Dies+DasKinoKino+TheaterLeben

Film: „A World Beyond“ mit George Clooney

Was wäre, wenn man alle schlauen Köpfe unserer Welt in eine Parallelwelt setzen könnte. Dort erfinden sie geniale Dinge, ohne von Geld oder Politik beeinflusst zu werden oder ihre Erfindungen gegen Menschen eingesetzt werden. Was wird dann aus unserer Welt? Und bleibt es in der Parallelwelt beim Friede, Freude, Eierkuchen? Disney spinnt um diese Fragen ein 130 Minuten-Epos mit fantastischen Welten, viel Action und jeder Menge Pathos.

©Joujou/ <a href="http://www.pixelio.de/media/197993" target="_blank">pixelio.de</a>
©Joujou/ pixelio.de

Zum Inhalt:
Casey (Brit Robertson) lebt mit Papa und Bruder am Cape Canaveral, wo eine Abschußrampe abgerissen werden soll. Die intelligente junge Frau boykottiert den Abriss, weil sie noch immer an die Möglichkeiten der Raumfahrt glaubt. Dieser Glaube daran, dass alles besser werden kann, qualifiziert Casey für ‚Tomorrowland‘, einer Parallelwelt, in der es wesentlich fortschrittlicher zugeht, als in der Welt, die wir kennen. Die Einladung überbringt Athena (Raffey Cassidy), ein Mädchen, das eigentlich ein Roboter ist.

Doch ‚Tomorrowland‘ ist schon lange nicht mehr so friedlich, wie es einst war. Und so werden Athena und Casey bald von Roboter-Einheiten gejagt, die Caseys Einreise nach ‚Tomorrowland‘ verhindern sollen. Da kann nur Frank Walker (George Clooney) helfen. Der war schon einmal Bewohner von ‚Tomorrowland‘, war der Regierung dort aber bald zu unbequem. So fällt der Empfang von Frank, Casey und Athena in der gar nicht mehr so perfekten Parallelwelt eher feindselig aus.

Oberhaupt David Nix (Hugh Laurie) hat den Glauben an die Menschheit nämlich längst verloren. Über die Jahrzehnte hat er sie mit einer von Franks Erfindungen beobachtet, dem Monitor. Der kann in die Vergangenheit und in die Zukunft sehen. Und sagt den Untergang der Menschheit in knapp 60 Tagen vorher. Doch Casey will sich damit nicht abfinden – und genau das könnte alles ändern. Vor allem dann, wenn der Monitor nicht nur Signale empfängt, sondern auch sendet. Dann jedoch wäre Regierungschef Nix alles andere als ein guter Mensch.

Meine Meinung:
„A World Beyond“ strotzt vor Superlativen. Bombastische Technik, raffinierte Erfindungen, großes Drama und natürlich nichts weniger als ein Weltuntergang. Dazu kommen zwei Welten. Die eine sieht ziemlich real nach der Unseren aus: Krieg auf allen Kontinenten, Naturkatastrophen, Armut, Hunger, Tod. Die andere ist utopisch, friedvoll und voller unglaublicher Technik, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. In der einen Welt tummeln sich die Normalos, in der anderen residiert die Elite. Elite auch, weil sie auf die Normalos herabschauen und sich für lebenswerter halten.

Casey gehört zu den wenigen Träumern, die fest daran glauben, dass man das Ruder in der Normalo-Welt noch herumreißen kann. Deshalb wird sie auserwählt und von zwei Tomorroland-Verbannten in die nicht mehr ganz so heile Welt gebracht, um beide Welten zu retten. Dort bekommt sie von „Dr. House“ himself einen Vortrag über die absurden Verhältnisse bei den Normalos. Das geht bei fettleibigen Teenagern und hungerleidenden Kindern los geht über den Klimawandel und seine Folgen bis hin zu den Kriegen, die aus purer Profitgier angezettelt werden. Das ausgerechnet ein Großkonzern wie Disney hier den Moralapostel mimt, hat schon was von bitterböser Selbstironie.

Schauspielerisch hat mir vor allem Raffey Cassidy als Robotermädchen Athena sehr gut gefallen. Sie verfügt über mehr als ein bisschen sympathische Ausstrahlung und bringt ihre Rolle überzeugend rüber. Damit spielt sie besser als George Clooney, der von den Maskenbildnern offensichtlich einmal zu oft gepudert wurde. So braun kann man als Sunnyboy aus Califirnien gerne sein. Als eigenbrödlerischer Wissenschaftler, der missmutig dem Ende der Welt entgegensieht, sollte man etwas mitgenommener wirken.

Überaus seltsam auch der Anflug von Romantik zwischen dem normal gealterten Frank und der jung gebliebenen Athena. Die beiden waren in seinen Kindertagen ein Beinahe-Paar und so wechseln sie Blicke, die man zwischen einem Kind und einem Erwachsenen nicht unbedingt sehen möchte. Aber das Drehbuch will es ja so. Brit Robertson spielt ganz gut. Zumindest fällt sie nicht negativ auf. Was bei der Masse an computeranimiertem Drumherum auch wirklich schlimm wäre. Hugh Laurie muss sich nicht sonderlich anstrengen, um den Bösewicht zu spielen. Schließlich besteht seine Hauptaufgabe darin, möglichst wenig Gefühlsregungen gegenüber der scheinbar verlorenen Normalo-Welt zu haben.

Musik und Bild sind in „A World Beyond“ so dramatisch schön, wie man es bei einem utopischen Szenario von Disney erwarten kann. Die Actionszenen machen Spaß, die heile Version von ‚Tomorrowland‘ lässt staunen und die menschelnden Momente werden mit typischer Disneymusik unterlegt. Fehlt eigentlich nur noch, dass irgendjemand singt. Stellenweise hat der Film auch etwas von der Schatzsuche eines „Da Vinchi Code“-Films und die Stadt in ‚Tomorrowland‘ hätte auch gut in andere Zukunftsfilme wie etwa „Star Trek“ oder „Avengers“ gepasst. Dafür ist diesmal auch die Synchronisation in Ordnung. Zumindest fällt auch sie nicht weiter auf, was wohl auch am Budget eines Disney-Konzerns liegen mag.

Mein Fazit:
George Clooney sieht immer noch gut aus, aber mit Raffey Cassidy zeigt sich eine neue Generation guter Schauspieler. Zum Glück für ihn geht es in „A World beyond“ aber eher um gigantische Bilder und ausgefeilte Computeranimationen. Ach und jede Menge Action, sonst würde man ja die vielen futuristischen Waffen gar nicht brauchen.Wer also moderne Märchen mag oder futuristische Landschaften oder wahlweise Clooney und/oder Laurie-Fan ist, kann sich dieses Stück Disney-Fantasie ruhig ansehen. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn man den Film verpasst.

Tags
Zeig mir mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Artikel