhalt:
Jedes Jahr an Weihnachten treffen sich die Coopers bei Sam (John Goodman) und Charlotte (Diane Keaton). Und wie jedes Jahr soll es auch in diesem ein fröhliches Familienfest werden, bei dem alle sich lieb haben. Blöd nur, dass sich nicht einmal mehr Sam und Charlotte lieb haben und Sam nach Weihnachten ausziehen will. Aber das sollen die Kinder noch nicht wissen.

Die Kinder, das sind Eleanor (Olivia Wilde) und Hank (Ed Helms). Und sie alle haben ihr Päckchen zu tragen und sind nicht mal auf den ersten Blick glücklich. Hank ist gerade arbeitslos geworden und kann seiner Exfrau und den Kindern weder Geschenke kaufen, noch den Unterhalt zahlen. Eleanor hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, dass sie selbstredend vor den Eltern verbirgt. Stattdessen schleppt sie einen Soldaten (Jake Lacy) als ihren Verlobten an, den sie ein paar Stunden zuvor auf dem Flughafen kennen gelernt hat.

Charlottes kleine Schwester Emma (Marisa Tomei) kommt wie jedes Jahr zu spät. Grund dieses Mal ist ein Ladendiebstahl und ein bewegendes Gespräch mit dem Polizisten (Anthony Mackie), der sie deswegen verhaftet. Großvater Bucky (Alan Arkin) versucht allen irgendwie Mut zuzusprechen, verzweifelt aber selbst daran, dass die Kellnerin (Amanda Seyfried) seines Lieblings-Diners die Stadt verlassen will. Nur Tante Fishy (June Squibb) hat bei all dem Chaos richtig Spaß, weil sie eh in ihrer eigenen Welt lebt.

Meine Meinung:
Natürlich kommt es bei dieser Familienzusammenstellung zu allerlei Wirrungen. Manche Notlüge fliegt auf, manch klares Wort wird gesprochen und am Ende läuft nichts so wie geplant. Damit hat „Alle Jahre wieder – Weihnachten bei den Coopers“ genug Stoff für einen amüsanten Weihnachtsfilm. Und die Filmvorschau versprach genau das: Lustiges Familienkino mit weihnachtlichem Ambiente.

Blöd nur, wenn man die Chance so dermaßen vermasselt. Es geht schon mit dem Sprecher aus dem Off los. Dass es überhaupt einen gibt, verwirrt erstmal. Eventuell soll es sogar der Hund der Coopers sein, der da spricht. Jedenfalls schien er dem Regisseur wohl nötig. Immerhin stellt er den Zuschauern die einzelnen Protagonisten vor, während sie alle mehr oder weniger auf dem Weg zu Sam und Charlotte sind. Man erfährt also nacheinander die Lebensgeschichten und aktuelle Situation der Familienmitglieder.

Es sind aber sehr viele Familienmitglieder. Und so hat man erstmal mit der Menge und Vielfalt der Informationen zu tun und keine Zeit, sich den Figuren emotional zu nähern. Was sehr schade ist, denn jede einzelne von ihnen hat ein Päckchen zu tragen, dass einen einzelnen Film wert wäre. Auch wenn das dann Filme wären, die ziemlich viele Klischees bedienen. So springt man aber sehr oft zwischen den Personen hin und her und bekommt doch keine richtig zu fassen.

Nun bliebe ja noch die Chance, den Humor aus dem Trailer auf den Film zu übertragen. Leider gehen die Gags im ganzen zwischenmenschlichen Spektakel dermaßen unter, dass man nichts zu lachen hat. Gegen Ende wartet noch ein bisschen Anrührendes auf den Zuschauer, aber wirklich schön ist das alles nicht. Auch nicht die Musik/Songs und schon gar nicht die Synchronisation. Beides kommt stümperhaft oder bestenfalls bemüht rüber.

Mein Fazit:
„Alle Jahre wieder – Weihnachten bei den Coopers“ hat viele gute Schauspieler. Und verheizt deren Können und Charisma in einer unsäglichen Aneinanderreihung von Szenen, verwirrenden Sprüngen zwischen den Protagonisten und misslungener Synchronisation. Der Film ist nicht halb so amüsant wie der Trailer und bei all den Verwicklungen trotzdem langweilig. Mit Kindern oder Jugendlichen sollte man den Film erst recht nicht sehen. Die haben mit Sicherheit keine Lust auf diese geballte Ladung Erwachsenenkram ohne Humor.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung
Synchronisation

Voll daneben

Der Film hätte eine weihnachtliche Komödie werden können. Die witzigen Szenen gehen jedoch in dem Hin und Her der einzelnen Protagonisten unter. Genauso, wie die großen Gefühle. Hier hat man große Schauspieler grandios verheizt. Das gefällt mir ganz und gar nicht

Tags
Zeig mir mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Artikel

Schau dir auch das an

Close
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden More Info | Ok